Spinnentiere

Dieser Mini-Skorpion lebt in Deutschland - kaum jemand kennt ihn

Ein Skorpion krabbelt auf Kiesuntergrund.
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Skorpione kommen in Deutschland eigentlich nicht vor. Lediglich die verwandten Pseudoskorpione krabbeln hierzulande - sie haben allerdings keinen Stachel.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Spinnen, Käfer und Skorpione: Viele Menschen ekeln sich vor Krabbeltieren. In Deutschland kommen zumindest keine Skorpione vor - sondern nur deren Mini-Verwandtschaft.

Stuttgart - Die Natur in Deutschland als wild oder gar gefährlich zu bezeichnen, träfe mit Sicherheit nicht die Realität. Allerdings gibt es durchaus Gebiete in der Bundesrepublik, die wieder an Ursprünglichkeit gewinnen und damit auch „klassische“ Wildtiere wie den Wolf beherbergen - auch in Baden-Württemberg wird das Raubtier wieder sesshaft.

Dabei spielt sich die eigentliche Wildnis in Deutschland auf ganz anderem Maßstab ab. Wer genau hinschaut und beispielsweise den Boden oder das Geäst von Bäumen im wahrsten Sinne unter die Lupe nimmt, entdeckt jede Menge tierischen Lebens. Im Gegensatz zum Wolf ist das für den Menschen mitunter sogar gefährlich. Beispielsweise gibt es in Baden-Württemberg Giftraupen, die bei Kontakt heftige Reaktionen hervorrufen. Mit Gift arbeiten auch Verwandte der Skorpione, die bei uns beheimatet sind.

Skorpione in Deutschland: Heimische Verwandtschaft ist weitgehend unbekannt

Ganz grundsätzlich kommen Skorpione auf allen Kontinenten vor - mit Ausnahme der Antarktis. Das heißt trotzdem nicht, dass auch hierzulande unter jedem Stein ein solches Spinnentier mit Stachel lauert. Denn tatsächlich mögen es Skorpione eher trocken, hauptsächlich leben sie deshalb in tropischen und subtropischen Regionen. In Europa gibt es sie gerade noch so bis in den Süden Österreichs, in Deutschland müsste man schon großes Glück haben, um einen echten Skorpion anzutreffen.

Dafür krabbelt in Deutschland die Verwandtschaft umher. Sogenannte Pseudoskorpione sehen ganz ähnlich aus, allerdings fehlt ihnen ein wichtiges Detail: Sie haben keinen Stachel, sondern ein rundes Hinterteil. Außerdem gilt für die Pseudoskorpione besonders, dass eine Lupe notwendig ist, um sie zu entdecken. Sie werden nämlich nur wenige Millimeter groß.

Ein Instagram-Nutzer hat dennoch einen fotografiert:

Deutschlands Skorpione: Verwandtschaft ist zwar klein, aber nicht harmlos

Zwar sind Pseudoskorpione anders als „echte“ Skorpione durchweg klein und ohne Stachel. Ungefährlich sind sie deshalb aber nicht. „Wie ihre großen Verwandten leben Pseudoskorpione räuberisch“, schreibt der Naturschutzbund (NABU) auf seiner Homepage über die Spinnentiere. Außerdem sind sie bloß, weil der berühmte Giftstachel fehlt, auch nicht ungiftig.

Es klingt schon fast nach einer Actionszene, wenn der NABU die Nahrungssuche der Pseudoskorpione beschreibt: „Sie machen Jagd auf Springschwänze, Milben und andere kleine Gliedertiere, die sie mit ihren Klauen und den dort befindlichen Giftdrüsen überwältigen.“ Klar, der Mensch muss sich dabei keine Sorgen machen, dafür reicht das Gift nicht aus. Ganz im Gegensatz zu einer gefährlichen Giftspinne im Südwesten, deren Biss zu Kreislaufversagen führen kann.

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