Zu hohe Abgaswerte

Daimler muss 30.000 Autos zurückrufen - Kunden sind bisher ahnungslos

Mercedes-Benz GLA laufen über ein Fertigungsband.
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Daimler: Der Autobauer ruft jetzt einige seiner Fahrzeuge zurück.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Bei Daimler hat es eine große Rückruf-Aktion gegeben: Bei 30.000 Autos liegt der ermittelte CO2-Wert vermutlich unter dem tatsächlichen Wert.

Stuttgart - Die Daimler AG muss deutschlandweit 30.000 Autos zurückrufen. Bei den Fahrzeugen sind die Emissionswerte aufgrund eines Fehlers in der Typprüfung nicht korrekt ermittelt worden. Schon vor wenigen Monaten hatte der Autobauer mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart im Rahmen einer Mega-Rückruf-Aktion für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte Daimler 155.000 Fahrzeuge von Mercedes-Benz zurückgerufen.

Gegenüber der Wirtschafts Woche erklärte Daimler den Grund für den Rückruf von 30.000 Fahrzeugen: „Bei Zertifizierungsmessungen auf dem Prüfstand ist es zu Ungenauigkeiten gekommen.“ Der ermittelte Emissionswert für die entsprechenden Fahrzeuge könne „geringfügig unter dem tatsächlichen Wert liegen.“ Betroffen sind laut Daimler Varianten der A- und B-Klasse sowie des CLA mit der Abgasnorm Euro 5, die zwischen März 2012 und April 2015 produziert wurden. Wie das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hinzufügte, handelt es sich um Autos mit dem Motor OM607.

Daimler-Rückruf: Bei 30.000 Autos wohl falsche Abgaswerte gemessen

Das Problem bei den Messungen laut BMVI: Der Prüfstandslüfter in den Autos sei nicht korrekt aufgestellt und die Temperaturen deshalb zu hoch gewesen. „In der Folge konnten die Emissionswerte in der Typprüfung nicht korrekt ermittelt werden“, teilte das BMVI der WirtschaftsWoche mit. Es handle sich aber nicht um unzulässige Abschalteinrichtungen, betonte die Daimler AG.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) forderte Daimler auf, die Abweichung in der Produktion zu beseitigen. „Wir haben das KBA proaktiv über die Ursache des Fehlers informiert“, so der Autobauer. Bislang ahnungslos sind die betroffenen Kunden, die Daimler umgehend anschreiben möchte.

Wegen des Coronavirus steckt Daimler wie viele Autobauer in der Krise. Der Konzern muss nun ein noch strengeres Sparprogramm verfolgen, als es ohnehin schon von Daimler-CEO Ola Källenius angekündigt wurde.

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