Verlängerung der Maßnahme

Chipkrise legt Werke lahm: Daimler verlängert Kurzarbeit für Tausende Mitarbeiter

Mitarbeiter des Werkes der Daimler AG in Bremen bei der Produktion einer Mercedes C-Klasse.
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Daimler wird erneut von Lieferengpässen schwer getroffen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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In den Werken der Daimler AG in Rastatt und Bremen kam es bereits Anfang des Jahres zu massiven Material-Engpässen. Die Produktion wurde zum Teil eingestellt. Nun hat Daimler die Kurzarbeit verlängert.

Update vom 4. Mai 2021, 10:48 Uhr: Die Probleme der Daimler AG im Zusammenhang mit Lieferengpässen bei Halbleitern dauern an. Der Konzern aus Stuttgart hatte deshalb bereits zahlreiche Beschäftigte in unterschiedlichen Werken Ende April in Kurzarbeit geschickt - zunächst war eine Woche geplant. Wie das Nachrichtenmagazin buten un binnen berichtet, hat die Daimler AG die Kurzarbeit im Mercedes-Werk in Bremen jetzt sogar verlängert.

Demnach dauert die Kurzarbeit in Bremen bis zum 11. Mai an. Ein Großteil der über 12.000 Beschäftigten ist von der Kurzarbeit getroffen, eine Ausnahme macht die Daimler lediglich bei Umbau- und Wartungsarbeiten sowie Qualifizierungen. Hintergrund für die Lieferengpässe bei Halbleitern ist unter anderem, dass deren Hersteller große Teile der Produktion für andere Branchen abseits der Automobilindustrie reserviert haben.

Laut Baden Online trifft die Verlängerung der Kurzarbeit auch das Daimler-Werk in Rastatt, wo immerhin 6.500 Beschäftigte arbeiten. Dort soll die Maßnahme sogar bis zum 14. Mai andauern.

Update vom 21. April 2021: Bereits im Januar wurden die Daimler-Werke in Rastatt und deren Mitarbeiter schwer getroffen, weil ein Engpass wichtiger Bauteile dafür sorgte, dass die Produktion ins Stocken kam. Eine Woche lang wurde das Werk in Rastatt sogar komplett stillgelegt. In Bremen wurde die Produktion massiv gedrosselt. Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Nun ist dieser Fall erneut eingetreten, wie die Deutsche Presseagentur berichtet.

Weil es nun wieder zu Lieferengpässen bei elektronischen Bauteilen gekommen ist, sollen an mindestens zwei Standorten Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden. Das betreffe laut dpa in großem Stil die Werke Rastatt und Bremen. Daimler habe Kurzarbeit für den Zeitraum ab diesem Freitag, 23. April, bis Ende der folgenden Woche beantragt. Rund 12.000 Mitarbeiter arbeiten im Bremer Werk, in Rastatt immerhin 6.500.

Die weltweiten Probleme beim Nachschub von Elektronik-Chips zwingen auch andere Autokonzerne seit Wochen zu Unterbrechungen der Produktion. Zuletzt hatte beispielsweise Volkswagen Tausende Beschäftigte im Werk in Emden in die Kurzarbeit geschickt.

Daimler AG: Produktion in Bremen und Rastatt Anfang Februar wieder aufgenommen

Update vom 5. Februar, 10:10 Uhr: Die Daimler AG hatte in den letzten Wochen mit Problemen beim Nachschub von bestimmten Komponenten zu kämpfen. Aufgrund des Mangels an Halbleitern wurde die Produktion im Werk in Rastatt für eine Woche stillgelegt und auch die Herstellung in Bremen massiv gedrosselt. Wenig später meldete auch das Daimler-Werk bei Hamburg Kurzarbeit an. Anfang der kommenden Woche will der Stuttgarter Autobauer die Produktionen in Rastatt und Bremen nun jedoch wieder hochfahren, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Aufgrund des Mangels an wichtigem Nachschub für die Auto-Produktion waren die Mitarbeiter des Werkes der Daimler AG in Rastatt die letzten drei Wochen in Kurzarbeit. Am größten deutschen Werk in Bremen trat die Kurzarbeit am Montag in Kraft und sollte eine Woche andauern. Nun nehmen zumindest diese Fabriken wieder ihre Arbeit auf. Die Werke liefen planmäßig wieder an, sagte eine Sprecherin der Daimler AG am Donnerstag. Man beobachte die Situation kontinuierlich in enger Abstimmung mit den Lieferanten und passe falls notwendig das Vorgehen an, hieß es weiter, wie die dpa berichtet.

Update vom 1. Februar, 11:45 Uhr: Nachdem die Daimler AG aufgrund des derzeitigen Nachschubmangels an Halbleiterkomponenten bereits das Werk in Rastatt temporär schließen musste, tritt ab heute auch Kurzarbeit in Bremen in Kraft. Nun meldete auch ein weiteres Werk des Stuttgarter Autobauers - diesmal in Hamburg - Kurzarbeit an. Die Probleme durch den Nachschubmangel sind auf die Spätfolgen durch den ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 zurückzuführen und betreffen nahezu die ganze Automobilbranche in Deutschland.

Inzwischen brach zwischen den Autoherstellern und den Zulieferern ein Streit um die Ursache des Chipmangels aus. Die Zulieferer warfen den Herstellern vor, die Produktion der Halbleiterkomponenten im vergangenen Jahr massiv gedrosselt zu haben. Die Daimler AG reagierte auf die Vorwürfe und schieb die Schuld den Zulieferern zu. Die Probleme sind jedoch noch nicht beendet. Nun meldete auch das Daimler-Werk in Hausbruch bei Hamburg Kurzarbeit an, wie das Hamburger Abendblatt berichtete. Die Maßnahme tritt bereits heute, am 1. Februar in Kraft.

Update vom 28. Januar, 12:52 Uhr: Durch den Mangel an Halbleiterkomponenten musste die Daimler AG bereits die Produktion im Werk in Rastatt stoppen und in Bremen massiv drosseln. Bei der Frage um die Ursache des Nachschubmangels ist nun ein Streit ausgebrochen, wie das Handelsblatt berichtet. Laut den Zulieferern seien die Autobauer selbst dafür verantwortlich, da sie die Nachschublieferung bereits im Frühjahr vergangenen Jahres massiv verringert hätten. Der Stuttgarter Konzern will diese Behauptung nicht auf sich sitzen lassen.

„Bereits Mitte 2020 war bei Mercedes-Benz eine deutliche Erholung erkennbar, die wir umgehend in den Lieferabrufen abgebildet haben. Wir hatten richtig geplant und fristgerecht bestellt“, verkündete die Daimler AG laut dem Handelsblatt. Vor allem die Zulieferer aus Taiwan hatten die Autobauer nach eigener Aussage vor einer Reduzierung der Halbleiter-Lieferung gewarnt. Die Chip-Komponenten werden jedoch nicht nur aus dem Ausland, sondern auch durch heimische Zulieferer wie Bosch aus Stuttgart geliefert. Laut mehreren Medienberichten hatte die Volkswagen AG als erster deutscher Autobauer den Zulieferern Bosch und Continental vorgeworfen, für den Nachschubmangel verantwortlich zu sein.

Erstmeldung vom 15. Januar 2021: Stuttgart/Bremen - Bei der Daimler AG kriselt es aktuell gleich an mehren Fronten. Durch den verstärkten Fokus auf die E-Mobilität baut der Konzern aus Stuttgart an vielen Standorten weltweit massiv Stellen ab. So soll beispielsweise eines der wichtigsten deutschen Werke der Daimler AG stark eingedampft werden und auch am Daimler-Werk in Berlin werden Arbeitsplätze abgebaut.

Daneben bereitet auch die Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg und der Diesel-Skandal noch immer Probleme für den weltbekannten Hersteller. Die Corona-Krise hat nach wie vor fatale Auswirkungen auf die Wirtschaft und die gesamte Autoindustrie und führt aktuell zu massivem Nachschubmangel.

Daimler AG: Nachschubmangel trifft weiteres wichtiges Werk - Produktion in Bremen wird gedrosselt

Die Daimler AG sah sich aufgrund des Mangels an Nachschub von wichtigen Computerchips für die Produktion gezwungen, bei einem Daimler-Werk in Deutschland die Produktion zu stoppen. Im Werk von Mercedes-Benz in Rastatt stehen die Fließbänder ab Freitag, dem 15. Januar, still. Das führt dazu, dass rund 100.000 Fahrzeuge nicht fertiggestellt werden können. Das Problem mit dem fehlenden Nachschub geht für den Stuttgarter Konzern jedoch noch weiter. Nun muss die Produktion auch am größten deutschen Standort in Bremen deutlich gedrosselt werden, wie das Handelsblatt berichtet.

In Bezug auf die temporäre Stilllegung der Produktion in Rastatt nannte Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, das Coronavirus als Hauptgrund. Befürchtet wurde bereits, dass der Engpass bei der Halbleiter-Lieferung, die unter anderem auch von Bosch geliefert werden, auch weitere Standorte des Autobauers betreffen könnten.

Am größten deutschen Werk ist die Befürchtung nun wahr geworden. Der Stuttgarter Konzern drosselt ab kommender Woche die Fertigung im Daimler-Werk in Bremen. Die Sonderschichten sollen gestrichen und die Arbeitszeit von einem Teil der rund 12.500 Mitarbeitern vor Ort massiv reduziert werden, wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr.

Der aktuelle Engpass bei der Lieferung von elektronischen Halbleitern ist ein weiterer bitterer Schlag für den bereits angeschlagenen Konzern. Die Daimler AG musste vor wenigen Tagen bereits viele Modelle der groß angekündigten S-Klasse wegen eines Defekts bei der Lenkung zurück in die Werkstatt rufen.

Nun erreicht der Liefermangel bei dem Autobauer eine neue Dimension, die mit der temporären Drosselung der Produktion wohl noch nicht erledigt ist. Ab der ersten Februarwoche könnte das Werk in Bremen sogar für mehrere Tage vollständig geschlossen werden, wie das Handelsblatt berichtet. Das Daimler-Werk in Bremen ist aufgrund seiner Größe einer der wichtigsten Standorte, jährlich rollen dort rund 400.000 Fahrzeuge vom Band.

Daimler AG: Laut eines Experten droht der Autoindustrie ein langfristiges Problem

Die gesamte deutsche Autoindustrie ist durch die Folgen der Corona-Krise gezeichnet. Die Daimler AG konnte die Verkaufszahlen im letzten Quartal des vergangenen Jahres zwar wieder steigern, der Konzern fährt jedoch noch immer einen strengen Sparplan. Das aktuelle Problem aufgrund des Lieferengpasses ist laut einem Experten jedoch kein temporärer Rückschlag. „Es wird mindestens sechs, vielleicht sogar neun Monate dauern, bis sich die Lage wieder normalisiert“, warnte Thibault Pucken, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Inverto laut dem Handelsblatt. Wegen der Lieferprobleme musste beispielsweise Continental, der zweitgrößte deutsche Autozulieferer, die Kunden bereits bitten, die „Produktion oder den Produktionsmix anzupassen“, heißt es in einem Statement.

Der Engpass bei der Lieferung der Halbleitern, der nun auch das wichtigste deutsche Werk der Daimler AG massiv beeinflusst, ist laut Continental eine Spätfolge der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020. So hätten sich die weltweiten Produktionszahlen der Autobauer nach dem Lockdown deutlich schneller erholt, als ursprünglich angenommen. Die Halbleiterhersteller konnten ihre Produktionskapazität allerdings nicht entsprechend erhöhen, wie das Handelsblatt berichtet.

Die aktuelle Lage betrifft nicht nur die Daimler AG und andere Autohersteller, sondern auch die Zulieferer. „In der Tat kommt es aufgrund unterschiedlicher Einflüsse auf dem weltweiten Beschaffungsmarkt zu einer generellen Verknappung bei bestimmten Halbleiterbauteilen“, sagte eine Sprecherin des weltweit größten Autozulieferers Bosch aus Stuttgart, laut dem Handelsblatt. Durch den Engpass bei der Halbleiterlieferung legte die Daimler AG nun Teile der Kompaktwagen-Produktion lahm und kündigte an, sich mit erhöhter Priorität den Elektromodellen der EQ-Serie widmen zu wollen.

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