Wandel in der Lkw-Sparte

„Leider unvermeidlich“: Daimler bestätigt massiven Stellenabbau in einem der ältesten Werke

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Die Daimler AG strukturiert die Produktion auf die E-Mobilität um, dadurch sind Tausende Jobs in Gefahr - ein Werk in Baden-Württemberg ist besonders betroffen.

Stuttgart/Gaggenau - Die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart befindet sich im Wandel. Im Rahmen der Umstrukturierung auf die E-Mobilität sind Tausende Jobs in verschiedenen Werken in Gefahr. So soll beispielsweise eines der wichtigsten Werke in Untertürkheim massiv eingestampft werden und auch das älteste deutsche Werk in Berlin stellt nach 118 Jahren die Produktion von Verbrennern ein.

Für den Stuttgarter Autobauer kommt die Umstrukturierung möglicherweise zum richtigen Zeitpunkt, die EU plant bereits, den Verbrenner zu verbieten. Für die Mitarbeiter ist der Wandel jedoch alles andere als erfreulich.

Ausgebremst: Für die Daimler AG steht die Ampel auf rot

Die Mitarbeiter des Werkes der Daimler AG in Berlin-Marienfelde sind entsetzt über die Quasi-Schließung und wollen sich das nicht gefallen lassen. Für besonderen Unmut sorgte der kommunizierte Weggang des bisherigen Werksleiters zu Tesla. Doch nicht nur die Auto-Sparte des Fahrzeugherstellers ist von Umstrukturierung und Jobverlust betroffen, auch bei der Produktion von Lastwagen werden viele Stellen entfallen. Besonders betrifft dies das Werk der Daimler Truck AG in Gaggenau (Kreis Rastatt), wie die Badische Neuste Nachrichten (BNN) berichteten. Das Werk nahm bereits im Jahr 1911 die Produktion auf.

Daimler AG: Massiver Stellenabbau in Gaggenau ist „leider unvermeidlich“

Laut Angaben der BNN kündigte Martin Daum, der Chef der Daimler Truck AG, in einem Brief an die Mitarbeiter an, dass die Elektro-Wende auch in der Lastwagen-Sparte massiv Arbeitsplätze kosten werde. Das Werk der Daimler-Tochter Mercedes-Benz in Gaggenau wird davon besonders betroffen sein, wie aus dem Schreiben vom Mittwoch hervorgeht. „Durch die Transformation unserer Industrie können wir in unseren Aggregate-Werken künftig nicht mehr so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen wie heute“, heißt es laut BNN in dem Schreiben. „Das ist leider unvermeidlich.“

In dem Brief an die Mitarbeiter der Daimler AG heißt es weiterhin, man werde den Übergang verantwortungsvoll gestalten, wie BNN berichtet. Am Standort in Gaggenau sind aktuell rund 6.300 Mitarbeiter beschäftigt, das Werk produziert hauptsächlich Getriebe und Achsen für Lastwagen und ist dadurch vom Verbrenner abhängig. Mit der angekündigten Umstrukturierung auf die Produktion von Elektroantrieben werden diese Komponenten nicht mehr benötigt.

Daimler AG: Konzern plant „Kahlschlag“ in Lkw-Sparte - 15.000 Jobs in Gefahr

Das Werk der Daimler AG in Gaggenau ist nur eines von mehreren Werken der Lkw-Sparte des Fahrzeugherstellers, das der Umstrukturierung zum Opfer fallen wird. Daimler bereitet aktuell einen „Kahlschlag“ in der Sparte vor, dadurch sind 15.000 Jobs in Gefahr. Der Brief an die Mitarbeiter ist laut BNN eine Reaktion auf ein Schreiben des Betriebsrates, der an den Standorten Gaggenau, Kassel, Mannheim und Wörth bereits vor einem solchen „Kahlschlag“ gewarnt hatte.

„Das können wir so nicht stehen lassen“, schreiben Daum und andere Führungskräfte der Daimler AG in dem aktuellen Schreiben, wie BNN berichtet. Das Wort „Kahlschlag“ würde unterstellen, „dass wir willkürlich Arbeitsplätze abbauen wollen, und das ist schlicht falsch“.

Rubriklistenbild: © Federico GambariniFederico Gambarini/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare