S-Klasse mit Level 3-Technologie

Daimler könnte Tesla bei wichtiger Zukunftstechnologie weit überlegen sein

Ein Fahrer von Mercedes-Benz testet den Autopilot einer S-Klasse auf der Autobahn.
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Mit dem „Drive Pilot“ ist die Daimler AG dem Konkurrenten Tesla aktuell womöglich überlegen.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG setzt verstärkt auf die E-Mobilität, hinkt Tesla nach Meinung einiger Experten in diesem Feld jedoch hinterher. Bei einer wichtigen Zukunftstechnologie könnten die Stuttgarter der US-Konkurrenz allerdings weit überlegen sein.

Stuttgart - Die Daimler AG stellt ihre Produktion in vielen Standorten weltweit aktuell auf die Herstellung von E-Autos um. Ein wichtiges Werk in Deutschland soll deshalb massiv eingedampft werden. Neue Verbrenner will der Konzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart dagegen nur noch in China produzieren. Durch den Fokus auf die E-Mobilität befindet sich der Stuttgarter Autobauer mehr denn je im Konkurrenzkampf mit Tesla. Während deren Chef Elon Musk sich sogar eine Fusion mit der Daimler AG vorstellen könnte, fühlt sich der Auto-Pionier aus der Schwabenmetropole Tesla noch immer überlegen.

Die Daimler AG stellte im vergangenen Jahr in einer hollywoodreifen und groß inszenierten Weltpremiere aus der „Factory 56“ in Sindelfingen die Hoffnung für den angeschlagenen Konzern vor. Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz weist eine ganze Reihe neuer Technologien und Features auf. Mit einer dieser Zukunftstechnologien könnte die Daimler AG dem Konkurrenten Tesla tatsächlich doch weit überlegen sein, wie das Handelsblatt berichtet.

Daimler AG: „Drive Pilot“ in der neuen S-Klasse ab Mitte des Jahres

Bei der Vorstellung des neuen Flaggschiffs von Mercedes-Benz stellte die Daimler AG im vergangenen Jahr auch die ausgebaute Technologie des autonomen Fahrens vor. Obwohl einige Kritiker die S-Klasse nach der Premiere als „Tesla-Kopie“ bezeichneten, ist das Modell der Konkurrenz in diesem Gebiet bislang überlegen. Bei der Weltpremiere bewarb Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton die neue Technologie und demonstrierte, wie die S-Klasse autonom und ohne Fahrer eine gewisse Strecke zurücklegen könne. Das autonome Fahren wird von der Daimler AG in einem speziell präparierten Parkhaus am Flughafen Stuttgart bereits seit Langem getestet.

Nicht nur die Daimler AG setzt auf die Technologie des autonomen Fahrens, auch Tesla machte in der Vergangenheit Versprechungen an die Kunden. So habe Elon Musk versprochen, bis 2020 eine Million Robotertaxis zu verkaufen, wie das Handelsblatt berichtet. Aktuell fährt jedoch kein einziges Tesla-Modell vollautonom. Die Daimler AG will dagegen in der zweiten Jahreshälfte 2021 die neue S-Klasse mit dem Level-3-autonomen „Drive Pilot“ ausstatten und auf die deutschen Autobahnen bringen.

„Drive Pilot“ der Daimler AG aktuell deutlich vor Tesla-Autopilot

Mit dem „Drive Pilot“ baut die Daimler AG also bald eine Technologie des Levels 3 in ihr Flaggschiff ein. Als „Level 3“ werden Autos bezeichnet, die zeitweise und in bestimmten Bereichen das Steuer übernehmen können, wie das Handelsblatt berichtet. Dazu zählen beispielsweise Staus oder lange Autofahrten bei langsamer Geschwindigkeit. Der Fahrer dürfe sich dann gerne zurücklehnen, E-Mails lesen oder eine neue Playlist erstellen, berichtet das Wirtschaftsmagazin weiter. Erst wenn sich der Daimler-Autopilot mit einem roten Leuchten am Lenkrad meldet, muss der Fahrer der S-Klasse das Steuer wieder selbst übernehmen.

Mit der Technologie ist die Daimler AG dem US-Konkurrenten Tesla voraus. Beim Tesla-Autopilot muss der Fahrer das Lenkrad nahezu dauerhaft selbst beaufsichtigen. Wer sein Modell des US-Herstellers als rollendes Büro verwende, sei damit im Falle einer Kollision selbst verantwortlich, berichtet das Handelsblatt. Im Internet kursieren allerdings Videos von Fahrern, die angeben, die Strecke von San Francisco nach Los Angeles, also mehr als 600 Kilometer mit einem Tesla gefahren zu sein, ohne ein einziges Mal eingreifen zu müssen. Da die Videos allerdings nur Zusammenschnitte präsentieren, sei das kaum zu überprüfen.

Während die Daimler AG laut der Meinung einiger Experten bei der E-Mobilität noch deutlich hinterherhinkt, könnten die Stuttgarter bei dem autonomen Fahren die Nase demnach deutlich vorn haben. Wie sich der „Drive Pilot“ von Mercedes gegen den aktuell noch deutlich limitierten Autopiloten von Tesla schlägt, wird sich wohl in der zweiten Jahreshälfte zeigen.

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