Zuwachs für die Luxusmarken

Daimler könnte sich weltbekannten Luxus-Autobauer komplett einverleiben

Ein grüner Aston Martin Vantage F1 fährt auf einer Straße
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Der ehemalige Chef der Daimler-Tuning-Marke AMG soll nun einen weltbekannten britischen Luxus-Autobauer retten.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG will die Pkw-Sparte wieder mehr auf Luxus ausrichten. Eine britische Luxusmarke würde demnach gut ins Portfolio passen - ein ehemaliger Daimler-Manager soll sie retten.

Stuttgart/Gaydon - Vor wenigen Tagen stimmten die Aktionäre der Daimler AG mit großer Mehrheit der angekündigten Spaltung des Traditionskonzerns aus der Landeshauptstadt Stuttgart zu. Aus dem heutigen Konzern werden demnach zwei unabhängige Unternehmen mit Stern. Daimler-Chef Ola Källenius kündigte bereits im vergangenen Jahr an, die Marke Mercedes-Benz wieder mehr auf Luxus auslegen zu wollen. Die Luxus-Strategie von Daimler führte jedoch zu Kritik. Dennoch wird sich der zukünftige Autokonzern Mercedes-Benz Group wohl weiterhin auf das Premiumsegment und Modelle wie die S-Klasse oder das elektrische Pendant EQS fokussieren.

Der Fokus auf Luxus bei der Daimler AG zeigt sich auch darin, dass der Konzern erst kürzlich seine Luxusmarken in einem völlig neuen Unternehmen bündelte. Zu diesen Marken zählt beispielsweise Mercedes-Maybach, unter der exklusive Versionen der Mercedes-Modelle gebaut werden. Auf der IAA in München stellte Daimler den Maybach-EQS vor. Zudem gehört jedoch auch die Tuning-Marke Mercedes-AMG zu den Luxusmarken der Stuttgarter. Deren ehemaliger Chef soll nun den weltbekannten britischen Luxus-Autobauer Aston Martin retten. Und auch die Daimler AG zieht ihre Fäden.

Daimler AG: Ex-AMG-Chef soll Aston Martin retten - Konzern erhöht Anteile

Die britische Automarke Aston Martin ist weltbekannt, nicht zuletzt, weil auch der Film-Geheimagent James Bond Autos der Luxusmarke fährt. Dabei haben die Briten laut dem Manager Magazin in ihrer rund einhundertjährigen Geschichte nur selten Gewinne erzielt. Tobias Moers, der neue Chef des Sportwagenherstellers, soll das wirtschaftlich stark angeschlagene Unternehmen nun retten. Moers, der das Unternehmen aus dem Aston Martin-Hauptsitz in Gaydon, einem Dorf unweit der Metropole London, leiten soll, war zuvor der Chef der Tuning-Marke AMG der Daimler AG.

Obwohl die Luxusmarke AMG der Daimler AG unter Tobias Moers äußerst erfolgreich war, stagnierte die Karriere des Managers. „Ich habe Mercedes viel zu verdanken. Aber irgendwann kommt man an den Punkt, dass man sich fragt: Wie geht es jetzt weiter?“, sagte er dem Manager Magazin. Deshalb nahm er das Angebot an, die britische Marke Aston Martin vor dem Bankrott zu retten. Ganz ohne Rückenwind seines ehemaligen Arbeitgebers muss Moers das jedoch nicht in Angriff nehmen.

Daimler stieg bereits im vergangenen Jahr im großen Stil bei der Luxus-Automarke ein. Daimler beliefert die Briten mit Zukunftstechnologien wie Hybridkomponenten und erhöht damit die Anteile ohne zusätzliche Investition, schreibt das Manager Magazin. Die Anteile der Daimler AG an Aston Martin sollen perspektivisch auf bis zu 20 Prozent steigen.

Daimler AG: Übernehmen die Schwaben Aston Martin komplett?

Mercedes-Benz wird in Zukunft kein Tochter-Unternehmen der Daimler AG mehr sein, sondern ein eigenständiger Autokonzern. Eine Luxusmarke wie Aston Martin würde neben Maybach und AMG gut ins Portfolio der Schwaben passen. Dass sich Daimler Aston Martin irgendwann komplett einverleibt, wird bereits seit langem vermutet. „Daimler hat seinen Cashflow erheblich gesteigert und möchte sich stärker als Luxusautohersteller positionieren. Viele Szenarien sind vorstellbar“, sagte Horst Schneider, Autoexperte bei der Bank of America. Bei Daimler sei ein größeres Engagement bei Aston Martin bis hin zu einer Komplettübernahme bereits mehrfach durchgespielt worden.

Für die Daimler AG wäre eine Übernahme der kränkelnden britischen Luxusmarke gar nicht so ungewöhnlich. Die heutige Marke Maybach wurde als Maybach-Motorenbau GmbH im Jahr 1909 in Bissingen an der Enz, 20 Kilometer nördlich von Stuttgart gegründet und zog später nach Friedrichshafen (Bodenseekreis) um. Im Jahr 1960 übernahm Daimler-Benz die Firma, seit 2012 werden unter dem Namen Mercedes-Maybach exklusive Derivate der Luxus-Modelle produziert. Ein solches Schicksal könnte bei steigenden Anteilen der Schwaben auch Aston Martin blühen. Dann würde Ex-AMG-Chef Tobias Moers letztendlich doch wieder bei der Daimler AG beziehungsweise Mercedes-Benz arbeiten.

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