Kooperation mit DPD

Daimler hat einen Weg gefunden, wie Pakete schneller geliefert werden

Zwei Paketzusteller traten in Mercedes Sprinter Vans gegeneinander an - links die traditionellen Adressangaben, rechts die Technik von what3words.
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Zwei Paketzusteller traten in Mercedes Sprinter Vans gegeneinander an - links die traditionellen Adressangaben, rechts die Technik von what3words.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
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Die Daimler AG und der DPD können Pakete jetzt schneller liefern. Das verdanken sie einer neuen Technik, die das britische Start-Up whats3words entwickelt hat. 

  • Durch eine Kooperation der Daimler AG können DPD-Fahrer ihre Pakete jetzt deutlich schneller und stressfreier liefern.
  • Das verdanken sie einer neuen Navigationstechnik, die ein Start-Up entwickelt hat, an dem Daimler beteiligt ist.
  • Die Navigation in den Fahrzeugen der Daimler-Tochter Mercedes-Benz funktioniert nicht mehr über Straßennamen, sondern mit Hilfe von verrückten Wortkombinationen.

Stuttgart/Nagold – 50 Pakete, zwei DPD-Paketzusteller, zwei Sprinter Vans der Daimler-Tochter Mercedes-Benz, eine Route in Nagold, Baden-Württemberg. So sah der Test aus, den die Daimler AG in Kooperation mit dem DPD (früher Deutscher Paketdienst, heute Dynamic Parcel Distribution) durchführte.

Das Ziel: Die Daimler AG mit Sitz in Stuttgart und der Paketzusteller aus Issy-les-Moulineaux, Frankreich, wollten herausfinden, ob Pakete mit einer neuen Navigationstechnik schneller beim Kunden ankommen als mit der üblichen Zustellungstechnik per Adresse. Das Ergebnis: Der Fahrer mit der neuen Technik war auf derselben Route 30 Minuten schneller als der Fahrer, der wie üblich lieferte. Die Navigationstechnik, die ein Start-Up aus Großbritannien entwickelt hat, ersparte dem Fahrer also 15 Prozent der Zustellungszeit. 

Daimler AG hält Beteiligung an Start-Up, das die Navigation an unbekannten Orten vereinfacht

Die Daimler AG ist an dem Start-Up what3words beteiligt. Seit 2017 integriert der Fahrzeughersteller aus Stuttgart die Navigationstechnik von what3words serienmäßig in das Navigationssystem jedes neuen Autos. Und zwar als Teil des Infotainment-Systems MBUX (Mercedes Benz User Experience). Es hilft unter anderem Lieferfahrern, ihre Pakete schneller zu liefern.

Start-Up what3words hat die ganze Welt in 3-Meter-Quadrate unterteilt – die Adressen klingen verrückt

Das Start-Up what3words, an dem die Daimler AG beteiligt ist, hat für seine Navigationstechnik die ganze Welt in Quadrate mit 3 Metern Kantenlänge unterteilt. Jedes dieser Quadrate hat eine einzigartige Adresse, die sich aus drei Wörtern aus dem Wörterbuch zusammensetzt - so entstehen verrückte Alternativen zur herkömmlichen Postanschrift. Die Königstraße 10 in Stuttgart heißt zum Beispiel „ergänzt.scheine.erfüllung“. Sollen Pakete an den Hauptsitz der Daimler AG – die Mercedesstraße 120 in Stuttgart gehen - liefert der Fahrer sie mit dem neuen System an „umwelt.verkäufer.papa“.

DPD-Fahrer sollen durch Daimler-Technik schneller liefern und weniger Stress haben

Das Konzept der Daimler AG funktioniert auch bei Orten ohne normale Straßennamen, zum Beispiel in Industriegebieten wie dem großen Gewerbegebiet Weilimpark in Stuttgart. Ein Lieferfahrer liefert durchschnittlich 55 Prozent der Pakete an Geschäftskunden und nur 45 Prozent an Privathaushalte. Wenn der Fahrer sich in einem Industriegebiet nicht perfekt auskennt, kommt es vor, dass er Zeit durch Herumfahren verliert, oder an einer Stelle parkt, von der aus er weiter zu Fuß gehen muss als nötig. Langes Suchen nach der richtigen Adresse bedeutet für Paketzusteller natürlich auch Stress.

Das wird durch die neue Art der Navigation, die Daimler testet, verhindert. „In Zeiten, in denen die Zahl der Pakete kontinuierlich zunimmt, ergibt sich ein klarer Wettbewerbsvorteil“, wird Steffen Raiber, Manager Industry Management CEP & Logistik bei Mercedes-Benz Vans in einer Pressemitteilung zitiert. Das ist der Grund, aus dem der DPD nun mit der Daimler AG kooperiert. Auch in anderen Bereichen ist der Fahrzeughersteller aus Stuttgart innovativ: Die Daimler AG investiert mehr als 100 Millionen Euro in eine Alternative zum E-Auto. Daimler stellte außerdem einem Unfallforscher mehrere Lastwagen zur Verfügung, um die Sicherheit von Kreuzungen zu testen. Die Ergebnisse waren katastrophal.

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