Von China überholt

„Pionierarbeit“: Daimler AG setzt auf eine neue Strategie, um nicht wieder abgehängt zu werden

Der Schriftzug „Daimler" und der Mercedes-Stern sind durch eine Scheibe in der Nacht zu sehen.
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Daimler AG: Konzern setzt bei Lastkraftwagen zukünftig auf eine Wasserstoff-Technik.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG mit Hauptsitz in Stuttgart setzt zukünftig auf eine neue Strategie. Im Bereich der Batteriezelle hat sich das Unternehmen abhängen lassen - das soll sich mit der Wasserstoff-Technik nicht wiederholen.

  • Im Bereich der Batteriezelle haben sich deutsche Automobilhersteller abhängen lassen - so auch die Daimler AG.
  • Der Konzern mit Sitz in Stuttgart setzt nun auf die Wasserstoff-Technik. Diese soll jedoch zunächst nur in Lastkraftwagen eingesetzt werden.
  • Der Durchbruch für mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge wird deutlich früher eintreten als erwartet. Daimler investiert Millionen, um vorne mit dabei zu sein.

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in Stuttgart arbeitet weiter an der Zukunft des Automobils. Deshalb setzt der Konzern vermehrt auf moderne Technologien und alternative Antriebe. Erst kürzlich gab das Unternehmen eine Kooperation mit der US-Firma Nvidia bekannt. Bereits ab 2025 plant Daimler, einen Computer in alle Mercedes-Benz Modelle einzubauen. So können die Fahrzeuge ganz einfach mit einem Software-Update aktualisiert werden.

Auf dem Markt der Batteriezelle hat sich die Daimler AG - wie auch andere deutsche Hersteller - abhängen lassen. Sie sind nun auf asiatische Firmen angewiesen, die die Herstellung von Akkus inzwischen dominieren. In der Entwicklung der Wasserstoff-Technik will der Fahrzeughersteller nun nicht den Anschluss verlieren, sondern ganz vorne mit dabei sein. „Deutschland muss als Technologiestandort Vollgas geben, damit nicht dasselbe passiert wie mit der Batteriezelle“, sagte Daimler-Manager Andreas Gorbach der Süddeutschen Zeitung. Die Technik ist jedoch zunächst hauptsächlich für Lastkraftwagen geplant. Die Produktion für das Modell Mercedes-Benz GLC F-Cell wird laut ecomento noch in diesem Jahr eingestellt.

Daimler AG: Fahrzeughersteller aus Stuttgart will mit Wasserstoff-Technik zum Vorreiter werden

Südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart soll ein neuer Standort der Daimler AG errichtet werden. In der neuen Einrichtung im Esslinger Stadtteil Pliensauvorstadt sollen zunächst 100 Ingenieure arbeiten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. An dem neuen Standort würden die Ingenieure in Zukunft an der Technik für hochmoderne Produktionsanlagen mit Reinräumen und Präzisionsgeräten arbeiten, schreibt ecomento. In diesen Anlagen will das Unternehmen Brennstoffzellen für Wasserstoff-Elektro-Lastkraftwagen produzieren. „Das Potenzial der Brennstoffzellentechnologie und von Wasserstoff als Energiespeicher stehen außer Frage“, schreibt der Konzern auf seiner Homepage. Mit Hilfe von Wasserstoff ließen sich die klimaschädlichen CO2-Emissionen deutlich senken. Der Einsatz eines wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeugs verursache weder lokale Schadstoffe noch Kohlendioxid-Emissionen.

Laut ecomento investiert die Daimler AG mehrere Millionen Euro, um bei der Entwicklung der Brennstoffzellen vorne mit dabei zu sein. „Wir gehen nun konsequent in Richtung Serienfertigung von Brennstoffzellen und leisten damit absolute Pionierarbeit“, sagte Martin Daum, der Chef von Daimler-Trucks, der Süddeutschen Zeitung. Laut der Zeitung ist der Fahrzeughersteller aus Stuttgart fest entschlossen, die Entwicklung der Brennstoffzellen vollständig selbst zu übernehmen. „Wir decken praktisch die gesamte Wertschöpfung ab, von der Beschichtung der Membrane über die Zelle bis zum Stack und Aggregat“, sagte Gorbach.

Daimler AG: Konzern plant Expansion in neue Märkte

Bereits im April meldete die Daimler AG eine Kooperation mit der Volvo Group. Das Gemeinschaftsunternehmen Joint-Venture soll Brennstoffzellen-Systeme für unter anderem den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen entwickeln, produzieren und vermarkten, wie ecomento berichtet. Joint-Venture soll bereits in diesem Jahr starten.

Die Daimler AG plant, auch in neue Märkte zu expandieren, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die entwickelten Brennstoffzellen sollen stationär auch als Notstromaggregate für Datenzentren von Firmen wie Google oder Amazon dienen. „Dieser Markt hat ein enormes Potenzial“, sagte Gorbach. Der Bedarf an solchen Datenzentren wachse zum einen immer mehr, zum anderen seien auch viele Unternehmen und Regierungen an einer Verringerung des CO2-Ausstoßes interessiert. „Wasserstoff ist hier eine hervorragende Lösung“, sagte Gorbach der Süddeutschen Zeitung. Gemeinsam mit dem Unternehmen Rolls-Royce Power Systems mit Sitz in Friedrichshafen am Bodensee arbeitet der Autobauer an einer stationären Lösung.

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