Kooperation mit China

Daimler macht Kult-Modell zum SUV - Fans entsetzt: „Geht‘s noch hässlicher?“

Smart Fourfour mit geöffneten Türen von oben
+
Die Daimler AG will den Smart als SUV wiederbeleben - hier das Modell Forfour
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Daimler startet gemeinsam mit dem Investor Geely aus China die Produktion. Nun ist die erste Autoklasse aus der Kooperation angekündigt worden.

Stuttgart/Peking - Bei der Daimler AG stehen die Zeichen auf Umschwung. Der Konzern aus Stuttgart stellt die Produktion an vielen Werken auf das E-Auto um und verlegt die Herstellung von Komponenten ins Ausland. Vor allem die Expansion nach China trifft auf Kritik. Das Daimler-Bündnis wird Tausende Mitarbeiter den Job kosten. Neben der Marke Mercedes-Benz ist der Stuttgarter Autobauer vor allem für die Kleinwagensparte Smart bekannt. Bei der Produktion der ikonischen Zweitürer wird sich nun jedoch einiges ändern.

Das Geschäft mit Luxusautos in China boomt und auch die Smart-Produktion verlegte die Daimler AG nach Peking. Zusammen mit dem Investor Geely soll dort der Neuanfang der Marke eingeläutet werden. Erst kürzlich verkaufte der Konzern das Smart-Werk im französischen Hambach an einen britischen Milliardär. Die Produktion der E-Smarts wird nun in China fortgesetzt. Statt eines typischen Modells kündigte Daimler jedoch eine eher ungewöhnliche Fahrzeugklasse an, die für Kritik sorgt.

Daimler AG: Neues E-Smart-Modell aus China wird ein SUV

Die Daimler AG stellte erst kürzlich die neue Strategie für die Marke Mercedes-Benz vor. Im Rahmen der Präsentation kündigte das Unternehmen eine völlig neue Fahrzeugklasse an. Die Mischung aus SUV und Limousine (SUL) stieß auf einige Kritik. Doch auch aus der chinesischen Kooperation soll nun ein SUV entstehen - ausgerechnet beim Smart. Im Gegensatz zur Luxusausrichtung von Mercedes-Benz soll Smart keine Luxusmarke werden, sagte der zuständige Daimler-Manager Daniel Lescow, der Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz). Die technische Orientierung der neuen Modelle komme aus Ningbo, das Design jedoch aus Stuttgart. „Wir wollen erwachsener werden und mehr Premium ausstrahlen“, so Lescow.

Auf die Frage der faz, ob es sich bei dem neuen Modell der Smart-Kooperation zwischen der Daimler AG und Geely wieder um einen klassischen Zweitürer handele, überraschte Lescow mit einer ungewöhnlichen Ankündigung. „Nein“, sagte der Daimler-Manager, „unser erstes Auto wird ein kompaktes SUV.“ Pläne für eine solche Fahrzeugklasse gab es bereits Mitte März, wie das Portal autozeitung.de berichtete. Der Smart-SUV soll im Jahr 2022 auf den Markt kommen und ganz untypisch zu der beliebten Kleinwagenserie vier Türen und eine Länge von über vier Metern haben.

Die Technik kommt dabei vom Autobauer Volvo, der zum Konzern des Daimler-Investors Geely gehört. Die Plattform „Compact Modular Architecture“ (CMA) ist eine Technik-Plattform, die auch den Einbau eines Verbrennermotors erlaubt, wie das Portal weiter berichtete. Smart soll jedoch rein elektrisch bleiben.

Daimler AG: „Geht´s noch hässlicher?“ - neue Smart-Fahrzeugklasse erntet Spott auf Social Media

Mit der Ankündigung des Smart-SUV aus der Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Geely muss sich die Daimler AG einigen Spott in den sozialen Medien gefallen lassen. „Geht‘s noch hässlicher vielleicht? Braucht kein Mensch das Ding“, schrieb ein Nutzer auf Facebook. „Wozu?“, fragte ein anderer.

Einige Nutzer sind auch fassungslos, was die Daimler AG aus den beliebten Kleinwagen machen will. „Ähm, Smart baut jetzt SUV?“, fragt ein User auf Twitter und fügt hinzu: „Die Deutschen werden immer mehr zu aufgedunsenen Kreaturen aus grauer Vorzeit“. Darunter postete der Twitter-Nutzer ein Bild eines klassischen Smart-Modells mit den Worten: „Hier mal ein Bild davon, was der Smart mal war.“

Insgesamt ist es fraglich, wie lange die Daimler AG ihre elektrischen Smart-Modelle überhaupt noch produzieren kann. Nach der Übernahme des Werkes in Hambach kündigte der neue Besitzer Ineos an, die Modelle noch bis 2024 weiter zu bauen. Was dann mit der Reihe „ForTwo“ passiert, ist derzeit nicht bekannt. Der Stuttgarter Konzern wollte sich auf Anfrage des E-Auto-Portals ecomento.de auch nicht dazu äußern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare