Konsequenzen drohen

„Sauerei“: US-Regierung sendet deutliche Botschaft an „solche wie Daimler“

Donald Trump zeigt bei einer Rede in die Kamera, daneben der Mercedes-Stern (Fotomontage)
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Botschaft an Daimler: Die US-Regierung von Donald Trump droht dem Fahrzeughersteller
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Daimler AG soll die Abgasnormen der USA umgangen haben. Der Autobauer aus Stuttgart musste deshalb eine Ablösesumme in Milliardenhöhe zahlen. 

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart gehört zu den größten und bekanntesten Fahrzeugherstellern der Welt. Der einstige Branchenpionier musste in jüngster Zeit jedoch massive Rückschläge hinnehmen. Die Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg führten zu einem noch strengeren Sparplan, als ursprünglich von Daimler-Chef Ola Källenius vorgesehen.

Die Daimler AG hat lange auf den Verbrenner gesetzt, weswegen Kritiker dem Konzern eine gewisse Rückständigkeit bescheinigten. Im Zuge des Konjunkturpakets der Bundesregierung, das nur E-Autos und Hybride berücksichtigt, forderte ein SPD-Politiker „Lasst Daimler sterben“ und prangerte gnadenloses Versagen an.

Regierung der USA mit eindeutiger Botschaft an „solche wie Daimler“

Der Abgas-Skandal, auch als Diesel-Affäre bekannt, beschäftigt die Daimler AG seit Jahren. In den USA konnte der Konzern nun einen Streit wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Abgasregeln beilegen. Das kostete den die Daimler AG mehr als zwei Milliarden Dollar (etwa 1,9 Milliarden Euro). Die US-Regierung sieht in der Zahlung ein Schuldeingeständnis und richtet sich mit klarer Botschaft an „solche wie Daimler“.

Die Regierung schickte nicht nur die hohe Rechnung von der US-Hauptstadt in die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, sondern auch einige sehr deutliche Botschaften an die Daimler AG. „Die heutige Einigung mit Daimler sendet eine klare und starke Botschaft an Hersteller und Konsumenten“, sagte Andrew Wheeler, der Chef der obersten Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA), nach Angaben von tagesschau.de.

Das US-amerikanische Justizministerium richtete sogar noch deutlichere Worte an Daimler AG. „An solche wie Daimler, die sich ausgeklügelte Betrugsmethoden ausdenken, geht eine klare Botschaft: Sie verschwenden Ihre Zeit und Ihr Geld und Sie werden erwischt. Außerdem müssen Sie die Sauerei, die Sie angerichtet haben, beseitigen!“, sagte Umwelt-Staatssekretär Jeffrey Clark nach Angaben von tagesschau.de. Die Daimler AG will die Zahlung der Summe jedoch nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen.

Daimler AG: Dem Fahrzeughersteller aus Stuttgart könnten weitere Konsequenzen drohen

Die Daimler AG hat bis zuletzt bestritten, dass die Abgaswerte der Diesel-Fahrzeuge mit einer Betrugssoftware in irgendeiner Weise manipuliert worden seien. Genau das wurde dem Konzern aus Stuttgart jedoch von der US-Regierung vorgeworfen. „Die Umweltbehörde hat herausgefunden, dass die Schadstoff-Messwerte der Daimler-Fahrzeuge mit versteckter Software manipuliert wurden“, sagte Wheeler nach Angaben von tagesschau.de. Daimler verhinderte durch die Zahlung dagegen, die beanstandeten Fahrzeuge von den Kunden zurückkaufen zu müssen.

Durch die Zahlung von mehr als zwei Milliarden Dollar setzte die Daimler AG dem Ermittlungsverfahren ein Ende, das bereits seit 2016 im Gange war. Es könnte jedoch noch immer zu strafrechtlichen Konsequenzen für den Stuttgarter Konzern kommen, wie tagesschau.de berichtet.

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