„Ist das wirklich die Zukunft?“

Daimler: Maybach-EQS spaltet Fans - gibt es E-Autos „auch in schön und bezahlbar?“

Der Concept Maybach-EQS der Daimler AG auf der Automesse IAA in München.
+
Daimler stellte mit dem Concept Maybach EQS die Elektrifizierung der Luxusmarke vor. Die Fans sind nicht überzeugt.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Mit dem Concept Maybach EQS gibt die Daimler AG einen Ausblick auf die Elektrifizierung der Luxus-Marke. Fans sind gespaltener Meinung. Setzt Mercedes zu sehr auf Luxus?

Stuttgart - Vor fünf Monaten leitete die Daimler AG mit der elektrischen Limousine EQS eine neue Ära ein. Das Flaggschiff ist das erste Mercedes-Modell, das auf einer reinen Elektro-Architektur basiert, auf deren Grundlage viele weitere Modelle folgen sollen. Ab dem Jahr 2025 will der Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart jedes Modell der Marke Mercedes-Benz auch in einer vollelektrischen Version anbieten. Ein erster Vorgeschmack macht dabei die elektrische E-Klasse, die Daimler am vergangenen Sonntag vor der Automesse IAA in München enthüllte. Daimler will mit diesem Auto in China antreten und lässt Tesla zittern.

Die im vergangenen Jahr enthüllte aktuelle Version der Mercedes-Benz S-Klasse ist eine der bekanntesten Luxuslimousinen auf dem Markt. Unter der Luxusmarke Mercedes-Maybach erschien jedoch wenige Wochen nach der Premiere ein Derivatmodell, das noch exklusiver und auch deutlich teurer ist. Nun gab die Daimler AG einen ersten Ausblick auf die Elektrifizierung der Luxusmarke. Der Concept Maybach-EQS vereint die Marke Maybach mit der E-Auto-Baureihe EQ. Für den normalen Autofahrer ist ein solches Modell allerdings wohl eher nicht gedacht. Im Netz wurde die Vorstellung der exklusiven E-Luxuslimousine kritisch aufgenommen.

Daimler AG gibt Ausblick auf die Elektrifizierung der Luxusmarke Maybach

Mercedes-Benz ist die meistverkaufte und weltweit gefragteste Marke der Daimler AG. Daneben gehört jedoch auch die Tuning-Marke AMG und die exklusive Luxusmarke Maybach zu dem Autokonzern aus Stuttgart. Daimler gründete ein völlig neues Unternehmen für Luxusautos. Die Maybach-Motorenbau GmbH war ursprünglich ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Friedrichshafen (Bodenseekreis). Daimler übernahm die Firma im Jahr 1960 und baut seit 2012 unter dem Namen Mercedes-Maybach exklusive Luxusderivate der Mercedes-Modelle.

Mit dem Concept EQS gab die Daimler AG vor wenigen Tagen einen konkreten Ausblick auf die Elektrifizierung der traditionsreichen Luxusmarke. „Das SUV-Konzeptfahrzeug basiert auf der modularen Architektur für Elektrofahrzeuge der Luxus- und Oberklasse von Mercedes-Benz und führt die Exklusivität von Maybach in eine lokal emissionsfreie Zukunft“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das erste vollelektrische Maybach-Modell wird als „seriennahes Unikat“ bezeichnet und zeigt die typischen Erkennungsmerkmale der Luxusmarke wie eine Zweifarbenlackierung und die verchromten Maybach-Pinstripes an Front und Heck.

Daimler AG: Maybach-EQS als SUV? - „das könnt ihr doch besser“

Bei der neuen elektrischen Business-Limousine EQE der Daimler AG waren sich die Nutzer im Netz größtenteils einig. Das neue E-Auto lässt Fans völlig ausflippen, es könne „die Welt revolutionieren“. Von dem Concept-EQS von Mercedes-Maybach zeigen sich die Nutzer auf der Facebook-Seite von Mercedes-Benz Deutschland dagegen alles andere als überzeugt. „Gibt‘s von euch Elektroautos auch in schön und bezahlbar?“, fragt einer. Ein weiterer Nutzer stimmt zu. „Gibt‘s das auch in schön und als Limousine?“, schreibt er. „Immer diese hässlichen Kisten, ein CW-Wert wie eine Anbauwand.“

Obwohl das Modell als Maybach-Version des EQS konzipiert ist, wird das Auto laut der Daimler AG keine Limousine, sondern ein „vollelektrischer SUV im Luxussegment.“ Die SUV-Modelle (Sport Utility Vehicle) stehen als Verbrenner-Modelle aufgrund der hohen CO2-Belastung in der Kritik. Doch auch die elektrischen Versionen scheinen die Mercedes-Fans nicht zu überzeugen. „Ist das wirklich die Zukunft?“, fragt ein User. „Eine riesige Protzkiste in elektrisch?“. Ein elektrischer Maybach-SUV wäre aber definitiv umweltfreundlicher als die Verbrenner-Modelle. Die meisten Nutzer kritisieren dagegen eher die Optik des Concept EQS. „Sieht aus wie eine rund gelutschte Schrankwand“, schreibt einer. „Das könnt ihr doch besser, ein Maybach ist das nicht.“

Daimler AG: E-Portfolio nur im Luxusbereich - kein Einstiegsmodell

Zum Ende vergangenen Jahres kündigte die Daimler AG an, mit der Traditionsmarke Mercedes-Benz wieder voll auf Luxus setzen zu wollen. Hinter Daimlers Luxusautos steckt jedoch ein Discounter-Trick. Statt Absatzziele zu erreichen, will der Autobauer den Deckungsbeitrag je verkauftem Fahrzeug steigern und allgemein die Kosten senken. Die Luxusstrategie von Daimler erntete viel Kritik. Die Ausrichtung auf hochpreisige Fahrzeuge zeigt sich jedoch auch im Elektro-Portfolio der Stuttgarter. Mit dem EQS und dem EQE bietet Mercedes zwei elektrische Limousinen an. Daneben beinhaltet die Palette noch die SUV EQA, EQC und EQB sowie den elektrischen Kleinwagen Smart.

Ein Einsteigermodell wie die A-Klasse bei den Verbrenner-Modellen fehlt im Elektro-Portfolio der Daimler AG dagegen vollkommen und auch die C-Klasse ist kein E-Auto, sondern ein Plug-in-Hybrid. Weil Daimler damit ein wichtiges Segment, das der preisgünstigeren Einstiegsmodelle, weitgehend umbesetzt lässt, sagte ein Autoexperte: „Daimler kapituliert vor Tesla“. Der große Konkurrent und vermeintliche E-Auto-Marktführer aus den USA will nämlich E-Autos bauen, die für jeden erschwinglich sind. Obwohl die S-Klasse und die E-Klasse, und demnach auch der EQS und der EQE, von Mercedes als Luxus-Limousinen angesehen werden können, verspricht die Elektrifizierung der Marke Maybach noch mehr Luxus und ist damit wohl nur für die wenigsten Kunden erschwinglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare