Elektrische Dienstwagen

E-Auto-Pflicht für Manager? Daimler geht einen völlig anderen Weg als Porsche

Der Mercedes-Benz EQC wird mit einer Wallbox an einem Haus geladen.
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Anreiz bei Dienstfahrzeugen: Die Daimler AG will Managern auch zuhause den Strom für E-Autos bezahlen.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Die Daimler AG setzt zusehends auf Elektroautos. Das soll sich auch auf die Dienstwagenflotte auswirken. Der Konzern geht dabei allerdings anders vor, als Konkurrent Porsche.

Stuttgart - Die E-Auto-Strategie der Daimler AG nimmt Fahrt auf. Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart will in Zukunft voll auf Elektroautos setzen und arbeitet deshalb an weiteren elektrischen Modellen. Dabei bemühte sich der Konzern zuletzt, Zweifel an der Strategie bestmöglich auszuräumen. Der Daimler-Chef priorisiert die CO2-Ziele sogar noch vor der Jobrettung.

Für einen Fahrzeughersteller wie die Daimler AG ist es allerdings auch wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Der Konzern hat selbst eine große Dienstwagenflotte für Manager. Zuletzt hatte ein Konkurrent von Daimler dabei für Aufsehen gesorgt: Porsche drängt seine Manager zum Umstieg aufs E-Auto. Die Daimler AG will hingegen anders vorgehen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, setzt der Konzern beim Umstieg seiner Manager auf E-Autos auf deren Eigeninitiative.

Keine Wahl: Porsche forciert im Gegensatz zur Daimler AG den Umstieg aufs E-Auto

Sowohl die obere, als auch die mittlere Führungsebene bei Porsche ist dazu berechtigt, einen Dienstwagen zu fahren. Ähnlich wie die Daimler AG hat Porsche aber das Problem, aktuell noch eine bescheidene Auswahl an vollelektrischen Fahrzeugen herzustellen. Porsche setzt bei der Dienstwagenflotte deshalb das Hauptaugenmerk auf Hybridmodelle. „Sollten sich die Kolleginnen und Kollegen für eine Modellreihe entscheiden, in der auch eine Plug-in-Hybrid-Variante angeboten wird, ist diese Variante in Zukunft gesetzt“, erklärte ein Porsche-Sprecher unlängst.

Bei der Daimler AG und deren Tochter Mercedes-Benz wird es eine solche Pflicht auf absehbare Zeit nicht geben, selbst bei Hybriden. Grund dafür ist offenbar das hohe Eigeninteresse seitens der Manager. „Entsprechende Vorgaben sind bei der Dienstwagenflotte bei Mercedes-Benz nicht notwendig, da sich unsere Führungskräfte auch ohne solche Auflagen für unsere elektrifizierten Modelle entscheiden: Wir freuen uns sehr darüber, dass in Deutschland ihr Anteil schon jetzt bei fast 45 Prozent liegt“, so eine Sprecherin zur Stuttgarter Zeitung.

Probleme bei Hybriden: Daimler AG schafft Anreize für Manager zum Umstieg auf E-Autos

Die Daimler AG macht Managern damit zwar keine Vorgaben, bei Dienstwagen auf E-Autos umzusteigen. Der Konzern aus Stuttgart will aber durchaus Anreize schaffen, um den Umstieg zu erleichtern. Laut Stuttgarter Zeitung sollen Daimler-Manager die Kosten für den Ladestrom der E-Autos künftig abrechnen können - auch zu Hause. Dazu verzeichnet eine spezielle Wallbox die Menge des geladenen Stroms. Außerdem soll eine Firmenkarte die Nutzung der Ladesäulen an Daimler-Standorten ermöglichen. Bei der Porsche AG wird der Strom für E-Autos für Manager der oberen Führungsebene ebenfalls bezahlt.

Die Herangehensweise von Daimler soll auch dafür sorgen, dass Hybridmodelle richtig genutzt werden. „Um CO2-Emissionen schnellstmöglich und effektiv zu senken und alle Vorteile der Plug-in-Hybridtechnik optimal auszuschöpfen, muss das Fahrzeug regelmäßig extern aufgeladen werden“, erklärt eine Sprecherin der Stuttgarter Zeitung. Das Problem: Dienstwagen werden seltener geladen und legen weniger Strecken im Elektromodus zurück als Privatfahrzeuge, so das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI).

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