Mercedes-Maybach, AMG und die G-Klasse

Daimler gründet völlig neues Unternehmen für Luxusautos

Ein von Mansory veredelter Mercedes Benz S63 AMG Coupé: Mansory Diamond Edition.
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Ein von Mansory veredelter Mercedes Benz S63 AMG Coupé: Mansory Diamond Edition.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG vereint als Dachkonzern mehrere bekannte Premiummarken. Diese sollen nun gebündelt werden - das hat wohl auch strukturelle Folgen für das Unternehmen.

Stuttgart - Die Daimler AG befindet sich aktuell in einer groß angelegten Transformation. Der Autokonzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart will sich auch als E-Autobauer etablieren und stellt die Produktionen in den Werken entsprechend um. Vor wenigen Wochen stellte Daimler die E-Auto-Hoffnung EQS in einer digitalen Weltpremiere vor. Die Transformation ist jedoch nicht die einzige Änderung bei dem schwäbischen Autohersteller. Daimler verkündete Anfang des Jahres, den Konzern in zwei unabhängige Unternehmen aufspalten zu wollen.

Die Daimler AG vereint als Konzern mehrere bekannte Premiummarken unter einem Dach. Dazu zählen bislang sowohl die Pkw-Baureihen als auch die Modelle der Daimler Truck AG. In Zukunft soll die Pkw-Sparte jedoch als Mercedes Benz AG unabhängig werden. Damit verschwindet der Name „Daimler“ aus Stuttgart. Zu den Automarken des Konzerns gehören unter anderem die Marken Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach und der Geländewagen G-Klasse. Diese Marken sollen nun gebündelt werden, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Das wird auf lange Sicht jedoch auch strukturelle Folgen haben.

Daimler AG: Mercedes-Maybach, AMG und G-Klasse in Submarken-Gruppe gebündelt

Die Daimler AG ist weltweit vor allem für die Modelle des Tochter-Unternehmens Mercedes-Benz bekannt. Die Mercedes-Benz AG selbst führt jedoch ihrerseits ebenfalls mehrere Premiummarken. Die Maybach-Manufaktur mit Sitz im baden-württembergischen Friedrichshafen (Bodenseekreis) wurde bereits im Jahr 1960 von der damaligen Daimler-Benz AG übernommen und produzierte in den Jahren 2002 bis 2012 Luxuslimousinen für die Stuttgarter. Im Jahr 2012 wurde die Produktion der Maybach-Modelle zunächst eingestellt, inzwischen werden jedoch exklusive Derivate der Mercedes S-Klasse mit dem Namenszusatz Maybach produziert.

Die Tochtergesellschaft AMG ist dagegen für die High-Performance-Fahrzeuge der Daimler AG zuständig, die unter anderem auch sehr erfolgreich in der Formel 1 (Mercedes AMG-Petronas) zum Einsatz kommen. Der Firmensitz der Mercedes-AMG GmbH befindet sich in Affalterbach (Kreis Ludwigsburg), ungefähr 20 Kilometer von der Daimler-Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim entfernt. Die dritte Premiummarke der Daimler AG, die ab sofort in einem Unternehmen gebündelt werden soll, ist der Geländewagen G-Klasse. Das Modell wird seit dem Jahr 1979 produziert, ursprünglich im österreichischen Graz. Diese bislang unabhängigen Marken sollen nun in einer Submarken-Gruppe gebündelt werden, geleitet von AMG-Chef Philipp Schiemer.

Daimler AG: Bündelung der Premiummarken wird wohl strukturelle Folgen haben

Mit der Bündelung der Mercedes-Marken will die Daimler AG nach eigenen Angaben die Marken schlagkräftiger aufstellen, wohl aber auch weiter Kosten sparen. Damit „stellen wir uns im obersten Luxus- und Performance-Segment noch schlagkräftiger auf“, sagte Jochen Übler, Sprecher der Mercedes-AMG GmbH, laut der dpa am Montag in Stuttgart. Ziel sei es, interne Synergien und Umsetzungsgeschwindigkeit zu gewinnen, sich besser auf die Wünsche der Kunden auszurichten und neue Wachstumspotenziale zu erschließen. Laut der Automobilwoche sind die renditestarken Marken Maybach, AMG und die G-Klasse auch für Daimler-Chef Ola Källenius von zentraler Bedeutung, um die Profitabilität der Pkw-Sparte zu erhöhen.

Die Bündelung der Premiummarken könnte auf lange Sicht weitere Arbeitsplätze bei der Daimler AG fordern. „Strukturell wird sich das ein oder andere wohl ändern, das bringt eine Bündelung sicherlich mit sich“, sagte Jochen Übler auf Anfrage von BW24. „Aber für weitere Details dazu ist es momentan noch etwas zu früh.“ Das werde sich laut dem Sprecher der Mercedes-AMG GmbH wohl erst nach der Urlaubszeit Anfang Herbst klären. Dann soll auch die endgültige Entscheidung über die Spaltung der Daimler AG fallen.

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