Geldstrafe oder Freiheitsstrafe

Drama am Stuttgarter Hauptbahnhof: Bröckel-Fassade wird Fall für die Staatsanwaltschaft

Ein Loch klafft in der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
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Kleine Lücke, große Probleme: Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist für Passanten beschwert, sie müssen Umwege in Kauf nehmen.

Vergangene Woche brach ein Stück der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs ein und löste ein Verkehrschaos am Knotenpunkt aus. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Stuttgart (dpa/lsw) - Das Loch in der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft geworden. Die Behörde prüfe, ob es sich um einen Fall von fahrlässiger Baugefährdung handle, sagte eine Sprecherin am Montag. Die Deutsche Bahn hatte als Ursache für die bröckelnde Fassade mitgeteilt, dass bei Sanierungsarbeiten in einem früheren Büroraum versehentlich eine tragende Wand abgerissen worden sei. Die Staatsanwaltschaft hat keine Frist für die Ermittlungen. Zunächst hatten «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» online darüber berichtet.

Gemäß Strafgesetzbuch kann mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden, wer beim Abbruch eines Bauwerks fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht. Zunächst gelte es aber zu prüfen, ob so ein Fall hier überhaupt vorliege, betonte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Vergangene Woche hatten sich mehrere Steine in einer Höhe von rund 15 Metern gelöst und waren auf den Boden gefallen. Nach dem Abriss der tragenden Wand habe ein Dachträger nachgegeben und die Fassade beschädigt, hatte die Bahn erläutert. Das Gebäude wird im Zuge des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21 saniert. Einschränkungen und Umwege für Bahnreisende um das Bahnhofsgebäude herum wurden nach Feststellung der Unfallursache wieder aufgehoben.

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