Aus der Krise katapultiert

Daimler macht in nur drei Monaten 4,4 Milliarden Euro Gewinn - weil China boomt

Das Daimler-Logo auf einem Firmengebäude in Stuttgart.
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Die Daimler AG vervielfacht ihren Gewinn im ersten Quartal 2021.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Bei der Daimler AG ist keine Spur mehr von Krise. Schon im ersten Quartal 2021 hat der Autobauer gewinntechnisch das gesamte Vorjahr überholt.

Stuttgart - Bereits die ersten Eckdaten der Quartalszahlen, die die Daimler AG Anfang April verkündete, ließen es vermuten. Das nun vorgestellte Zahlenwerk bestätigt es: Beim Dax-Konzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart ist von einer Krise keine Spur mehr.

In den ersten drei Monaten 2021 hat sich das Unternehmen regelrecht aus der Krise katapultiert. Laut einem Bericht des Handelsblatts fuhr die Daimler AG in den ersten drei Monaten 2021 einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden Euro ein, was rund 26 Mal so viel ist wie im Vorjahreszeitraum. Zudem konnte der Konzern allein im ersten Quartal rund 400 Millionen Euro mehr verdienen als im gesamten vorausgegangenen Kalenderjahr. Damit haben die Stuttgarter bereits jetzt das vergangene Jahr, das von der Corona-Krise getrübt war, gewinntechnisch überholt.

Daimler AG: Die Prognose für 2021 wurde erhöht

Auch Absatz und Umsatz stiegen. Weltweit verkaufte der Konzern 729.000 Autos, Kleintransporter, Lastwagen und Busse. Unter anderem konnte Daimler auch mehr als doppelt so viele E-Autos verkaufen. Unterm Strich steht somit ein Plus von 13 Prozent. Der Umsatz lag bei rund 41 Milliarden Euro - eine Steigerung von vier Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Damit nicht genug: Der Konzern blickt auch in eine aussichtsreiche Zukunft. Die Prognose für 2021 ist erhöht worden. Statt von nur zehn Prozent gehen die Stuttgarter nun von zwölf Prozent Umsatzrendite in der Kernsparte Mercedes-Benz aus.

„Nach diesem vielversprechenden Start sind wir sehr zuversichtlich, dass wir bei der nachhaltigen Verbesserung unserer Renditen weiterhin schnell vorankommen, während wir gleichzeitig unser Elektro-Fahrzeugportfolio weiter ausbauen“, erklärte Finanzchef Harald Wilhelm am Freitag vor Journalisten.

Daimler AG: Vor allem in China läuft das Geschäft gut

Der Rückenwind für den Konzern kommt dabei insbesondere aus Fernost. In China boomt das Geschäft mit Luxusautos für Daimler. Fast 38 Prozent seiner Neuwagen verkauft der schwäbische Autohersteller laut Handelsblatt im Reich der Mitte. Der China-Anteil am Gesamtabsatz von Mercedes-Benz ist demnach auf einem Allzeithoch. Einige Experten halten Daimlers Abhängigkeit von China allerdings für gefährlich.

Während es in Asien für den Autohersteller blendend läuft, zeichnet sich die Situation in der deutschen Heimat angespannter ab. Die Folgen des Coronavirus auf die Wirtschaft sind verheerend. Um die Auswirkungen abzumildern, hatte die Bundesregierung bereits im Juni 2020 ein Konjunkturpaket verabschiedet. Eine Prämie für E-Autos ist darin vorgesehen, nicht aber für den Verbrenner, an dem viele Jobs in Deutschland hängen. Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht zeigte sich besorgt. Der Daimler sei „massiv bedroht“.

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