Fabrik in Baden-Württemberg

Daimler: Zukunftstechnologie könnte dem Konzern wahren Geldsegen bescheren

  • Valentin Betz
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Die Daimler AG setzt bei seinen Autos bereits voll auf Elektromobilität. Bei seinen Lastwagen schlägt der Konzern noch eine andere Richtung ein: Wasserstoff. Dafür soll es nun millionenschwere Förderungen geben.

Stuttgart - Angesichts des Klimawandels steht der klassische Verbrennungsmotor vor dem Aus. Fahrzeughersteller wie die Daimler AG arbeiten deshalb inzwischen auf Hochtouren an Alternativen. Bei den Pkw hat die Daimler-Tochter Mercedes-Benz mit dem E-Auto die passende Antwort wohl bereits gefunden. Dabei ist die passende Lösung für den Antrieb der Zukunft gar nicht so einfach zu finden.

Bei ihrer Lkw-Sparte setzt die Daimler AG nämlich auf eine vergessene Alternative zur E-Mobilität. Fahrzeuge der Daimler Truck AG sollen demnach hauptsächlich mithilfe von Wasserstoff angetrieben werden. Finanziell bringt das dem Fahrzeughersteller aus Stuttgart wahrscheinlich einen Geldsegen, wie die Stuttgarter Nachrichten schreiben. Es winken mehrere Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Land.

Daimler AG: Wasserstoff-Technologie soll umfangreich gefördert werden

Erst kürzlich verkündete Daimler, mit einem Konkurrenten gemeinsam die Wasserstoff-Revolution voranzutreiben. Das Joint-Venture „Cellcentric“ mit Volvo soll wasserstoffbasierte Brennstoffzellen für schwere Lastwagen produzieren. Dabei kommt dem Gemeinschaftsprojekt jetzt offenbar die Förderung der Technologie durch die EU, Deutschland und Baden-Württemberg zugute.

Die Stuttgarter Nachrichten berichten, dass die Daimler AG gemeinsam mit Volvo 602 Millionen Euro für den Bau einer riesigen Brennstoffzellenfabrik beantragt hat. Die Fabrik für Wasserstoff-Antriebe könnte demnach sogar in Baden-Württemberg entstehen. Darüber hinaus hat sich die Daimler Truck AG für weitere 403 Millionen Euro Förderung beworben, um damit 100 Brennstoffzellen-Lkw zu entwickeln und zu fertigen.

Daimler AG: EU könnte für Autobauer strenge Subventionsregeln lockern

Das Umweltministerium hat den anderen Ministerien in Baden-Württemberg empfohlen, die Wasserstoff-Strategie von Daimler und anderen Unternehmen im Südwesten zu begrüßen und eine Förderung in Aussicht zu stellen. Sollte die Daimler AG und ihr Joint-Venture „Cellcentric“ die Finanzierung erhalten, würden 70 Prozent davon vom Bund und 30 Prozent von den Ländern getragen.

Der Daimler AG kommt dabei wohl auch die Offenheit der Europäischen Union gegenüber der Wasserstoff-Technologie zugute. Da diese einem gemeinsamen europäischen Interesse unterliege, lockert die EU die ansonsten strengen Subventionsregeln. Insgesamt will der Bund bis zu 5,8 Milliarden Euro zur Förderung von Wasserstoff im Rahmen des EU-Projekts bereitstellen. Zusätzlich mit dem Anteil der Länder befinden sich damit rund acht Milliarden Euro im Fördertopf für Wasserstoff.

Ob die Daimler AG die beantragten Förderungen auch bekommt, ist indes noch nicht in trockenen Tüchern. Das Umweltministerium in Baden-Württemberg rät den anderen Ministerien sich zu beeilen, da der Bund ansonsten die Gelder an Projekte in anderen Bundesländern ausschütten könnte.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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