Elektromobilität

E-Autos im Winter: Diese Gefahren drohen bei Eiseskälte

Ein EQS von Mercedes-Benz bei der Wintererprobung im Schnee.
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Die Kälte im Winter könnte E-Auto-Fahrer vor Probleme stellen. Das lässt sich durch Maßnahmen aber vermeiden.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Temperaturen im Minusbereich sind für E-Autos eine Herausforderung. Autobesitzer sollten sich der Gefahren bewusst sein.

Stuttgart - Der Winter ist, was das Wetter in Deutschland betrifft, endgültig angebrochen. Die Temperaturen sind niedrig, der Wind ist kalt und die Tage werden immer kürzer. Das hat dementsprechend auch Auswirkungen auf den Strom- und Gasverbrauch. In den Haushalten in Deutschland muss bereits geheizt werden und schon am Nachmittag wird es draußen so dunkel, dass die elektrische Beleuchtung in den Häusern und Wohnungen übernehmen muss. Aktuell steigen die Strompreise in Deutschland jedoch stark an und auch andere Rohstoffe wie Benzin werden teurer.

In der Autoindustrie liegt der Fokus immer deutlicher auf der E-Mobilität. Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz will etwa ab 2030 nur noch batteriebetriebene Fahrzeuge bauen. Im Gegensatz zu Verbrenner-Modellen speist die Batterie in einem E-Auto nicht nur die Lichtanlage und andere Softwareinstallationen, sondern dient als Antrieb. Dementsprechend müssen Fahrer von E-Autos bei Kälte im Winter einiges beachten. Ansonsten könnte es eine böse Überraschung geben.

E-Autos im Winter: Heizung und Licht haben Einfluss auf den Energiespeicher

Die elektrisch betriebenen Fahrzeuge setzen sich auf den Straßen Deutschlands immer mehr durch. Gerade im Winter, bei niedrigen Temperaturen, haben die E-Autos gegenüber den Modellen mit herkömmlichem Antrieb allerdings einen Nachteil. Durch den Elektromotor entsteht keine Abwärme, weshalb Besitzer ihre Fahrzeuge bei Kälte um so mehr aufheizen müssen. Dabei wird die Wärme nicht nur aufgebracht, um den Innenraum zu beheizen, sondern auch, um das Batteriepaket auf die Betriebstemperatur zu bringen.

Gerade die Heizung verbraucht bei erhöhtem Einsatz im Winter jedoch deutlich mehr Energie als sonst. Der ADAC geht laut Berechnungen von einer Verminderung der elektrischen Reichweite eines E-Autos von 10 bis 30 Prozent aus. Abhängig ist diese Angaben jedoch von der jeweiligen Außentemperatur, der Fahrweise und auch der Leistungsfähigkeit des Akkus. Die elektrische Luxuslimousine EQS von Mercedes-Benz schafft beispielsweise eine maximale Reichweite von über 800 Kilometern, wodurch ein Verlust weniger stark ins Gewicht fällt. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, wie sich die Akkukapazität eines E-Autos auch bei Minusgraden effektiv nutzen lässt, schreibt EnBW.

Eco-Modus der E-Autos spart im Winter Energie

Dem Nachteil von E-Autos im Winter, dass sie keine Abwärme erzeugen, kann durch entsprechende Vorbereitung entgegengewirkt werden. Die batteriebetriebenen Fahrzeuge können im Vorfeld bereits vorgeheizt werden, sodass die zusätzliche Energie für diesen Vorgang nicht während der Fahrt aufgebraucht werden muss, schreibt der ADAC. Zudem spart der sogenannte „Eco-Modus“ im Winter Energie. Dieser Modus ist besonders energiesparend und wird auch in anderen elektrischen Geräten wie Wasch- und Spülmaschinen eingesetzt. Bei E-Autos überträgt der Motor im Eco-Modus weniger Kraft auf die Räder.

Während Waschmaschinen durch den Eco-Modus deutlich weniger Strom und Wasser verbrauchen, aber auch wesentlich länger laufen, sind E-Autos im Eco-Modus möglicherweise nicht zu Höchstleistungen fähig. Besonders schnelles oder sportliches Fahren sollte im Winter aber generell vermieden werden, schreibt EnBW. Im vergangenen Jahr fuhr ein Fahrer mit seinem Porsche Cayenne auf einen Berggipfel, es endete peinlich und teuer. Dass E-Autos bei Minustemperaturen in Staus ganz besonders gefährdet sind, ergab ein Härtetest des ADAC dagegen nicht.

Der Automobilclub teste zwei E-Auto-Modelle mit einer Beheizung auf 22 Grad bei einer Außentemperatur von -7 bis -9 Grad. Nach 12 Stunden hatten die Fahrzeuge noch immer eine Akkurestkapazität von 70 beziehungsweise 80 Prozent. Wer dennoch Angst davor hat, im Stau zu viel Energie zu verbrauchen und danach nicht mehr losfahren zu können, kann im Stillstand auch Funktionen wie die Front- und Heckscheibenheizung sowie Scheibenwischer ausschalten.

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