Batterie-Herstellung

Daimler AG erklärt Tesla im Kampf ums E-Auto den Krieg

  • Valentin Betz
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Die Daimler AG geht gegenüber Tesla in die Offensive. Bei der Produktion von Batterien möchte der Autobauer aus Stuttgart deutlich aufholen.

Stuttgart - Der Verbrenner hat keine Zukunft mehr. Die Daimler AG ist erst langsam zu dieser Erkenntnis gekommen. Inzwischen setzt aber auch der Fahrzeughersteller aus Stuttgart auf die Elektromobilität und will bald ausschließlich E-Autos entwickeln. Trotzdem steht der Konzern unter enormem Zeitdruck, die EU will den Verbrenner schnellstmöglich verbieten - ein Albtraum für Daimler.

Wie ernst es der Daimler AG mit der E-Mobilität ist, zeigte sich zuletzt in Berlin. Nach 118 Jahren stellte Daimler im ältesten deutschen Werk die Produktion ein. Weil E-Autos bei der Fertigung weniger Personal benötigen, sind dort 2.500 Arbeitsplätze bedroht. Doch anderswo könnten bei der Daimler AG wieder Jobs entstehen. Wie ecomento schreibt, will der Fahrzeughersteller besonders Konkurrent Tesla im Bereich Batterie-Herstellung den Kampf ansagen.

Daimler gegen Tesla: Kampf ums E-Auto entscheidet sich auch bei der Herstellung von Batterien

Denn die Produktion von Batterien ist ein Grund, weshalb Tesla bei der E-Mobilität einen solchen Vorsprung auf die Konkurrenz hat. Obendrein hat Tesla nicht vor, in dem Bereich nachzulassen. Ende September kündigte Tesla-Gründer Elon Musk am „Battery Day“ sogar einen weiteren Technologiesprung und Kostensenkungen an. Da verwundert es wenig, dass ein Ex-BMW-Manager zuletzt schrieb: „Tesla frisst Daimler.“ Mit der Vorhersage sorgte er bei den Mitarbeitern des Konzerns für massive Verunsicherung.

Daimler gegen Tesla: Der Konzern aus Stuttgart will den Konkurrenten bei der Herstellung von Batteriezellen unter Druck setzen.

Im Gegensatz zu Daimler setzte Tesla laut ecomento früh auf die eigene Produktion von Batteriezellen. Dazu kooperierte das Unternehmen von Elon Musk mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic. Zusammen stellen sie in Teslas „Gigafactory“ in Nevada Batterien her. Aber auch Tesla kommt nicht ohne Zukäufe aus. Zusätzlich bezieht das US-Unternehmen Akkus aus China und Südkorea. Die Daimler AG produziert hingegen überhaupt keine Batterien selbst - geht aber gegenüber Tesla jetzt in die Offensive.

Daimler will sich nicht vor Tesla verstecken und Batteriezellen-Produktion vorantreiben

Bislang stammen Batteriezellen, die Daimler in seinen Fahrzeugen verbaut, exklusiv von asiatischen Zulieferern, so ecomento. Erst die darauffolgenden Schritte, wenn die Akkus zu leistungsfähigen Batteriepacks integriert werden, übernimmt die Daimler AG wieder selbst. Ob der Konzern aus Stuttgart künftig auch Batteriezellen selbst baut, ist noch unklar, prinzipiell bräuchte Daimler Akkus für Autos von Mercedes-Benz, sowie die Nutzfahrzeuge von Daimler Trucks und Buses.

Unabhängig von der eigenen Produktion will Daimler aber die Herstellung von Batterien vorantreiben und sich nicht vor Konkurrent Tesla verstecken. „Wir glauben, dass wir eine hoch wettbewerbsfähige Batterie darstellen können“, sagte Markus Schäfer, verantwortlich für die Daimler-Konzernforschung und Produktionsvorstand bei der Daimler-Tochter Mercedes-Benz laut ecomento. „Wir müssen uns vor dem kalifornischen Wettbewerber nicht verstecken, sowohl was die Reichweite als auch die Kosten angeht“, so Markus Schäfer weiter.

Um seine Ziele zu erreichen, will Daimler laut Frankfurter Allgemeine Zeitung in Stuttgart-Untertürkheim einen „E-Campus“ errichten, an dem die Forschung an Batteriezellen vorangetrieben werden soll. Denn auch Markus Schäfer betont laut ecomento, dass die Batteriezelle „der differenzierende Faktor“ sei. Auch in Stuttgart-Untertürkheim soll dann der Verbrenner keine Zukunft mehr haben. „Das Angestammte lässt sich nicht bewahren“, so Markus Schäfer. „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um einen Produktionsstandort mitten in einer Großstadt aufrecht zu erhalten.“

Rubriklistenbild: © HOMAS KIENZLE / AFP

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