Shared Mobility

Daimler-Chef Ola Källenius macht überraschende Prognose zur Zeit nach Corona

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Die Daimler AG kämpft um ihre Zukunft. Der Wandel hin zum E-Auto kostet Milliarden und vernichtet Jobs. Nun machte CEO Ola Källenius eine unerwartete Vorhersage.

Stuttgart - Die Daimler AG will führend in den Bereichen E-Mobilität und Fahrzeug-Software werden. Mit dem waghalsigen Schritt sagt Daimler Tesla und Google den Kampf an. Bei der zuletzt präsentierten Strategie für Daimler-Tochter Mercedes-Benz wurde ein anderes Feld hingegen eher stiefmütterlich behandelt.

Denn mit BMW kooperiert Daimler eigentlich beim Carsharing. Doch wie es in Zukunft mit dem Carsharing und anderen Shared Mobility-Konzepten bei Daimler aussieht, ist fraglich. Dabei hat Daimler-CEO Ola Källenius laut Handelsblatt gerade erst bestätigt, dass auch er dieses Segment für einen Wachstumsmarkt hält.

Daimler AG: Ola Källenius glaubt an Carsharing - doch dessen Zukunft beim Konzern ist offen

Neben Carsharing gehören auch Fahrdienstleistungen zum Bereich Shared Mobility. Doch von letzteren scheint sich Daimler eher trennen zu wollen, obwohl das Geschäft bald 2.350 Milliarden Euro wert sein soll. Angeblich gibt es sogar schon erste Angebote für Free Now, das Gemeinschaftsprojekt von Daimler und BMW.

Der US-Konzern Uber soll bereit sein, eine Milliarde für die Daimler-Sparte zu zahlen. Doch offenbar will Daimler nicht nur wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage verkaufen. Grund könnte auch die Strategie von Daimler sein, die Mitarbeiter „chaotisch“ und „unrealistisch“ beschreiben.

Aus Daimlers car2go wurde durch die Kooperation mit BMW Share Now. Ola Källenius prophezeit dem Carsharing ein Wachstum - der Konzern verabschiedet sich wohl trotzdem davon (Symbolbild).

Geht es nach Daimler-CEO Ola Källenius, liegt die momentan schlechte Situation der Mobilitätsdienste hauptsächlich in der Corona-Pandemie begründet. Doch dies „ändert nichts daran, dass Shared Mobility ein Marktsegment ist, das in Zukunft wachsen wird“, erklärte Ola Källenius laut Handelsblatt.

Shared Mobility bei der Daimler AG: Beratungsunternehmen widerspricht Ola Källenius

Laut Handelsblatt sieht das Beratungsunternehmen MHP das jedoch anders. Denn das Ergebnis einer Umfrage in Deutschlands 15 größten Städten lässt eher wenig Hoffnung für Shared Mobility übrig. Demnach seien die Angebote zwar 80 Prozent der Befragten bekannt. Dem gegenüber stehen aber mickrige 16 Prozent, welche die Angebote auch nutzen.

Die Frage nach künftigem Interesse an den Diensten lasse keinen deutlichen Anstieg der Nutzer erwarten, so MHP. „Eine Herausforderung beim Carsharing ist, wie pfleglich mit den Fahrzeugen umgegangen wird“, so das Beratungsunternehmen. Außerdem sei gemeinsames Fahren mit fremden Menschen für viele keine angenehme Vorstellung.

Auch Daimler-Chef Ola Källenius äußert sich trotz Wachstumsprognose eher vage in Bezug auf die Zukunft von Mobilitätsdiensten. Bis jetzt habe es für alle kleinen und großen Anbieter auf dem Markt ein Jahrzehnt der Investitionen gegeben. „Das Ernten kommt vielleicht in der nächsten Dekade“, so Ola Källenius laut Handelsblatt.

Entsprechend skeptisch fällt auch das Fazit zu Daimler beim Handelsblatt aus: „Angesichts des Finanzdrucks durch die Corona-Krise und die Wende zur Elektromobilität ist fraglich, ob sie an den defizitären Mobilitätsdiensten festhalten.“

Rubriklistenbild: © Lennart Stock/dpa/picture alliance

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