„Sehr aggressiv“

„Black lives matter“-Demo missbraucht: Linksextreme Gewalt in Stuttgart eskaliert immer mehr

Teilnehmer der Demonstration gegen Rassismus und Hass in Stuttgart.
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„Black lives matter“: Anti-Rassismus-Demonstrationen in Stuttgart.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Am Wochenende fanden mehrere „Black lives matter“-Demonstrationen in Baden-Württemberg statt. In Stuttgart verliefen die Protestaktionen nicht nur friedlich. Es kam zu Zwischenfällen und Konfrontationen mit der Polizei.

  • Ausgelöst durch den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd fanden in Baden-Württemberg mehrere große Demonstrationen statt.
  • Die Demonstrationen in Baden-Württemberg richteten sich gegen Rassismus, Hass und Polizeigewalt.
  • In der Landeshauptstadt Stuttgart verliefen die Proteste nicht so friedlich wie in anderen Städten. Es kam zu Angriffen auf die Polizeikräfte vor Ort.

Stuttgart - Ausgelöst durch den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd gingen Tausende Menschen in ganz Baden-Württemberg auf die Straßen. Unter dem Motto „Black lives matter" demonstrierten sie auch in Stuttgart gegen Rassismus. George Floyd starb am 25. Mai in den USA, nachdem ein Polizist mehrere Minuten auf seinem Hals gekniet und ihm so die Atemluft abgedrückt hatte.

Der Vorfall löste eine Welle der Empörung aus. Auch in Stuttgart demonstrierten Tausende am Wochenende gegen Rassismus und Hass. Die größte Demonstration in Stuttgart stand unter dem Motto „Gegen Rassismus“.

„Black lives Matter“-Demos in Stuttgart: Linksextremisten greifen Polizisten an

Die Polizei Stuttgart war am Wochenende wegen mehrerer Demonstrationen in Stuttgart im Einsatz. Unter anderem fanden am Kurpark in Bad Cannstatt, in der Marstallstraße sowie am Karlsplatz Protestaktionen unter dem Motto „Black lives matter“ statt. Nach Polizeiangaben verliefen die kleineren Veranstaltungen friedlich. Während und nach der Demonstration auf dem oberen Schlossgarten in Stuttgart kam es jedoch zu einigen Zwischenfällen.

Während der Demonstration in Stuttgart unter dem Motto „Gegen Rassismus“ machten die Veranstalter die Polizei auf einen offensichtlich angetrunkenen Mann aufmerksam. Der Mann bedrohte mehrere Teilnehmer der Demonstration mit einer abgebrochenen Flasche und verhielt sich äußerst aggressiv. Die Polizei Stuttgart nahm den Mann auf Bitten der Veranstalter fest.

Demonstration in Stuttgart: Aggressive Gruppen zünden Pyrotechnik und werfen Steine

Auch nach der Demonstration in Stuttgart kam es zu Konfrontationen mit der Polizei. Gegen 16:15 bewarfen zwei Personen einen vor dem Landtag in Stuttgart stehenden Streifenwagen mit Pflastersteinen. Polizeibeamte saßen während des Angriffs in dem Fahrzeug. Die Polizei Stuttgart berichtete über diesen Vorfall auf ihrem Twitter-Account.

Nachdem die Versammlung auf dem oberen Schlossgarten beendet war, bewegte sich ein Großteil der Demonstranten in Richtung Neues Schloss in Stuttgart. Dort forderten sie die Freilassung eines zuvor festgenommenen Mannes. Der Mann stand in Verdacht, eine der beiden Angreifer zu sein, die Pflastersteine auf den Streifenwagen geworfen hatten.

Laut Polizeiangaben formierten sich anschließend mehrere Gruppen aus den vorherigen Teilnehmern der Demonstration in Stuttgart. Die Gruppen liefen mehrfach durch die Innenstadt von Stuttgart. Die Polizei beschreibt die Stimmung am Neuen Schloss als „sehr aggressiv" gegenüber den Beamten. Mehrere Menschen bewarfen die Polizeikräfte mit Gegenständen und zündeten Pyrotechnik. Am Rande dieser Ausschreitungen in Stuttgart griffen Unbekannte einen Passanten an, er musste durch Rettungskräfte betreut werden.

Nach Demonstration in Stuttgart: Menschenmenge zieht in Richtung Innenstadtrevier weiter

Nach der „Black Lives Matter“-Demonstration in Stuttgart zog eine Menschenmenge in Richtung des zentralen Innenstadtreviers der Landeshauptstadt. Einige Menschen trommelten gegen die Fenster und Türen des Reviers. Ein Demonstrant habe außerdem den Seitenspiegel eines Streifenwagens abgetreten, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag auf Anfrage der Deutschen-Presse Agentur (dpa). Etwa 500 Personen seien vor dem Innenstadtrevier aufmarschiert und hätten Parolen wie „Ganz Stuttgart hasst die Polizei“ gerufen, sagte Ralf Kusterer, der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft.

Er bezog sich dabei auf Berichte der Beamten in Stuttgart und einem erhaltenen Schreiben der Antifa. Laut Kusterer zeigen solche Vorfälle, „dass insbesondere linke Extremisten die Anti-Rassismus-Demonstrationen und Bekundungen für deren Zwecke missbrauchen, um Gewalt gegen die Polizei und den Staat auszuüben".

Schon am Rande der Corona-Demos in Stuttgart kam es zu Gewalttaten mutmaßlich Linksextremer. Die Täter griffen Teilnehmer der Demo an und verletzten einen Mann lebensgefährlich.

In Stuttgart kam es am Pfingstsonntag zu einem Polizeieinsatz, der unmittelbar von der Situation in den USA beeinflusst war. Ein Mann meldete eine angebliche Messerstecherei, die sich wenig später als „Scherz“ herausstellte. Als die Polizei den 18-jährigen Mann mit dunkler Hautfarbe festnahm, eskalierte die Situation. Hunderte Umstehende kreisten die Beamten ein und beschimpfte sie als „Rassisten“. Ohne den Fall George Floyd wäre die Situation nicht derartig eskaliert, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag auf Anfrage von BW24.

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