Manager strotzt vor Optimismus

Daimler fühlt sich Tesla haushoch überlegen: „Kein großer Konkurrent“

Das Mercedes-Benz Konzeptauto Vision EQS
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Die Daimler AG will der führende Hersteller von E-Autos werden.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Tesla gilt für die Stuttgarter Daimler AG im Bereich E-Mobilität als mächtiger Gegenspieler. Ein Top-Manager von Daimler sieht das aber offenbar anders.

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart steckt mitten in der Umstrukturierung. Der Konzern kündigte an, in Zukunft stark auf E-Autos zu setzen und so mit großen Unternehmen wie Tesla zu konkurrieren. Elon Musks Firma ist heute mehr wert als die großen deutschen Autobauer zusammen und will demnächst 20 Millionen Elektroautos bauen. Da kommt die Daimler-Tochter Mercedes Benz bisher nicht mit. Experten glauben gar, dass Daimler für Tesla hochattraktiv als Kaufobjekt ist und die Kalifornier den deutschen Konzern schlucken könnte. Manfred Bischoff, Aufsichtsratsvorsitzender bei Daimler, nimmt Spekulationen wie diesen den Wind aus den Segeln. Er glaubt, dass Daimler Tesla haushoch überlegen ist.

Die Daimler AG baut derzeit drei neue E-Auto-Modelle mit auffallender Ähnlichkeit zu Tesla. In der „Factory 56“ in Sindelfingen bei Stuttgart stellte der Autobauer in diesem Jahr die neue Version der S-Klasse vor. Das Flaggschiff von Mercedes Benz wurde nach der Vorstellung kritisch aufgenommen und stellenweise als „Tesla-Kopie“ bezeichnet. Im Jahr 2021 soll in dem Sindelfinger Werk auch die rein elektrische Version der S-Klasse - die EQS - in Produktion gehen.

Daimler AG: Während E-Sparte zu floppen droht, zeigt sich der Aufsichtsrat selbstbewusst

Mit der neuen Marke EQ will die Daimler-Tochter Mercedes Benz vor allem neue Kundengruppen erreichen. Wie das Handelsblatt berichtete, wird der erste Elektro-SUV EQC jedoch bereits zum Ladenhüter. Nicht einmal 700 EQC sind ein Jahr nach Bestellstart zugelassen worden. Der Vorsprung von E-Auto-Hersteller Tesla zu Daimler und die deutschen Autobauer bleibt weiterhin gewaltig.

Nach Außen hin präsentiert sich Daimler aber optimistisch. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung betonte Daimler-Top-Manager Manfred Bischoff nun: „Was die Qualität und Anmutung insgesamt angeht, ist Tesla für uns kein so großer Konkurrent.“ Vielmehr werde Daimler mit seinem neuen elektrischen Spitzenmodell EQS einen neuen Standard setzen. „Ich bin mir sicher, im oberen Marktsegment werden wir auch bei Elektroautos absolut führend sein“, so Bischoff.

Die Ankündigung von Tesla, bald 20 Millionen Elektroautos zu bauen, lässt den Aufsichtsratsvorsitzenden kalt: „Diese Stückzahl wäre ein völlig unsinniges Ziel für uns. Wir sind kein Massenhersteller.“ Daimler sei dann am besten, wenn man sich auf das Premiumsegment konzentriere. Manfred Bischoff strotzt nur so vor Selbstbewusstsein: „Das Beste oder nichts. Das ist unsere DNA. Wir haben das Auto erfunden. Wir wollen die besten Autos der Welt bauen. Und das werden niemals 20 Millionen Fahrzeuge im Jahr sein.“

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