Luxusmarke AMG

Daimler: Enttäuschung bei Kunden wegen Mercedes-Sportwagen - „Wie bei Opel“

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Mercedes-AMG wirbt mit Luxus und Höchstleistung. Doch die Marke der Daimler AG verändert sich. Bei Fans der Sportwagen ist die Enttäuschung deshalb groß.

Stuttgart - Die Daimler AG hat kürzlich eine neue Konzernstrategie vorgestellt. Mit seiner Tochter Mercedes-Benz will sich der Konzern auf seine Ursprünge zurückbesinnen. Deshalb setzt der Fahrzeughersteller aus Stuttgart künftig wieder verstärkt auf Luxus.

Eine Marke, die bei der Daimler AG schon immer Luxus verkörpert hat, ist Mercedes-AMG. Darüber hinaus sind die Fahrzeuge für ihre enorme Leistung bekannt. Nicht umsonst bezeichnet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) die Autos von Mercedes-AMG als „superschnelle Autos von reichen Leuten“. Doch genau dieser Kern wurde in jüngster Zeit immer stärker verändert. Treue Fans der Marke sind von dieser Entwicklung enttäuscht.

Daimlers Sportwagen-Marke: Mercedes-AMG ist vor allem für den asiatischen Markt interessant

Besonders in China werden laut FAZ die PS-Starken AMG-Modelle von Mercedes-Benz immer beliebter. Seit 2007 können Kunden in China die Sportwagen kaufen. Der asiatische Markt ist für die Daimler AG extrem wichtig. Im Zusammenhang mit der Mercedes-Benz-Strategie überraschte Daimler deshalb auch mit einer neuen Autoklasse. Die Kombination aus SUV und Limousine ist explizit für den asiatischen Markt gedacht.

Der Fokus von Daimler auf China ist kein Zufall. Schließlich steckt der Konzern in einer tiefen Krise. Der Wandel zum E-Auto verschlingt enorme Summen. Dabei warnt der Daimler-Betriebsrat, dass fast alle Jobs am Verbrenner hängen. Das Coronavirus hat diese Entwicklung noch verschärft. Die Tatsache, dass sich in China Luxus-Sportwagen wie die von Mercedes-AMG gut verkaufen, kann der Fahrzeughersteller aus Stuttgart deshalb nicht ausblenden.

Laut Daimler-CEO Ola Källenius entfachen die Autos von Mercedes-AMG „enorme Gefühle“, man verbuche „unglaubliche Verkaufserfolge“, sie habe eine „hochattraktive Rendite“, und es gebe „Potenzial für mehr“, wie der Vorstandvorsitzende jüngst in einer Investorenkonferenz der Daimler AG sagte.

Mercedes AMG enttäuscht Fans - einer fühlt sich sogar an den Opel Manta erinnert

Mercedes-AMG: Daimler entfernt sich zusehends von der Exklusivität seiner Luxus-Sportwagen

Doch die Verkaufserfolge stoßen vor allem eingefleischten Fans von Mercedes-AMG sauer auf. Denn wie die FAZ berichtet, gibt es selbst Kompaktwagen wie die A-Klasse als AMG-Version. Hinzu kommt, dass Daimler unter „AMG Line“ auch Modelle verkauft, die nur nach Sportwagen aussehen, deren Motor aber eben nicht entsprechend modifiziert ist.

Mit solchen Modellen bediene die Daimler AG eine Klientel wie einst der Opel Manta, schimpfte ein frustrierter Kunde laut FAZ. Der Opel Manta galt in den 70ern und 80ern als Proleten-Karre. Manta-Fahrer wurden in Witzen verspottet. Currywurst mit Pommes bekam gar den Beinamen „Manta-Platte“. „Exklusiv ist AMG nicht mehr“, erklärt Andreas Geilenbrügge, Leiter Restwerte & Analysen bei der Schwacke GmbH, gegenüber der FAZ.

Daimler-CEO Ola Källenius stört es allerdings wenig, wenn die AMG-Modelle von Mercedes einem breiten Publikum gefallen. Auf die Frage, ob die Marke durch die „AMG Line“ nicht verwässert werde, antwortete er laut FAZ: „Ein Kunde hat mir einmal gesagt: Wenn ich einen schönen Anzug kaufe, dann will ich auch schöne Schuhe dazu. Für uns ist die AMG-Line ein profitables Geschäft.“

Rubriklistenbild: © Uli Deck

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