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„Massenentlassungen“: Daimler-Werk entlässt noch im November 1.300 Mitarbeiter auf einen Schlag

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Von: Valentin Betz

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Die Daimler AG fährt einen strengen Sparkurs. Davon sind in Düsseldorf jetzt sogar Leiharbeiter betroffen. Viele verlieren ihre Jobs. 

Düsseldorf/Stuttgart - Die Kombination aus dem Wandel zur E-Mobilität und den Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg zwingt die Daimler AG zum Sparen. Obwohl die E-Mobilität Daimler & Co. weniger schaden könnte, als angenommen, plant der Konzern aus Stuttgart auch, Stellen abzubauen.

Allein in Stuttgart streicht Daimler 4.000 stellen. Mitarbeiter unterstellen dem Fahrzeughersteller deshalb, aus der Corona-Krise einen Nutzen ziehen zu wollen, um die Produktion ins Ausland zu verlagern. Deshalb versammelten sich vor der Daimler-Zentrale bereits Tausende Mitarbeiter, um bei Kundgebungen auf die Missstände hinzuweisen. An diesem Dienstag waren erneut Kundgebungen vor dem Daimler-Werk in Düsseldorf geplant.

Der Grund: Inzwischen droht in sechs deutschen Daimler-Werken massiver Stellenabbau, 20.000 Arbeitsplätze sind daher bedroht. Wie RP-Online berichtet, stehen jetzt offenbar auch am Daimler-Standort in Düsseldorf zahlreiche Jobs von Leiharbeitern auf dem Spiel. Allerdings hatten die sich schon vor Jahren angekündigt.

Werk der Daimler AG in Düsseldorf: Schon seit Jahren drohen Entlassungen

Eigentlich war schon 2014 der Beschluss bei der Daimler AG gefasst worden, sich von 1.300 Leiharbeitern in Düsseldorf zu trennen, so RP-Online. Damals war eine Kooperation mit VW ausgelaufen. Zudem hatte der Konzern ein Werk im amerikanischen Charleston gebaut. In Düsseldorf produziert der Konzern den Sprinter der Daimler-Tochter Mercedes-Benz.

Laut der Daimler AG arbeiten in Düsseldorf insgesamt 6.600 Angestellte. Pro Jahr laufen in dem Werk etwa 150.000 Transporter vom Band, also sämtliche Sprinter-Varianten. An einem Arbeitstag sind das fast 700 Fahrzeuge.

In der Montage bringen Mitarbeiter das Sprinter-Frontmodul an
Daimler AG: Das Mercedes-Benz Werk in Düsseldorf entlässt 1.300 Leiharbeiter. © Daimler AG

Die Rettung der Stellen der Leiharbeiter des Daimler-Werks in Düsseldorf war zunächst die Verlagerung der Vorserienproduktion dorthin, sowie eine sehr gute Auftragslage. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder gewandelt. Laut RP-Online verlieren nun die 1.300 Leiharbeiter im November ihre Jobs. „Es tut uns furchtbar leid, dass so viele Kollegen gehen müssen. Aber es ist einfach nicht mehr genug Arbeit da“, so der Betriebsratsvorsitzende Helmut Stengel gegenüber dem Nachrichtenportal.

Stellenabbau im Daimler-Werk Düsseldorf: Auch Schichtbetrieb soll reduziert werden

Die gute Auftragslage hatte das Daimler-Werk in Düsseldorf bereits vergangenes Jahr vor Sparmaßnahmen bewahrt. Schon damals wollte Daimler auf 2,5 Schichten umstellen. Zwar arbeite man auch aufgrund von Produktionsrückständen durch die Corona-Krise momentan noch in drei Schichten, für die kommenden Quartale erwartet das Werk aber „einen Rückgang der Nachfrage in den verschiedenen Märkten“, so eine Sprecherin der Daimler AG zu RP-Online.

Entsprechend folgt nicht nur die Entlassung der 1.300 Leiharbeiter, sondern auch eine Reduktion auf zwei Schichten - die Nachtschicht entfällt im Daimler-Werk in Düsseldorf künftig. Die Kündigungen der Leiharbeiter sind offenbar die Rettung für die Festangestellten des Werkes. „Mithilfe der Zeitarbeit ist es möglich, die Stammbelegschaft und Arbeitsplätze im Unternehmen zu halten“, so Daimler gegenüber RP-Online.

Daimler-Werk in Düsseldorf: Zwei Kundgebungen der Mitarbeiter

Ein „Solikreis“ des Daimler-Werks in Düsseldorf kritisierte die Sparmaßnahmen des Konzerns. In einem offenen Brief an die Ratsfraktionen Düsseldorfs bezeichneten sie die Leiharbeit als „Mittel für Massenentlassungen“.

Der Solikreis rief zudem zu zwei Kundgebungen vor dem Daimler-Werk am Dienstag auf. Eine sollte bereits morgens um 5 Uhr stattfinden, die andere war für 13 Uhr geplant. Auch Politiker wurden laut RP Online vom Solikreis eingeladen. Die Gewerkschaft IG Metall, der ein Großteil der Daimler-Mitarbeiter angehört, rief dagegen nicht dazu auf, sich an den Kundgebungen zu beteiligen.

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