Mercedes und der Luxus

Hinter Daimlers neuen Luxusautos steckt in Wahrheit ein Discounter-Trick

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Die Daimler AG befindet sich im Wandel zur E-Mobilität und will mit der Marke Mercedes-Benz wieder voll auf Luxus setzen - dahinter steckt allerdings ein eiskalt berechneter Plan.

Stuttgart - Bei der Daimler AG liegt der Fokus auf dem Wandel zur E-Mobilität. Zeitgleich fährt der Konzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart jedoch noch immer einen strengen Sparplan, mit dem CEO Ola Källenius die zurückgelassenen Altlasten seines Vorgängers Dieter Zetsche aufarbeiten will. Zu den Sparmaßnahmen kommen aktuell noch die massiven wirtschaftlichen Probleme durch das Coronavirus.

Der Weg aus der Krise ist lang und steinig. Die Daimler AG will ihn mit einer neuen Strategie meistern: Der Konzern kündigte an, bei der Marke Mercedes-Benz wieder voll auf Luxus setzen zu wollen. Die neue Mercedes-Strategie erntete viel Kritik.

Doch bei den Investoren kam die Trendwende sehr gut an. Die Daimler-Aktie stieg massiv. Für Begeisterung sorgt die neue Mercedes-Strategie nicht nur wegen der Rückbesinnung auf Luxus und dem neuen Fokus auf E-Mobilität. Überzeugend klingt für die Aktionäre vor allem ein Discounter-Prinzip, das hinter der Strategie steht - wie das Finanzportal onvista.de berichtet.

Daimler AG: Mercedes-Benz, Luxus und E-Mobilität - dahinter steckt ein ganz anderer Plan

Die Daimler AG befindet sich bei der E-Mobilität im Konkurrenzkampf mit dem US-Konzern Tesla und produziert drei völlig neue E-Auto-Modelle ab 2021. Tesla-Chef Elon Musk sieht deshalb einige Anknüpfungspunkte und könnte sich sogar eine Fusion mit Daimler vorstellen. Die Aussicht auf eine Übernahme beunruhigt Daimler-Mitarbeiter schon länger.

Erst kürzlich zeigte eine Entscheidung von Daimler, wie verzweifelt der Konzern mittlerweile ist.

Damit die Daimler AG weiterhin auf eigenen Beinen stehen kann, verfolgt der Konzern nun eine eiskalt kalkulierte Strategie: Laut einer Investorenpräsentation der Daimler AG sollen Absatzziele zukünftig nicht mehr im Vordergrund stehen. Vielmehr gelte es, den Deckungsbeitrag je verkauftem Fahrzeug zu steigern und allgemein die Kosten zu senken, wie onvista.de berichtet. Obwohl das Geschäft mit Luxusautos in China boomt und die Elektrooffensive in vollem Gange zu sein scheint, heißt es bei dem Stuttgarter Konzern noch immer: Sparen.

Um das zu erreichen, will die Führungsebene um Konzernboss Ola Källenius laut onvista.de die Komplexität reduzieren. Im Detail bedeutet das, dass Plattformen, Modell-Varianten und auch Einzelteile eingespart werden sollen. Eine neue Elektro-Architektur solle beispielsweise dafür sorgen, dass jede Menge kleine Steuerungsgeräte wegfallen, wie das Finanzportal weiter berichtet.

Daimler AG: Plan von Ola Källenius - Submarken als Luxus positionieren

Um die Kapazitäten zu senken und dadurch auch die Kosten, werden bei der Daimler AG die Forschungsausgaben reduziert. Der Autobauer teilte erst kürzlich mit, das Innovationslabor „Lab 1886“ an einen Investor verkauft zu haben. Das beweist, wie verzweifelt Daimler inzwischen einspart. Weitere Fixkosten in der Produktion, der Verwaltung und im Vertrieb sollen wegfallen, wie onvista.de berichtet.

Mit luxuriösen E-Autos wie dem EQC will die Daimler AG künftig Kasse machen

Der steigenden Nachfrage im Luxussegment will der Stuttgarter Autobauer mit neuen Modellen begegnen. So stellte die Daimler AG eine komplett neue Fahrzeugklasse vor - eine Mischung aus Limousine und SUV. Daneben hat Källenius auch die Submarken des Konzerns ausgebaut, wie onvista.de berichtet. AMG, Maybach, G und EQ sollen in Zukunft klar definierte Kundensegmente ansprechen und sind deutlich als Luxusmarken ausgelegt.

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