Wegen Rohstoffmangels

Daimler will billigere E-Autos bauen - mit deutlich weniger Reichweite

Ein Mercedes EQA 250.
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Die Daimler AG will in der nächsten Generation des EQA günstigere Batterien verbauen - auf Kosten der Reichweite des E-Autos.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Die Daimler AG muss bei ihren E-Autos zwischen Kosten und Reichweite abwägen. Der Konzern plant jetzt günstigere Modelle mit speziellen Batterien.

Stuttgart - Bei der Entwicklung von E-Autos müssen Fahrzeughersteller wie die Daimler AG diverse Probleme angehen, die bei Verbrennern bereits gelöst sind. Ganz besonders die Reichweite von elektrischen Modellen bereitete lange Zeit Sorgen. Denn große Strecken waren ohne Ladestopp zunächst nicht denkbar - oder nur mit großen, platzraubenden Batterien. Der vollelektrische Mercedes EQS bereitet dieser Sorge wohl ein Ende, denn mit einer Reichweite von 770 Kilometern ist das Problem von E-Autos endgültig gelöst.

Allerdings liegt der EQS nicht zuletzt wegen seiner Batterie preislich im Luxussegment. Die Daimler AG richtet seine Strategie zwar künftig darauf aus, will aber trotzdem auch günstigere E-Autos anbieten. Wie das Portal Electrive berichtet, will Daimler-CEO Ola Källenius deshalb im unteren Preissegment auf alternative Batterien ausweichen - die dann auch wieder eine geringere Reichweite besitzen.

E-Autos der Daimler AG: Günstigere Modelle bekommen Batterien mit geringerer Reichweite

Der Daimler AG ist die Bedeutung des Zugangs zu günstigen Batterien inzwischen bewusst. Erst kürzlich schloss Daimler deshalb einen Mega-Deal für seine E-Autos. Denn noch sind Batterien kein preiswertes Bauteil. Das liegt vor allem an seltenen Rohstoffen, die dafür benötigt werden - beispielsweise Nickel und Mangan. Electrive vermutet, dass Daimler nicht glaubt, die derzeitigen Preise dafür halten zu können.

Für ohnehin bereits teure Modelle wie den EQS dürfte das nicht allzu schwer ins Gewicht fallen. Für die nächste Generation des EQA und des EQB will Ola Källenius aber offenbar ab 2024 auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien umsteigen (Englisch: Lithium-Ferrophosphat, kurz LFP). Diese wurden lange wegen ihrer geringeren Energiedichte verschmäht. Gleichzeitig sind LFP-Batterien aber günstiger und robuster.

Daimler AG: Günstigere E-Autos mit weniger Reichweite für unteres Preissegment

Das Umdenken bei der Daimler AG bezüglich der eingesetzten Batterien hat mehrere Gründe. Zum einen wird trotz großer Reichweiten das Ladenetz in Deutschland immer besser und die Technik effizienter - weite Strecken bis zum nächsten Ladestopp zurückzulegen ist deshalb nicht mehr zwingend erforderlich.

Die Daimler AG glaubt darüber hinaus aber auch, dass in Zukunft mehr Menschen ihr E-Auto im städtischen beziehungsweise lokalen Umfeld nutzen werden. „Wir denken, dass es viele urban orientierte Kunden geben wird“, so Daimler-CEO Ola Källenius laut Electrive. „Für diese Einstiegspositionen suchen wir in Zukunft Lithium-Eisenphosphat-Batterien.“

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