„Kern unserer Marke“

„Fette Margen“: Daimler will Sportwagen weiter als Verbrenner verkaufen

Mercedes-AMG GT Black Series auf der Nürburgring-Nordschleife.
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Ganz vom Verbrenner verabschieden möchte sich die Daimler-Sportwagentochter Mercedes-AMG noch nicht.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Während bei der Daimler AG alle Weichen für die E-Mobilität gestellt werden, hält man bei den Sportwagen der Tochter AMG noch so lange wie möglich am Verbrenner fest.

Stuttgart - Die Marke Mercedes-AMG bringt der Daimler AG jährlich große Gewinne ein. Eigentlich steht der Sportwagen, der in Affalterbach nahe der Landeshauptstadt Stuttgart produziert wird, in Sachen Umweltverschmutzung nicht gerade vorbildlich da. Dennoch will AMG offenbar erstmal am Verbrenner festhalten.

Laut dem Handelsblatt werfe die Daimler-Tochter AMG jährlich „fette zweistellige Margen“ ab, wie es in Konzernkreisen heiße. Gleichzeitig erfülle kein einziges AMG-Modell die europäischen CO2-Grenzwerte. Das bringt den Autobauer sichtlich in einen Konflikt - Klimaschutz und Gewinnoptimierung müssen Hand in Hand gehen.

Daimler AG: Mercedes-AMG-Chef will „alles dafür tun, um den Motor noch so lange wie möglich anbieten zu können“

Schon bis zum Jahr 2030 will die Daimler AG bereits die Hälfte ihrer Fahrzeuge mit elektrischem oder hybridem Antrieb ausstatten. CEO Ola Källenius kündigte an, dieses Ziel sogar nochmal überbieten - und damit den Verbrenner bei Daimler noch früher abzuschaffen als erwartet.

„Der Trend hin zu elektrischen Antrieben ist unumkehrbar“, bestätigte auch der neue Geschäftsführer von Mercedes-AMG, Philipp Schiemer, dem Handelsblatt. Dennoch lässt er anklingen, dass neben Stromern auch weiterhin Verbrenner auf den Markt kommen - in Form von Plug-In-Hybriden. „Wir sehen den Achtzylinder als Kern unserer Marke und werden alles dafür tun, um den Motor noch so lange wie möglich anbieten zu können“, so Schiemer.

Daimler AG: Mercedes-AMG-Chef erklärt, dass Zielgruppe am Achtzylinder hängt

Im Gespräch mit dem Handelsblatt betonte der AMG-Chef auch, dass gerade die Zielgruppe aus dem Ausland - wie USA, China, Japan oder Australien, sehr am Achtzylinder-Aggregat hänge. „Und man darf nicht vergessen: Nicht überall wird der Schwenk hin zur Elektromobilität so schnell vonstatten gehen wie in Europa.“

Bei neuen Modellen von AMG wird es den Achtzylinder stets in Verbindung mit einem Elektromotor auf der Hinterachse geben. Das soll aber keineswegs bedeuten, dass die Leistungswerte gegenüber aktuellen Modellen abnehmen wird. Im Gegenteil: AMG verspricht, das Leistungsniveau bisheriger Modelle aufrechtzuerhalten und sogar zu steigern.

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