„Erhöhte Brandgefahr“

Daimler: Bei zahlreichen E-Autos besteht „Brandgefahr“ - gefährlicher Defekt

Ein Mercedes EQC fährt auf einer Straße
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Mehr als tausend EQC-Modelle musste Daimler rückrufen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Die Daimler AG startet einen Rückruf für mehr als Tausend EQC. Schuld ist das undichte Batteriegehäuse. Laut Kraftfahrtbundesamt besteht „erhöhte Brandgefahr“.

Stuttgart - Die Daimler AG ruft Modelle des vollelektrisch betriebenen EQC zurück. Betroffen ist die Hochvoltbatterie des SUV, die unzureichend abgedeckt ist. Laut den Informationen des Kraftfahrtbundesamtes kann es demnach bei Korrosion zu einem Eintritt von Feuchtigkeit kommen. Das führe zum einen dazu, dass ein Wiederstart des Autos nicht möglich wäre. Darüber hinaus „besteht erhöhte Brandgefahr“, heißt es. Vom Rückruf sind weltweit 1463, in Deutschland 136 Fahrzeuge des Baujahres 2019 betroffen. Zu einem Personenschaden ist es bisher noch nicht gekommen.

Der EQC ist einer der ersten reinen E-Autos des Autobauers aus der Landeshauptstadt Stuttgart. Seitdem er auf dem Markt ist, stellt er für Daimler allerdings eine Enttäuschung dar. Mit großen Hoffnungen angekündigt, brachte es der SUV weltweit auf einen Absatz von 20.000 - nur ein Drittel des erhofften Ziels und deutlich weniger als bei vergleichbaren Modellen der Konkurrenz.

Daimler AG: Auch zwei E-Transporter wurden aufgrund des gleichen Fehlers zurückgerufen

Den US-Start des intern als „Rohrkrepierer“ bezeichneten Flop-SUV verschob Daimler in der Folge mehrmals. Mit der elektrischen Variante der S-Klasse allerdings, die zuletzt in der EQ-Reihe auf den Markt kam, stehen die Stuttgarter wieder besser da: Der EQS soll zum Super-Konkurrenten für Tesla werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein E-Auto von Daimler in die Werkstatt zurückgerufen wird. Dazu kommt es auch aufgrund kleinerer Mängel. Kurios ist dennoch, dass der letzte Rückruf im Januar den eSprinter und den eVito betraf, und es sich dabei um das gleiche Problem wie beim EQC handelte. Auch bei den beiden Transportern war die Abdichtung des Hochvoltbatteriegehäuses nicht ausreichend. Weltweit waren 1.910 Fahrzeuge betroffen, allein 1.353 davon in Deutschland. Auch damals war von einer Brandgefahr die Rede.

Daimler AG: Die Löschung der E-Autos ist aufwendiger als beim Verbrenner

Geht ein E-Auto in Flammen auf, ist das entstehende Feuer weitaus aufwendiger zu löschen als bei einem herkömmlichen Verbrenner. Grund dafür sind die großen Batterien, die sich in Form von Kettenreaktionen immer wieder neu entzünden können. Daher müssen sie mit enormen Mengen an Wasser gekühlt werden, was viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Das zeigte auch ein hochgefährlicher Vorfall mit einem E-Mercedes an einer Ladestation.

Zuletzt erst kam es zu einem weiteren gefährlichen Vorfall in einem Postzentrum, bei dem zwei E-Autos völlig ausbrannten. Der Feuerwehr aus Staufen im Breisgau gelang es mit Löschschaum, die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Anschließend mussten die Fahrzeuge in speziellen Containern, die mit Wasser gefüllt werden, 24 Stunden lang ausgekühlt werden.

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