Transformation der Autoindustrie

Mahle in der Krise: Daimler-Zulieferer muss 7.600 Mitarbeiter entlassen - „So noch nicht erlebt“

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Weil die Daimler AG in die Krise gerät, werden ihre Zulieferer mit in die Tiefe gezogen. Das Stuttgarter Unternehmen Mahle will jetzt in großem Maßstab Mitarbeiter entlassen.

Stuttgart - Fahrzeughersteller wie die Daimler AG steckten schon vor der weltweiten Corona-Pandemie in einer Krise. Der Verbrennungsmotor hat keine Zukunft mehr, die Konzerne müssen ihre Struktur deshalb auf alternative Antriebe umstellen. Besonders im Fokus steht dabei die Elektromobilität.

Die Europäische Union hat gerade erst eine Verschärfung der Regeln zum Treibhausgas-Ausstoß beschlossen. Die EU prüft sogar ein Verbot von Verbrennern, ein Albtraum für Daimler. Damit steigt der Druck auf Fahrzeughersteller wie Daimler, aber auch auf deren Zulieferer enorm. Letztere haben gegenüber den großen Konzernen ohnehin schon wenig Macht, die Autobauer bestimmten knallhart die Preispolitik. Experten befürchten, dass Daimler, BMW und Co. so für ein Massensterben und Job-Vernichtung sorgen. Das bekommt jetzt auch der Stuttgarter Autozulieferer Mahle zu spüren. Das Unternehmen plant, weltweit Stellen abzubauen.

Mahle aus Stuttgart in der Krise: Daimler-Zulieferer will wegen Sparkurs Stellen weltweit abbauen

Zuletzt hatte das Unternehmen Continental Schlagzeilen gemacht. Der Daimler Zulieferer will weltweit 30.000 Stellen abbauen. Auch der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart will weltweit Mitarbeiter entlassen. Insgesamt plant das Stiftungsunternehmen, 7.600 seiner weltweit 72.000 Stellen abzubauen. Insgesamt sollen 2.000 Angestellte in Deutschland entlassen werden.

Der Daimler-Zulieferer Mahle steckt in der Krise. Das Unternehmen plant, weltweit 7.600 Stellen abzubauen, 2.000 davon in Deutschland.

„Wir haben es aktuell mit einer Krise zu tun, wie wir sie noch nicht erlebt haben“, erklärte Jörg Stratmann, Vorsitzender der Geschäftsführung. Deshalb sei es gerade jetzt wichtig, die Anstrengungen zur Kostensenkung konsequent fortzusetzen und die strategischen Ziele noch stärker in den Fokus zu nehmen. Mahle fährt bereits seit 2018 einen strikten Sparkurs, in Folge dessen weltweit schon 6.700 Stellen abgebaut wurden. In Deutschland arbeiten derzeit noch 12.000 Angestellte für Mahle. Nun sollen Gespräche mit dem Betriebsrat die sozialverträgliche Umsetzung des Stellenabbaus klären.

Stellenabbau bei Mahle: Krise des Daimler-Zulieferers hängt nicht nur mit Corona-Pandemie zusammen

Als Daimler-Zulieferer war Mahle auch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Umsatzverlusten der Fahrzeughersteller betroffen. Der Vize-Chef des Gesamtbetriebsrats, Dieter Kiesling, will die Krise und die damit verbundenen Sparmaßnahmen allerdings nicht alleine am Coronavirus festmachen. Er wirft Mahle vor, angesichts der Transformation der gesamten Automobilindustrie hin zur Elektromobilität bis heute keine Perspektiven für die Verbrenner-Standorte des Unternehmens vorgelegt zu haben.

Mahle war als Hersteller von Motorkomponenten wie Kolben, Filter oder Pumpen für Verbrennungsmotoren groß geworden. Der Daimler-Zulieferer bemühte sich aber in den vergangenen Jahren bereits, die Abhängigkeit von Verbrennern zu verringern und stellt inzwischen auch Teile für Elektroautos her. 2018 hatte Mahle noch einen Gewinn von 446 Millionen Euro gemacht. Letztes Jahr verzeichnete das Unternehmen aus Stuttgart aber einen Verlust von 212 Millionen Euro. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 12 Milliarden Euro zurück.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Fabian Sommer/dpa

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