Fokus auf E-Autos

Mercedes-Benz gibt E-Auto-Alternative auf, die lange aussichtsreich schien

Frontansicht eines Mercedes GLC F-Cell.
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Mercedes-Benz richtet den vollen Fokus auf E-Autos aus. Die ambitionierten Pläne eines Wasserstoff-Antriebs werden eingestampft.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Mercedes-Benz forscht bereits seit den 90er Jahren am Wasserstoff-Antrieb. Die ambitionierten Pläne stellen die Stuttgarter jetzt jedoch zurück und setzen voll auf das E-Auto.

Stuttgart - Die Abkehr vom Verbrenner ist für die Mercedes-Benz AG beschlossene Sache. Bereits vor einigen Monaten verkündete die damalige Daimler AG, der Konzern, den es in dieser Form heute nicht mehr gibt, in Zukunft nur noch batteriebetriebene Modelle bauen zu wollen. Das Unternehmen aus der Landeshauptstadt Stuttgart forschte jedoch bereits seit den 90er Jahren an einer Alternative zu den Benziner- und Dieselmodellen.

Im Bereich der wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen war die Marke mit dem Stern für lange Zeit Vorreiter; inzwischen setzt Mercedes den Fokus jedoch klar auf die E-Mobilität. Das bedeutet jedoch nicht, dass in Zukunft keine wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge mit dem Stern auf den Markt kommen werden.

Mercedes-Benz: Fokus aufs E-Auto statt Wasserstoff

Am 1. Dezember wurde der weltbekannte Konzern, die Daimler AG, offiziell in zwei unabhängige Unternehmen aufgespalten. Die Pkw-Sparte entwickelt als Mercedes-Benz AG weiterhin die bekannten Auto- und Van-Modelle, die Lkw-Sparte baut wirtschaftlich unabhängig als Daimler Truck AG schwere Nutzfahrzeuge und Busse. Die Umbenennung der Daimler AG in die Mercedes-Benz AG soll im Februar erfolgen, doch schon jetzt zeigt sich ein deutlicher Unterschied in der Ausrichtung der beiden Unternehmen mit dem Stern. Mercedes-Benz will dem GLC F-Cell, einem E-Auto-Hybrid mit Brennstoffzelle, keinen Nachfolger liefern, sondern setzt stattdessen verstärkt auf die vollelektrische Modellreihe EQ.

Mit der elektrischen Luxuslimousine EQS leitete Mercedes-Benz eine neue Ära ein. Dem E-Auto-Flaggschiff sollen zahlreiche weitere Modelle folgen. Einen ersten Vorgeschmack lieferten die Schwaben auf der Automesse IAA in München mit der Vorstellung des EQE. Auch von den wasserstoffbasierten Modellen sollten ursprünglich mehrere auf den Markt kommen. Das Unternehmen forschte an Brennstoffzellen-Versionen der Mercedes A- und B-Klasse und brachte im Jahr 2018 den Mercedes GLC F-Cell auf den Markt. Dieser Wasserstoff-SUV wurde laut Business Insider zunächst nur im Leasing angeboten und bereits nach 3.000 produzierten Einheiten eingestellt.

Kein Wasserstoff-Auto von Mercedes-Benz - Daimler Trucks setzt auf Doppelstrategie

Die Brennstoffzellentechnologie soll bei Mercedes-Benz jedoch weiterhin bei der E-Mobilität eine Rolle spielen. „Elektromobilität hat viele Facetten, Wasserstoff gehört dazu“, schreibt das Unternehmen. „Das Potenzial der Brennstoffzellentechnologie und von Wasserstoff als Energiespeicher stehen außer Frage.“ Reine Wasserstoff-Autos, wie sie Autobauer wie Toyota oder Hyundai in Zukunft verstärkt bauen wollen, wird es von Mercedes dagegen wohl nicht geben. Insgesamt glaubt der Großteil der europäischen Konzerne laut Business Insider nicht mehr an den Wasserstoff-Durchbruch im Pkw-Bereich.

Dass Mercedes-Benz den Fokus auf E-Autos und nicht mehr auf wasserstoffbasierte Brennstoffzellen legt, bedeutet jedoch nicht, dass es in Zukunft keine Wasserstoff-Fahrzeuge mit dem Stern geben wird. Die nun wirtschaftlich eigenständige Daimler Truck AG kündigte bereits vor einiger Zeit an, bei den schweren Nutzfahrzeugen auf eine Doppelstrategie setzen zu wollen. Bei leichter Ladung und kurzer Distanz sollen die Fahrzeuge elektrisch angetrieben werden, sagte Truck-Chef Martin Daum. Bei schwerer Ladung und langen Strecken kommt dann aber Wasserstoff in Form der Brennstoffzelle zum Einsatz.

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