Joint-Venture „Cellcentric“

Daimler tut sich mit erbittertem Konkurrenten zusammen, um Wasserstoff-Revolution zu entwickeln

Der Mercedes-Stern ist zusammen mit dem leuchtenden Schriftzug „Daimler“ zu sehen.
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Daimler schließt sich mit Konkurrent Volvo zusammen.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG und Volvo sind eigentlich erbitterte Konkurrenten. Um Brennstoffzellen für schwere Lastwagen zu produzieren, gründeten die beiden Konzerne jetzt ein gemeinsames Unternehmen.

Stuttgart - Bei der Daimler AG aus der Landeshauptstadt Stuttgart wird sich schon bald einiges grundsätzlich verändern. Der schwäbische Konzern soll in zwei unabhängige Unternehmen aufgespalten werden. Während die Pkw-Sparte unter dem Namen Mercedes-Benz AG weiterhin Autos und Vans produziert und die E-Mobilität weiter vorantreibt, wird die Lkw-Sparte als Daimler Truck AG ebenfalls an die Börse gehen. Der Stuttgarter Autobauer setzt verstärkt auf die Produktion von E-Autos und kündigte für das aktuelle Jahr 2021 bereits drei neue E-Auto-Modelle der Baureihe EQ an. Daimler arbeitet daneben jedoch auch an einer längst vergessenen Alternative zum E-Auto.

Die Daimler AG gilt als Pionier bei der Brennstoffzelle, vernachlässigte diese Technologie jedoch zugunsten der E-Mobilität immer weiter. Bei den schweren Lkw, die zukünftig von dem abgespaltenen Unternehmen Daimler Truck AG gebaut werden, kommt jedoch eine Doppelstrategie aus Batterie und Brennstoffzelle zum Einsatz. Deshalb schloss sich der schwäbische Autobauer mit dem schwedischen Autobauer Volvo zusammen, um gemeinsam Brennstoffzellen zu entwickeln, wie das Handelsblatt berichtet.

Daimler AG: Konzern gründet mit Konkurrent Volvo neues Unternehmen „Cellcentric“

Bereits im vergangenen Jahr sagte Martin Daum, Vorstand der Truck-Sparte der Daimler AG, dass vor allem bei den schweren Lkw die Batterie nur die zweite Wahl sei. Auf langen Strecken, also 1.000 Kilometer und mehr, sollen zukünftig wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen verwendet werden. „Je schwerer die Ladung und je länger die Distanz, desto eher wird die Brennstoffzelle das Mittel der Wahl sein“, sagte Daum bei einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr. Die Daimler AG gründete deshalb am Montag, dem 1. März, ein Gemeinschaftsunternehmen, das zukünftig „Cellcentric“ heißen soll, wie Daimler Trucks und die Volvo Group mitteilten.

Die Brennstoffzellen-Aktivitäten der Lkw-Sparte der Daimler AG werden bereits seit Langem in der Firma Daimler Truck Fuel Cell zusammengeführt. Für rund 600 Millionen Euro kaufte die Volvo Group nun 50 Prozent der Anteile an diesem Unternehmen, wie das Handelsblatt berichtet.

Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Brennstoffzellen für schwere Lastwagen entwickeln, die bereits in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in Serie gehen sollen. In allen anderen Bereichen bleiben die Unternehmen aus Stuttgart und Göteborg jedoch weiterhin Konkurrenten, hieß es von den Konzernen. Daimler und Volvo hatten ihre Pläne für das Gemeinschaftsunternehmen bereits im April 2020 vorgestellt.

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