Radikaler Job-Abbau

„Der Daimler-Chef jubelt“: Källenius Worte klingen für Mitarbeiter wie Hohn

  • Sina Alonso Garcia
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Im Zuge der Umstrukturierung baut die Daimler AG derzeit massiv Stellen ab. Konzernchef Ola Källenius lobt derweil die guten Zahlen und den Aufschwung im Konzern.

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart ist schwer von der Corona-Krise betroffen. Hinzu kommt eine Umstrukturierung des Konzerns hin zur Produktion von E-Autos, die in zahlreichen Werken von Daimler allerdings zu einem massiven Stellenabbau führt. Erst kürzlich gab der Autobauer bekannt, die Verbrenner-Produktion ganz aus Deutschland abzuziehen. Zahlreiche Angestellte bangen um ihre Jobs. Zwischenzeitlich drohte die Lage zu eskalieren: Daimler-Mitarbeiter planten für Donnerstag einen Protest bei Konzernboss Ola Källenius in Stuttgart. Mit Zehntausenden Postkarten an die Adresse der Chefetage machten sie ihrem Unmut über den Sparkurs Luft.

Anstatt über den heftigen Gegenwind aus der Belegschaft spricht Daimler-CEO Ola Källenius derweil lieber über den „Wachstumsschwung“, mit dem der Konzern in das Jahr 2021 gehe. Dank China bleibe er optimistisch, sagte der Manager am Donnerstag der Financial Times. Ein Teil der zuletzt starken Verkäufe in dem wichtigsten Einzelmarkt sei auch einem Nachholeffekt aus dem stark pandemiebelasteten Frühjahr zu verdanken.

Daimler-Chef Ola Källenius: Großes Wachstum im Absatzmarkt China

Im dritten Quartal hat die Daimler-Tochter Mercedes-Benz im Absatzmarkt China ein Verkaufsplus bei Autos von fast 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet. Auch in den Monaten danach habe das Wachstum zweistellige Prozentsätze erreicht, sagte Ola Källenius. Die Absatzzahlen für November legt Daimler erst noch vor.

Das für Daimler so wichtige Bündnis mit China wird jedoch wohl Tausende Mitarbeiter den Job kosten. Da die Verbrenner-Produktion nun nach dort verlagert wird, fühlen sich Mitarbeiter an zahlreichen Standorten der Daimler AG hintergangen. Gesamtbetriebsrat und IG Metall hatten Anfang vergangener Woche zu einer bundesweiten Solidaritätsaktion an sämtlichen Standorten aufgerufen. 50.000 Protest-Postkarten wurde infolge dessen gesammelt, wie die Stuttgarter Zeitung berichtete.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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