Start des Digitalen Impfpasses im Südwesten

Digitaler Impfpass ab heute in Baden-Württemberg: App, Kosten, Code

Holger Rostek, stellvertretender Vorsitzender der Brandenburger Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB), zeigt während eines Pressetermins im Impfzentrum Babelsberg in der Metropolishalle den Digitalen Impfpass.
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Ab heute stellen auch ausgewählte Apotheken sowie die Impfzentren in Baden-Württemberg den Digitalen Impfpass aus - er soll die Bürokratie beim Nachweis einer Impfung erleichtern.
  • Julian Baumann
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Ab dem heutigen Montag wird in Baden-Württemberg der Digitale Impfpass ausgestellt. Er soll den Nachweis von Impfungen erleichtern - der Impfpass in Papierform bleibt jedoch gültig.

Stuttgart - Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bilden die fortschreitenden Impfungen den Lichtblick für eine baldige Rückkehr zur Normalität. Seit dem Start der Impfungen in Baden-Württemberg und Stuttgart wurden bereits über fünf Millionen Menschen erstmals geimpft. In den vergangenen Wochen sank auch die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter und ermöglichte dadurch immer mehr Lockerungen in Baden-Württemberg - beispielsweise in der Gastronomie, im Handel und in der Kultur.

Obwohl inzwischen nahezu alle Restaurants, Bars und Einzelhandelsbetriebe wieder öffnen dürfen, gelten aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg noch immer strenge Regeln. Der Einlass ist in vielen Betrieben nur mit einem Nachweis einer vollständigen Impfung, einer Genesung oder eines aktuellen negativen Testergebnisses erlaubt. Demnach gibt es für Geimpfte und Genesene besondere Lockerungen. Der Nachweis war bisher sowohl in Papierform, aber auch digital mit der umstrittenen Luca-App möglich. Seit dem heutigen Montag, 14. Juni, werden jedoch in Baden-Württemberg und ganz Deutschland digitale Impfpässe ausgestellt, die die Bürokratie erleichtern sollen.

Digitaler Impfpass: Apotheker bitten um Geduld

Bei dem digitalen Impfpass „CovPass“ den es ab heute in Baden-Württemberg gibt, handelt es sich um eine App für das Smartphone. Bislang verlief der Nachweis einer Impfung im Südwesten folgendermaßen: Bei einem Termin für eine Corona-Impfung mussten die Bürger entweder den Impfpass, das bekannte gelbe Heftchen, mitbringen oder es wurde ein neuer ausgestellt. Das Mitführen des kleinen Heftchens war vielen allerdings zu umständlich. Da soll der digitale Impfpass nun Abhilfe schaffen. Bürger, die vollständig gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft sind, können sich seit heute einen digitalen Nachweis in den Apotheken besorgen, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa).

In Baden-Württemberg ist ab dem heutigen Montag nach der Zweitimpfung auch eine Ausstellung des digitalen Impfpasses in den Impfzentren möglich, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes. „Baden-Württemberg hat zügig die technischen Voraussetzungen geschaffen. Auch der bundesweite Testlauf in der vergangenen Woche lief sehr erfolgreich, wir sind startklar“, sagte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) am Donnerstag in der Landeshauptstadt Stuttgart. „Der digitale Impfnachweis wird den Alltag vieler Menschen im Land erleichtern.“

Zum Start des digitalen Impfpasses in ganz Deutschland bitten die Apotheker laut der dpa um Geduld. Die Zahl der teilnehmenden Apotheken in der Bundesrepublik sei aus organisatorischen und technischen Gründen in den ersten Tagen begrenzt - das gilt demnach auch für Baden-Württemberg. Ob zukünftig auch deutschlandweit Impfzentren den digitalen Impfpass ausstellen können, hängt dagegen von den jeweiligen Bundesländern ab. Während bereits Geimpfte in Bayern und Sachsen über eine Website Zugang zum Impfnachweis erhalten sollen, plant Baden-Württemberg die Nachweise im Laufe der kommenden Woche per Post zu verschicken.

Digitaler Impfpass in Baden-Württemberg: Funktion, Code und Kosten

Deutschland und Baden-Württemberg setzen mit der Einführung des digitalen Impfpasses das Vorhaben der Europäischen Union um. Eine Pflicht zum Tragen des Nachweises soll es jedoch nicht geben. Vielmehr gilt der Impfpass als freiwillige Ergänzung zu den Impfnachweisen in Papierform, die weiterhin ihre Gültigkeit behalten.

Europaweit wurde laut der dpa ein einheitliches Zertifikat vereinbart, in dem Impfungen, eine Genesung sowie Testergebnisse dokumentiert werden sollen. Der digitale Impfpass soll zukünftig nach der zweiten Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg beim Hausarzt und auch in den Impfzentren ausgehändigt und als QR-Code aus schwarzen und weißen Quadraten hinterlegt werden.

Zum Nachweis einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg kann der QR-Code anschließend mit einer entsprechenden App auf dem Smartphone eingescannt und die Impfung damit nachgewiesen werden. Zum Start des digitalen Impfpasses ist diese Funktion sowohl mit dem „CovPass“ als auch mit der Corona-Warn-App des Bundes möglich. Ab Mittwoch soll auch die Luca-App diese Möglichkeit bieten. Für die Bürger ist der digitale Impfpass kostenlos, die Ärzte und Apotheker erhalten für die Ausstellung eine Vergütung, die in der Corona-Verordnung des Bundes festgelegt ist.

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