Garantie „erlischt“ mit Brand?

E-Auto mit kaputter Batterie brennt ab - Fahrer soll 10.000 Euro zahlen

Ein Auto steht in Flammen.
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Nach einem E-Auto-Brand soll der Besitzer trotz Garantie rund 10.000 Euro zahlen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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In den USA fing ein E-Auto plötzlich Feuer. Obwohl der Besitzer eine Garantie auf den Akku abgeschlossen hatte, soll er jetzt rund 10.000 Euro zahlen.

Stuttgart/Miami - E-Autos gelten in der weltweiten Autoindustrie als die Fahrzeuge der Zukunft. Die Modelle mit einem batteriebetriebenen Antrieb sollen im Vergleich zu den Verbrenner-Modellen deutlich umweltfreundlicher sein. Obwohl auch in Deutschland bereits viele E-Autos und Plug-in-Hybride auf den Straßen unterwegs sind, haben viele Autofahrer noch immer Zweifel. Eine Studie ergab, dass fast jeder zweite Deutsche nicht an den Durchbruch des E-Autos in naher Zukunft glaubt. Dennoch setzen die deutschen Autokonzerne wie die Daimler AG, BMW und VW aber auch US-Firmen wie Tesla und General Motors auf das E-Auto.

Eine oft gehörte Kritik an E-Autos ist die im Verglich zum Verbrenner deutlich höhere Brandgefahr. Eine Studie der Allianz ergab kürzlich, dass E-Autos nicht öfter oder schneller brennen, als Modelle mit anderem Antrieb. Dennoch stellt ein E-Auto-Brand die Feuerwehren vor besondere Herausforderungen, wie bereits mehrere Fälle zeigten. In den USA fing ein E-Van der Marke Chevrolet, einer Tochter des größten US-Herstellers General Motors, plötzlich Feuer. Der Besitzer hatte auf das noch nicht mal abbezahlte E-Auto eine Garantie auf den Akku abgeschlossen. Statt den Schaden vom Händler erstattet zu bekommen, soll er nun jedoch rund 10.000 Euro zahlen, berichtet der Merkur*.

E-Autos und die Brandgefahr: „In der Batterie kann es zur Kettenreaktion von Kurzschlüssen kommen“

Laut der Studie der Allianz brennen E-Autos zwar nicht häufiger als Verbrenner-Modelle, sie brennen jedoch definitiv anders. Nach einem „hochgefährlichen Vorfall“ mit einem E-Mercedes an einer Ladesäule, konnte die Feuerwehr im Kreis Biberach das brennende Auto nur durch Fluten in einem Wassertank löschen. Wenig später brannten in einer Poststelle in Staufen im Breisgau zwei E-Autos vollständig ab und ein weiteres fing Feuer. Grund für die schwer zu löschenden Brände an E-Autos sind oftmals Kurzschlüsse an den Batterien. „In der Batterie kann es zu einer Kettenreaktion von Kurzschlüssen kommen“, schreibt das Auto-Portal mobile.de. Selbst wenn das Feuer gelöscht ist, kann es an anderer Stelle wieder aufflammen. Einmal in Brand gesetzt, erzeugt eine Akkuzelle einen Brand nach dem anderen, so das Portal.

Im Falle des E-Auto-Brandes in den USA, genauer im Umfeld der Großstadt Miami, war der Auslöser ebenfalls ein Kurzschluss des Akkupaketes. Laut dem Elektromobilitätsblog Electrek geschah der Vorfall bereits im Juni 2020. Der stolze Besitzer eines elektrischen Chevrolet-Vans war bereits 38.000 Kilometer mit dem E-Auto gefahren und wollte es eigentlich nur für eine kleine Reparatur in die Werkstatt bringen. Kurz nachdem er das Modell Chevy Bolt EV auf dem Parkplatz der Werkstatt abgestellt hatte, fing das Fahrzeug Feuer, berichtete der Besitzer den Machern des Blogs. Der Brandherd ging von der Batterie aus, die direkt unter dem Kindersitz angebracht war.

E-Auto fängt Feuer: Garantie auf Akkupacket „erlischt“ mit einem Brand?

Beim Kauf eines Neuwagens erhält der Kunde normalerweise bestimmte Garantien auf die Leistungsfähigkeit des Modells. Bei der Daimler AG gibt es bereits seit 1998 eine „Rostgarantie“, solange der Mercedes-Fahrer regelmäßig die Wartung des Modells bei einer Vertragswerkstatt in Anspruch nimmt. Einem Daimler-Kunden wurde trotz dieser Garantie die Reparatur verweigert. Auch der Besitzer des E-Chevys hatte laut dem Merkur* eine achtjährige Garantie auf den Akku abgeschlossen und war sich demnach sicher, der Hersteller General Motors werde den Brandschaden übernehmen.

Während die Daimler AG beziehungsweise Mercedes-Benz dem Kunden mit dem Rostschaden eine erneute Prüfung bei einer Vertragswerkstatt anbot, hieß es bei General Motors bizarrer Weise, die Garantie sei mit dem Brand „erloschen“. Der Kunde, dessen E-Auto Feuer gefangen hatte, müsse schon klagen, wenn ihm das nicht passe. Das kann sich der Fahrer des elektrischen Chevys laut dem Blogeintrag jedoch nicht leisten, eben so wenig wie einen Ersatzwagen. Die Autoversicherung sei zwar für den Brandschaden aufgekommen, habe den Wert des erst 18 Monate alten Fahrzeugs jedoch nur noch auf 21.000 Dollar (rund 18.000 Euro) geschätzt.

Da der Besitzer des elektrischen Chevrolet-Vans diesen per Kredit finanziert hatte, und dem Händler noch rund 33.000 Dollar (28.000 Euro) schuldete, bleibt er auf der Differenz sitzen. Demnach wird der E-Auto-Brand trotz Garantie nicht übernommen, stattdessen muss der Besitzer die Differenz von 12.000 Dollar (rund 10.000 Euro) zwischen den Schulden und dem Versicherungsbeitrag selber zahlen. „Ich werde mein ganzes Leben lang garantiert nie wieder ein Fahrzeug von General Motors kaufen“, sagte er den Machern des Blogs Electrek. Wissenschaftler aus Singapur fanden jedoch eine mögliche Lösung für das gefährlichste Problem von E-Autos. *Merkur ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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