Invasive Arten

Diese 30 Arten sind als Haustiere streng verboten - sie können gefährlich werden

Ein Signalkrebs und ein Ochsenfrosch/Bildcollage.
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Signalkrebse (links) und Ochsenfrösche dürfen nicht mehr als Haustiere gehalten werden.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Deutschland ist die Heimat verschiedenster Tierarten. Manche sind giftig, einige gefährlich. Einige leben aber nicht schon immer hier - und sind deshalb auch für private Halter verboten.

Stuttgart - Deutschland ist nicht gerade für seine unberührte Wildnis bekannt. Doch auch wenn ein Großteil der Landschaft von Menschenhand beeinflusst ist, gibt es in der Bundesrepublik noch Wildtiere. Einige kehren auch wieder zurück. Zuletzt war im Schwarzwald ein Wolf aufgetaucht, der aus den Alpen einwanderte. Daneben gibt es Tiere, die eher unscheinbar und unbekannt sind und durchaus exotisch anmuten. Dazu gehört beispielsweise die giftige, schwarze Höllenotter.

Bei der Rückkehr des Wolfes gehen die Meinungen auseinander. Naturschützer freuen, Landwirte ärgern sich und Anwohner stehen dem Tier ängstlich gegenüber. Da ist die Lage bei anderen Arten deutlich klarer. „Gebietsfremde Arten“ gelangen nach Deutschland, ohne dort jemals heimisch gewesen zu sein. Einmal durchgesetzt sind sie „invasiv“ - weil sie die ursprüngliche Flora und Fauna gefährden und zerstören können. Dabei spielt allerdings nicht nur der Zufall eine Rolle. Auch private Halter stehen in der Verantwortung - laut Tierschutzbund ist die Haltung solcher Arten streng verboten.

Für die Natur gefährliche Tiere: Private Halter müssen bei Haustieren Regeln einhalten

Während Haustiere in Deutschland klassischerweise Hund, Katze und Co. sind, hat manch einer bei der Wahl tierischer Begleiter eher ungewohnte Präferenzen. So hält in Bayern ein Mann 40 Kreuzottern im Garten, weil er sie für „einfach tolle Tiere“ hält. Die Schlangenart ist in Deutschland allerdings heimisch und nicht invasiv. Anders wäre das bei einem Känguru, das in Villingen-Schwenningen unterwegs war. Das Tier war allerdings lediglich einem Zirkus entlaufen.

Was in manch einem Fall vielleicht zunächst lustig klingt, ist für die heimische Natur sehr gefährlich. „Aus Sicht der EU-Kommission ist die Verbreitung invasiver, gebietsfremder Arten einer der Hauptfaktoren für den Verlust der biologischen Vielfalt“, schreibt der Tierschutzbund. Aktuell droht das durch einen eingeschleppten Fisch im Bodensee, der einheimische Arten verdrängt. Als „invasiv“ ist der gebietsfremde Stichling allerdings noch nicht gelistet. Die Tiere waren wohl einst Aquarienfische und wurden im Bodensee ausgesetzt.

Solche Aktionen sind für private Halter ohnehin nicht erlaubt. Darüber hinaus gibt es eine sogenannte Unionsliste über 30 Tierarten, die von Privatleuten in Deutschland nicht einmal gehalten werden dürfen. Für solche exotische Haustiere gibt es nur eine Ausnahme, welche die Haltung dennoch erlaubt.

Tierhaltung in Deutschland: Invasive Arten dürfen nur mit Ausnahme gehalten werden

Da die Liste der Tierarten, die in Deutschland nicht gehalten, eingebracht oder gezüchtet werden dürfen, ständig erweitert wird, gibt es ein Schlupfloch für Privatleute. „Private Halter, die Tiere der Unionsliste bereits zum Inkrafttreten der Verordnung gepflegt haben, dürfen dies auch weiterhin bis zum Lebensende der Tiere“, erklärt der Tierschutzbund. Allerdings tragen die Halter damit auch die Verantwortung, dass die Arten nicht in die freie Natur gelangen können.

Wer sich also beispielsweise vor dem 25. Juli 2019 einen Hirtenstar zugelegt hat - eine asiatische Singvogelart - darf diesen auch weiterhin behalten. Auch Reptilienfans und Besitzer von Buchstaben-Schmuckschildkröten tun nichts Verbotenes, wenn sie diese bereits vor dem 3. August 2016 erstanden haben. Die aktuelle Unionsliste der invasiven Arten listet noch 28 weitere Tierarten:

Tierartin Kraft seit
Amur-Schläfergrundel3. August 2016
Asiatische Hornisse3. August 2016
Bisamratte2. August 2017
Blaubandbärbling3. August 2016
Buchstaben-Schmuckschildkröten3. August 2016
Chinesischer Muntjak3. August 2016
Chinesische Wollhandkrabbe3. August 2016
Fuchshörnchen3. August 2016
Gemeiner Sonnenbarsch25. Juli 2019
Gestreifter Korallenwels25. Juli 2019
Glanzkrähe3. August 2016
Grauhörnchen3. August 2016
Heiliger Ibis3. August 2016
Hirtenmaina/Hirtenstar25. Juli 2019
Kamberkrebs3. August 2016
Kleiner Mungo3. August 2016
Marmorkrebs3. August 2016
Marderhund2. Februar 2019
Neuseeland-Plattwurm25. Juli 2019
Nilgans2. August 2017
Nordamerikanischer Ochsenfrosch3. August 2016
Nutria3. August 2016
Pallashörnchen3. August 2016
Roter Amerikanischer Sumpfkrebs3. August 2016
Schwarzkopf-Ruderente3. August 2016
Sibirisches Streifenhörnchen3. August 2016
Signalkrebs3. August 2016
Südamerikanischer Nasenbär3. August 2016
Viril-Flusskrebs3. August 2016
Waschbär3. August 2016

Einmal in Deutschland heimisch, ist es übrigens gar nicht so einfach, die invasive Art wieder loszuwerden. Vielen dürfte gar nicht bekannt sein, dass Waschbären ursprünglich nicht in der Bundesrepublik zu Hause waren. Inzwischen gelten sie als „eingebürgert“. Trotzdem richten sie gegenüber anderen Arten Schaden an. Einfach abschießen geht allerdings nicht, so der Tierschutzbund. „Die Jagd auf die Tiere ist tierschutzwidrig und hat bislang keinen Erfolg gezeigt, da frei werdende Reviere unmittelbar von anderen Waschbären besetzt werden.“

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