Zerstörungsorgie

Daimler: Ex-Mitarbeiter zerstört mit Bagger 50 nagelneue Mercedes-Benz

Bild der Zerstörung: Eine V-Klasse liegt quer auf dem Dach der andere beschädigten Fahrzeuge
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Im Werk der Daimler AG in Vitoria zerstörte ein frustrierter Ex-Mitarbeiter neue V-Klassen mit einem Bagger
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Die Daimler AG betreibt ein Werk in Vitoria, Spanien. Dort ließ es ein Ex-Mitarbeiter aus Wut richtig krachen - er zerstörte mit einem Bagger 50 neue Fahrzeuge von Mercedes-Benz. 

Stuttgart/Vitoria - Bei der Daimler AG kriselt es aktuell an mehreren Fronten. Durch Altlasten, den Umbau hin zum E-Auto-Hersteller und die Corona-Pandemie ist der Konzern gezwungen, einen harten Sparplan zu verfolgen. Das hat für Tausende Mitarbeiter fatale Folgen. Die Umstrukturierung auf die Produktion von E-Autos führt zu massivem Stellenabbau in Werken auf der ganzen Welt. So soll beispielsweise eines der wichtigsten Werke der Daimler AG massiv eingedampft werden und das Werk in Berlin stellt die Produktion von Verbrennern ein. Der Konkurrenzdruck durch Tesla wird immer stärker und nun steigt auch Apple in die E-Auto-Branche ein und lässt Daimler, BMW und Co. zittern.

Viele Mitarbeiter der Daimler AG sind wegen der Umstrukturierung und des Stellenabbaus weltweit frustriert. Und der Frust treibt manch einen Mitarbeiter mitunter zu fragwürdigen Aktionen.

Ein Ex-Mitarbeiter des Daimler-Werks in Vitoria (Spanien), in dem Mercedes-Benz-Modelle produziert werden, verwandelte seinen Frust kurz vor Neujahr in eine Zerstörungsorgie. Er fuhr mit einem Bagger 50 neue Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz kaputt, wie n-tv.de mit Berufung auf die spanische Lokalpresse berichtete. Warum genau ihn die Wut gepackt hat, ist jedoch nicht bekannt.

Daimler AG: Ex-Mitarbeiter zerstört über 50 Neuwagen von Mercedes-Benz

Die Daimler AG mit Hauptsitz in Stuttgart ist zwar weltweit für die Autos der Marke Mercedes-Benz bekannt, produziert jedoch auch andere Fahrzeugklassen. Das Werk im nordspanischen Vitoria ist nach Angaben des Konzerns das zweitgrößte Transporterwerk des Unternehmens. In der Fabrik werden hauptsächlich die Midsize-Vans Vito und die V-Klasse gebaut. Der Ex-Mitarbeiter des Werks richtete kurz vor Neujahr einen Schaden von mehreren Millionen Euro an, wie die Lokalpresse berichtet.

Laut der spanischen Polizei habe der Mann einen Bagger von einer Baustelle im rund 21 Kilometer entfernten Ort Legutiano gestohlen und sei die ganze Strecke bis zum Transporterwerk der Daimler AG mit dem Baufahrzeug gefahren. Dabei habe der nicht für den Straßenverkehr gedachte Bagger auch Straßenschäden verursacht. Mit dem schweren Fahrzeug durchbrach der ehemalige Mitarbeiter nachts das Tor des Werksgeländes.

Auf dem Parkplatz der Daimler-Fabrik habe der Ex-Mitarbeiter anschließend rund 50 neue V-Klassen von Mercedes-Benz mit dem entwendeten Bagger zu Schrott gefahren, sagte ein Polizeisprecher laut n-tv.de. Ein Gewerkschaftsvertreter gab die Zahl der zerstörten Fahrzeuge sogar mit 69 an.

Daimler AG: Mann verursacht aus Frust Schaden in Millionenhöhe

Bereits in der Vergangenheit machten Mitarbeiter der Daimler AG ihrem Frust deutlich - häufig wegen des massiven Stellenabbaus und den Sparplan der Konzernführung. In Berlin legten Mitarbeiter kürzlich zeitweise ein ganzes Werk der Daimler AG lahm, und auch vor der Konzernzentrale in Untertürkheim kämpften Daimler-Mitarbeiter mit einer bewegenden Aktion um ihre Jobs.

Der Ex-Mitarbeiter in Vitoria wählte dagegen eine ganz andere Maßnahme, um seinem Frust Luft zu machen. Bilder aus den sozialen Netzwerken zeigten nach der Tat ein Bild der Zerstörung. Unzählige komplett zerstörte Vans sind zu sehen, einige sogar übereinandergestapelt. Laut n-tv.de kamen bei der Aktion jedoch keine Menschen zu Schaden.

Laut Gewerkschaftsvertreter habe der offenbar „frustrierte“ Mann von 2016 bis 2017 in dem Werk der Daimler AG im spanischen Vitoria gearbeitet. Auf der Seite von Mercedes-Benz wird der Kaufpreis einer neuen V-Klasse mit mindestens 37.000 Euro angegeben, je nach Ausstattung kann der Preis auch höher liegen. Die rund 50 komplett zerstörten Neuwagen in Vitoria entsprechen demnach einem Schaden von mindestens rund zwei Millionen Euro. Die lokale Presse gibt den durch die nächtliche Zerstörung entstandenen Schaden dagegen sogar mit bis zu fünf Millionen Euro an.

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Kommentare

Mox Well
(0)(0)

Wow wie sinnvoll, der Schaden wird durch die Versicherung reguliert und zivilrechtlich wird der Gute selbst zur Kasse gebeten.