In den USA

„Erhöhte Unfallrisiken“: Daimler muss über 340.000 Autos zurückrufen

Darstellung der Rückfahrkamera in einem Mercedes-Benz GLE.
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Daimler muss in den USA über 300.000 Autos zurückrufen - wegen Problemen mit der Rücksichtkamera.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die aktuellen Modelle der Daimler AG sind mit modernster Technik ausgestattet. Der Autobauer muss in den USA nun jedoch über 300.000 Autos zurückrufen - aufgrund eines Defekts.

Stuttgart/Atlanta - Die Daimler AG will sich zunehmend auch als E-Auto-Hersteller etablieren und stellt die Produktion derzeit in vielen Werken entsprechend um. Vor einigen Tagen stellte der Autokonzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart das elektrische Flaggschiff EQS vor. Das E-Auto, das zum Super-Konkurrenten für Tesla werden soll, hat mit dem Betriebssystem MBUX den größten Bildschirm verbaut, der jemals bei einem Modell der Marke Mercedes-Benz verbaut wurde. Insgesamt setzt Daimler bei den neuen Modellen stark auf moderne Software, statt wie zuvor die meisten Funktionen mechanisch zu steuern.

Die Daimler AG ist weltweit vor allem für die großen Limousinen von Tochter-Unternehmen Mercedes-Benz bekannt. Darunter etwa das Flaggschiff S-Klasse oder das meistverkaufte Modell E-Klasse. In den USA erfreuen sich jedoch vor allem die großen, schweren Sport Utility Vehicle (SUV) wie der GLE und der GLS großer Beliebtheit. Die Daimler AG muss nun jedoch dort 342.366 Fahrzeuge in den USA zurückrufen, da es offenbar technische Probleme bei den Rückfahrkameras gibt, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa).

Daimler AG: Autobauer ruft Tausende Autos zurück - Defekt bei Multimedia-Systemen

Die Daimler AG und andere europäische Autokonzerne haben derzeit noch immer mit den Folgen des Lieferengpasses bei den Halbleiterkomponenten zu kämpfen. Die Stuttgarter stellten deshalb die Produktion der meistverkauften Modellreihe temporär ein. Die Halbleiterkomponenten werden nahezu in jedes moderne Fahrzeug verbaut, aktuell fehlt es jedoch an der Lieferung von wichtigen Bauteilen. Obwohl die Chipkrise noch nicht überstanden ist, scheint sich die Lage zumindest ein wenig zu entspannen. Daimler holte kürzlich Tausende Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück. Der Halbleiter-Engpass zeigt aktuell auch, wie wichtig die Software bei den modernen Fahrzeugen geworden ist.

Die Daimler AG setzt schon seit einiger Zeit auf modernste Software bei der Produktion der Fahrzeugmodelle. Beispielsweise will Daimler autonome Autos mithilfe von Satelliten steuern. Die sogenannte Rückfahrkamera gehört bei modernen Autos dagegen schon fast zur Grundausstattung. Mithilfe eines Sensors, der ein Bild von dem Geschehen hinter dem jeweiligen Fahrzeug auf einen Monitor im Zentrum des Armaturenbretts zeichnet, soll beispielsweise das Einparken einfacher und sicherer und auch Unfälle durch ein akustisches Signal vermieden werden. Gerade bei dieser Software gibt es laut der dpa nun in den USA jedoch mögliche Defizite.

Daimler AG: Vom Rückruf betroffen sind Baureihen von 2019 bis 2021

Mercedes-Benz, die Tochter-Firma der Daimler AG muss in den USA deshalb 342.366 Fahrzeuge zurückrufen und reparieren. Aufgrund eines möglichen Defekts beim Multimedia-System könne es zum Ausfall des Monitors und erhöhten Unfallrisiken kommen, hieß es laut der dpa in Unterlagen der US-Verkehrsbehörde NHTSA.

Betroffen seien verschiedene Baureihen aus den Jahren 2019 bis 2021, darunter auch die in den USA sehr beliebten SUV-Modelle GLS und GLE. Bei den Vertragshändlern von Mercedes in den USA sollen die Probleme in den kommenden Monaten durch Software-Updates behoben werden.

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