Pläne werden konkret

Konzern-Aufspaltung besiegelt: „Daimler“ verschwindet endgültig aus Stuttgart

Der Schriftzug der Daimler AG spiegelt sich im Unternehmensgebäude.
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Die Daimler AG hat ihre Aufspaltung beschlossen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Der Vorstand und Aufsichtsrat der Daimler AG haben beschlossen: Der Konzern wird aufgespalten. Der Name „Daimler“ verschwindet damit aus der Landeshauptstadt Stuttgart.

Stuttgart - Es war ein Paukenschlag, als die Daimler AG im Februar eine mögliche Aufspaltung des Konzerns verkündete. Der Plan: Der Pkw-Bereich soll in Mercedes-Benz AG umbenannt werden, der bislang für das Tochter-Unternehmen der Daimler AG stand. Davon getrennt soll die Truck-Sparte künftig eigenständig als Daimler Truck AG an der Börse agieren.

Die Nachricht machte bundesweit Schlagzeilen. Die Strukturreform bedeutet zum einen für die Mitarbeiter eine große Veränderung. Zum anderen verschwindet der Name „Daimler“ damit auch aus Stuttgart, da die Truck AG ihren Sitz von Untertürkheim nach Leinfelden-Echterdingen verlegt.

Daimler AG: Vorstand und Aufsichtsrat haben Pläne offiziell beschlossen

Anfang des Jahres wurden die Pläne vorgestellt. Am Freitag haben Vorstand und Aufsichtsrat diese nun bestätigt. Der Weg für die Aufspaltung des Konzerns ist damit frei. Bis zum Jahresende soll das Lkw- vom Pkw-Geschäft getrennt und damit auch unabhängig voneinander sein. Daimler wird zwar mit 35 Prozent an der Truck AG beteiligt bleiben und ihr eine solide Kapitalausstattung zusichern. Der Konzern betonte jedoch, künftig keinen herrschenden Einfluss ausüben zu wollen.

Der nächste Schritt erfolgt nun im Herbst, wie das Manager Magazin berichtet. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Oktober müssen die Aktionäre sowohl über die Aufspaltung als auch die Namensänderung der Daimler AG zur Mercedes-Benz Group AG zum 1. Februar 2022 abstimmen.

Daimler AG: Die Truck AG steht bereits jetzt mächtig unter Druck

Während Letztere weiterhin im Dax vertreten sein wird, strebt auch die Truck-Sparte in den Deutschen Aktienindex. Allerdings muss das Daimler-Unternehmen ums Überleben kämpfen. Im Vorfeld erhielt Daimler-Chef Ola Källenius mächtig Gegenwind von Investoren, denen die Performance der Truck-Sparte nicht ausreicht. Truck-Chef Martin Daum steht bereits jetzt unter Druck. Unterstützung wird er künftig von der Managerin Karin Rådström bekommen, die seit Juni im Unternehmen ist.

Die Daimler Truck AG erwartet neben der Strukturreform auch große Veränderungen in der Produktion. Künftig will das Unternehmen stärker auf E-Lastwagen setzen. Darüber hinaus arbeitet Daimler aber auch an einer Alternative: Martin Daum will neben batteriebetriebenen Lkw auch Trucks mit Brennstoffzellenantrieb.

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