„Scharfer, solidarischer Lockdown“

Daimler-Mitarbeiter fordert radikalen Lockdown für die Wirtschaft - „man steckt sich in Betrieben an“

Ein Mitarbeiter der Daimler AG hat in der Produktion der S-Klasse einen Mundschutz an.
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In den Werken und Betrieben stecken sich viele Mitarbeiter an, sagt ein Daimler-Ersatzbetriebsrat - ebenso wie auf dem Weg zur Arbeit. (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Initiative „Zero Covid“ demonstrierte Mitte März auf dem Stuttgarter Schlossplatz für einen härteren Lockdown. Unter ihnen war auch ein Mitarbeiter der Daimler AG.

Stuttgart - Im Kampf gegen die Pandemie positioniert sich die Gruppe „Zero Covid“ ganz klar: Sie will den kompletten Lockdown, auch für die Wirtschaft - bis es keine Neuinfektionen mehr gibt. „Das Ziel darf nicht in 200, 50 oder 25 Neuinfektionen bestehen - es muss Null sein“, lautet die Ansage der Initiative auf ihrer Website. Rund 40 Vertreter von Zero Covid kamen am Mittwoch, dem 10. März, in der Landeshauptstadt Stuttgart zusammen und demonstrierten für einen konsequenteren Lockdown. Unter ihnen war auch ein Ersatzbetriebsrat der Daimler AG.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, fordern die Aktivisten einen radikalen Strategiewechsel und einen Lockdown, der auch für Wirtschaftsunternehmen gilt. Gerade in Unternehmen wie Daimler sei die Inzidenz verglichen mit den für Städte und Kreise angegebenen Zahlen doppelt so hoch, betonte der Ersatzbetriebsrat von Daimler auf der Demo gegenüber der Zeitung. „Das zeigt: Man steckt sich in den Betrieben an.“

Zero Covid: Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg gehen nicht weit genug

Mit ihrer Forderung wollen die Zero-Covid-Aktivisten nicht nur das Coronavirus in Baden-Württemberg stoppen, sondern in ganz Europa. Maßnahmen zum Infektionsschutz gehen ihnen nicht weit genug. Zwar sehe man die fatalen Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft, weitaus schlimmer sei jedoch die Gefährdung der Gesundheit, wie eine Rednerin auf der Demonstration laut Stuttgarter Zeitung betonte. Schließungen der Betriebe sieht sie hingegen als eine Chance, „das Virus auszurotten“.

Die Zero-Covid-Aktivisten beäugen die Entwicklungen in der Landesstadt und darüber hinaus kritisch. Auch, dass im März alle Schulen im Land wieder öffnen sollen, können die Aktivisten nicht nachvollziehen. Eine Vertreterin der kommunistischen Jugendorganisation „Revolution“ sagte der Stuttgarter Zeitung, sie sehe als Motiv hinter den Schulöffnungen vor allem ein kapitalistisches Interesse, die Eltern der Kinder wieder in Arbeitsprozesse einzubinden.

Während in ganz Deutschland über weitere Lockerungen der Corona-Regeln diskutiert wird, warnen andere vor einer dritten Welle - so auch ein Experte, der für Stuttgart ein erschreckendes Corona-Szenario im April zeichnete. In Stuttgart öffnen neben dem Einzelhandel auch Museen und Zoos.

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