Wegen Corona und Online-Handel

Mehrere Douglas-Filialen in Baden-Württemberg schließen für immer

  • vonEva Kaczmarczyk
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Insgesamt rund 60 Filialen wird die Parfümerie-Kette Douglas in den kommenden Monaten schließen - auch einige Läden in Baden-Württemberg sind davon betroffen.

Stuttgart/Mannheim/Schwäbisch Gmünd - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hält die Wirtschaft des Bundeslandes weiterhin auf Trab. Den Einzelhandel trifft es besonders hart. So gab nun auch Deutschlands größte Parfümerie-Kette Douglas vergangene Woche in einer Pressemitteilung bekannt, dass rund 60 Filialen in den kommenden Monaten aus Kostengründen geschlossen werden.

Auch für mehrere Filialen der Parfümerie-Kette in Baden-Württemberg bedeutet dies das Aus. Stuttgart, Mannheim und Schwäbisch Gmünd stehen auf der Liste der Schließungen. Die Einsparungen erklärt Douglas mit dem Coronavirus und dessen Folgen für die Wirtschaft - die Pandemie habe den Trend zum Online-Shopping weiter beschleunigt.

Die Parfümerie-Kette Douglas will 60 Filialen schließen - einige davon sind in Baden-Württemberg.

Mehrere Douglas-Filialen in Baden-Württemberg sind von der Schließung betroffen. Zuerst trifft es die Filiale in Schwäbisch Gmünd in der Bocksgasse, hier ist bereits zum 31. Mai Schluss. Im Südwesten folgen zum 30. Juni drei weitere Filialen: Die Douglas-Filiale in der Königstraße der Landeshauptstadt Stuttgart sowie die Läden in Mannheim (Q1) und in Weinheim (Bahnhofstraße). In Ludwigsburg im ECE Marstall Center wird die Filiale ab dem 30. September geschlossen. Die Läden in Waiblingen und Esslingen sind nicht betroffen.

Parfümerie-Kette Douglas muss Filialen schließen - Online-Handel profitiert von Corona-Krise

Die Parfümerie-Kette Douglas begründet die Schließung zahlreicher deutscher und europäischer Filialen mit dem zunehmenden Erfolg des Online-Handels. Der Trend gehe seit Beginn der Corona-Pandemie - insbesondere durch den Lockdown, der auch in Baden-Württemberg erneut verlängert wurde - eindeutig zum Online-Shopping. Die coronabedingte Arbeit im Homeoffice während der Pandemie macht es für die Menschen noch attraktiver, von Laptop, Smartphone und Tablet aus im Internet zu bestellen.

Das macht sich auch bei der Parfümerie-Kette Douglas bemerkbar. „Die Zukunftsfähigkeit jeder Filiale wurde in den vergangenen Monaten individuell auf Basis umfassender Einzelanalysen geprüft, die auch das wichtige Weihnachtsgeschäft berücksichtigen“, sagte Douglas-Chefin Tina Müller in einem Interview mit dem Spiegel.

Im Geschäftsjahr 2019/20 sei die Anzahl der Online-Kunden der Parfümerie-Kette Douglas um mehr als 40 Prozent gestiegen. Der Konzern verzeichnete laut Tina Müller jedoch dennoch ein Minus von circa 6,4 Prozent. Statt 3,5 Milliarden Euro wie im Vorjahr flossen nur 3,2 Milliarden Euro in die Kassen. Auch bei den Personalkosten werde gespart: Von 5.200 Mitarbeitern sollen im Laufe des Jahres rund 600 entlassen werden.

Nicht nur Douglas betroffen: Coronavirus stürzt Einzelhandel und Automobilbranche in die Krise

Filialschließungen sind in diesen Tagen aufgrund der Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg keine Seltenheit und betreffen nicht nur die Parfümerie-Kette Douglas. Strenge Auflagen des Lockdowns und fehlende finanzielle Unterstützung seitens der Regierung wirken sich auf die Betreiber von Geschäften aus. Viele stehen kurz vor dem Ruin.

Der Südwest-Branchenverband fürchtet in den kommenden zwei Jahren bis zu 12.000 Geschäftsschließungen und Insolvenzen, welche fatale Folgen für die Wirtschaft haben werden, wie Echo24* berichtet. Betroffen wären eine halbe Million Beschäftigte, die unter anderem bei der Handelskette Real mit ihren rund 270 Märkten arbeiten - die Kette kündigte kürzlich die endgültige Schließung von zehn Real-Filialen an, die nicht von Kaufland übernommen werden.

Nicht einmal die Automobilbranche in Baden-Württemberg kann sich in der Corona-Krise vor Entlassungen schützen. Nach einem katastrophalen zweiten Quartal bangen Angestellte von Mutterkonzernen und Zulieferern um ihre Jobs. Daimler-Zulieferer Continental musste einen massiven Stellenabbau von 30.000 Mitarbeitern weltweit vornehmen, was 13 Prozent aller Beschäftigten entspricht. 13.000 Mitarbeiter aus Deutschland sind davon betroffen. *Echo24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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