Konzernspaltung

Daimler AG verkauft Marke „Daimler“ für rund 10 Millionen Euro - Mercedes-Stern bleibt 

Vor dem Eingang zur Daimler-Zentrale und zum Stammwerk in Stuttgart steht ein Daimler-Firmenlogo.
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An der Konzernzentrale der Daimler AG in Stuttgart wird der Markenname „Daimler“ nach der Spaltung nicht mehr stehen.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG wird sich in zwei unabhängige Unternehmen aufspalten. Der Markenname „Daimler“ wurde nun für rund zehn Millionen Euro verkauft.

Stuttgart - Die Daimler AG vereinte als Dachgesellschaft bislang die Auto-Sparte Mercedes-Benz und die Nutzfahrzeug-Sparte Daimler Truck AG unter einer Unternehmensstruktur. Das soll sich jedoch noch in diesem Jahr ändern. Zu Beginn des Jahres verkündete der Autobauer aus Stuttgart eine Hammer-Nachricht: Aus dem Konzern werden künftig zwei eigenständige Unternehmen. Der Name „Daimler“ verschwindet damit aus Stuttgart. Diese Aussage war bislang so zu verstehen, dass die Pkw-Sparte künftig als Mercedes-Benz AG in Stuttgart bleibt und die Lkw-Sparte als Daimler Truck AG ihren Hauptsitz nach Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) verlegt.

Im Dezember soll der weltbekannte Konzern Daimler im Rahmen von „Projekt Fokus“ endgültig in zwei Teile aufgespalten werden. Das geht aus einem umfangreichen Spaltungsvertrag hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Die Marke „Daimler“ wurde zudem endgültig verkauft, für fast 10 Millionen Euro. Damit werden die Autos des Stuttgarter Herstellers künftig nicht mehr diesen Namen tragen.

Daimler AG verkauft Markenname „Daimler“ - der Mercedes-Stern bleibt

In Zukunft wird jedoch nicht einer der Konkurrenten der Daimler AG den Namen „Daimler“ für seine Modelle oder Werbezwecke einsetzen. Der Name bleibt zwar nicht in der Landeshauptstadt Stuttgart, sehr wohl jedoch in der Region Stuttgart. Der Markenname wurde nämlich für 9,7 Millionen Euro an die Daimler Truck AG verkauft, wie das Handelsblatt berichtet. Die Daimler AG verkaufte demnach „alle eingetragenen oder durch Benutzung erworbenen Rechte an der Marke Daimler sowie die dazugehörigen Markenfamilien und Domains“ an die künftig eigenständige Lkw-Sparte des Konzerns.

Die Daimler AG verkündete vor wenigen Tagen ihre stark beschleunigte E-Auto-Strategie und leitet das endgültige Verbrenner-Ende noch schneller ein, als gedacht. Demnach will der Konzern beziehungsweise die Pkw-Sparte ab 2030 nur noch E-Autos bauen. Im Februar stellte Daimler jedoch das neue Modell der Mercedes C-Klasse vor, mit gleich zwei Besonderheiten. Zum einen setzte das Unternehmen nochmal auf den Verbrenner, die C-Klasse ist nämlich ein Plug-in-Hybrid, zum anderen verbannte die Daimler AG den Mercedes-Stern von der Motorhaube. Seitdem ist das weltbekannte Logo nicht mehr haptisch auf der Motorhaube angebracht.

Der Mercedes-Stern als Konzernlogo der Daimler AG wird durch die Spaltung jedoch nicht endgültig von den Motorhauben der Modelle verschwinden. Das Logo soll auch zukünftig sowohl die Autos und Vans der Mercedes-Benz AG als auch die schweren Nutzfahrzeuge und Busse der Daimler Truck AG zieren, schreibt das Handelsblatt mit Berufung auf den Spaltungsvertrag.

Daimler AG: Konzern-Chef Ola Källenius will weiterhin „schützende Hand“ für Truck-Sparte bleiben

Da der Mercedes-Stern als Logo der Daimler AG patentrechtlich geschützt ist, muss die künftig eigenständige Truck-Sparte für den Zugriff auf das Portfolio vergleichsweise viel Geld zahlen. Laut dem Handelsblatt ist eine Zahlung von einmalig 38,4 Millionen Euro angesetzt. Im Gegenzug verpflichtet sich der Mutterkonzern jedoch noch vor der Spaltung, die Truck-Sparte mit umfassenden Rücklagen auszustatten. Demnach soll das Unternehmen rund zwei Milliarden Euro erhalten, um sich ein eigenes Finanzdienstleistungsgeschäft aufbauen zu können. Bislang wurde diese Aufgabe von der Daimler Mobility AG konzernweit übernommen.

Im Zuge der Spaltung der heutigen Daimler AG will der Autobauer insgesamt 65 Prozent der Anteile an dem Nutzfahrzeuggeschäft aufgeben. Alle Daimler-Aktionäre sollen bis Ende des Jahres für je zwei Aktien eine zusätzliche Lkw-Aktie ins Depot gebucht bekommen. Obwohl der bisherige Truck-Chef Martin Daum zukünftig als Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck AG fungieren wird, kündigte Konzern-Chef Ola Källenius an, zunächst als „schützende Hand“ involviert zu bleiben. Zudem verpflichtet sich die Mercedes-Benz AG, die verbleibenden 35 Prozent an der Lkw-Sparte drei Jahre lang nicht ohne Zustimmung zu verkaufen.

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