Elektro-Offensive

Daimler erhält von der Regierung eine mächtige Waffe in Krieg gegen Tesla

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Die Bundesregierung plant, die angeschlagene Autobranche mit drei Milliarden Euro zu unterstützen. Davon profitiert unter anderem die Daimler AG.

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in Stuttgart hat zurzeit mit massiven Problemen zu kämpfen. Neben der Krise durch das Coronavirus in Baden-Württemberg und der anhaltenden Klimadiskussion wächst auch der Druck durch die Konkurrenz weiter. Der wohl größte E-Auto-Konkurrent Tesla baut aktuell nur 50 Kilometer vom ältesten deutschen Daimler-Werk in Berlin etfernt eine Mega-Fabrik, die 10.000 Arbeitsplätze schaffen soll. Daimler kündigte dagegen an, die Produktion von Verbrennern im Werk in Berlin-Marienfelde nach 118 Jahren einzustellen.

Ein Milliardenprogramm der Bundesregierung könnte der Daimler AG nun einen entscheidenden Vorteil im Kampf gegen die Konkurrenz bringen. Der Stuttgarter Konzern strukturiert die Produktion in vielen Werken aktuell auf die E-Mobilität um, dadurch sind Tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Teil des Regierungsprogramms ist unter anderem, die Verlängerung der Kaufprämie für Elektroautos bis Ende 2025, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Daimler AG: Bundesregierung unterstützt Strukturwandel zur E-Mobilität

Die Daimler AG will der führende Hersteller von E-Autos werden. Der Betriebsrat hält das für einen Fehler.

Die Daimler AG ist dem E-Pionier Tesla unter Führung von Elon Musk noch einen deutlichen Schritt hinterher. Der Stuttgarter Konzern könnte durch das Hilfspaket jedoch den Vorsprung verkleinern. Laut Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), ist die Verlängerung der wegen der Corona-Krise bereits aufgestockten Kaufprämie für E-Autos ein wichtiges Signal. „Das sorgt für Planungssicherheit für Kunden, Hersteller und damit auch für die Zulieferer entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagte sie am Mittwoch nach Angaben der dpa.

Auch die Gewerkschaft IG Metall, die aktuell in Berlin gegen den geplanten Stellenabbau der Daimler AG am Standort in Marienfelde kämpft, begrüßt die Förderung, wie das Handelsblatt berichtete. Für die weitere konjunkturelle Unterstützung sei ein in Aussicht gestelltes Austauschprogramm für schwere Nutzfahrzeuge positiv zu bewerten, sagte IG Metall-Chef Jörg Hoffmann nach Angaben des Handelsblatts. Das gelte auch für Verlängerung des Bonus für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Die Kaufprämie war ursprünglich bis 2021 angedacht und wurde nun um vier Jahre verlängert.

Daimler AG: Schaffung von 50.000 neuen Ladestationen für E-Autos bis 2021

Laut Handelsblatt hält die Bundesregierung weiter an dem Vorhaben fest, bis Ende nächsten Jahres insgesamt 50.000 öffentliche Ladepunkte für Elektromobilität zu schaffen. Das käme auch dem Vorhaben der Daimler AG zugute, die erst kürzlich ankündigte, den weltbekannten Konzern wegen der Umstellung auf die E-Mobilität drastisch verkleinern zu wollen. Von den neuen Ladesäulen könnten jedoch nicht nur die deutschen Hersteller profitieren, sondern alle Autobauer, die in E-Autos investieren. Daneben sieht das Milliarden-Paket auch eine Abwrackprämie für Lastwagen vor.

Bei dem Bonus für Lastwagen geht es in erster Linie darum, den Kauf von älteren Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zu fördern, wie das Handelsblatt berichtet. Die ersten Pläne sahen dagegen eine Abwrackprämie für moderne Dieselfahrzeuge vor. Auch dieser Schritt könnte der Daimler AG zugutekommen, die bei den neuen Schwerkraftlastwagen von Mercedes-Trucks auf eine fast vergessene Alternative zu E-Autos setzt. Der Stuttgarter Konzern setzt bei den Lkw auf eine Doppelstrategie aus Batterie und Wasserstoff.

Rubriklistenbild: © Daimler AG

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