Neue E-Limousine

Daimler will mit diesem E-Auto China erobern - und lässt Tesla zittern

Der erstmals auf der Automesse IAA in München vorgestellte Mercedes EQE fährt auf einer Straße.
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Mit diesem E-Auto will die Daimler AG in China antreten.
  • Julian Baumann
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Für die Daimler AG ist China mit Abstand der größte Markt. Mit einem neuen Modell der Reihe EQ wollen die Stuttgarter auch Tesla den Rang ablaufen.

Stuttgart - Vor fünf Monaten leitete die Daimler AG mit der Weltpremiere des elektrischen Luxusautos EQS eine neue Ära bei dem Autokonzern ein. Die zuvor veröffentlichten SUV EQC und EQA waren zwar bereits E-Autos, basierten jedoch auf einer umgerüsteten Verbrenner-Architektur. Der EQS war damit das erste vollelektrische Modell mit dem Stern, das von vornherein als E-Auto konzipiert war. Seitdem hat der Konzern seine E-Auto-Strategie deutlich beschleunigt und will ab 2030 ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge bauen.

Im Feld der E-Autos muss sich die Daimler AG seit jeher mit dem Marktführer Tesla messen. Mit dem EQS brachte der Stuttgarter Hersteller jedoch ein Fahrzeug auf den Markt, mit dem auch Tesla nicht mithalten konnte. Der EQS wurde zum Angst-Gegner für Elon Musk, denn die Reichweite des E-Autos schlägt Tesla deutlich. Der E-Auto-Pionier gab sich jedoch nicht geschlagen und veröffentlichte mit dem Tesla Model S Plaid eine Antwort. Am vergangenen Sonntag stellte die Daimler AG fünf Monate nach der Weltpremiere des EQS ein neues elektrisches Modell vor. Die Limousine EQE soll den chinesischen Markt erobern und ist auch als Kampfansage an Tesla zu verstehen.

Daimler AG: Neue E-Limousine als Kampfansage an „die wichtigsten Konkurrenten“

Die beschleunigte E-Auto-Strategie der Daimler AG macht sich auch dadurch bemerkbar, dass der Konzern auf der Automesse IAA in München bereits das fünfte batteriebetriebene Fahrzeug präsentierte. Nach den beiden SUV EQA und EQC folgte nach der Limousine EQS ein weiterer kompakter Familien-SUV, der EQB. Das neue E-Auto mit dem Stern orientiert sich jedoch deutlich am elektrischen Aushängeschild von Mercedes-Benz. Die Business-Limousine EQE ist nach der elektrischen S-Klasse das zweite Modell, dass auf der Oberklasse-Elektro-Architektur (EVA2) basiert.

Auch optisch erinnert das Auto deutlich an den „großen Bruder“, ist jedoch „kompakter als der EQS und hat mit 3.120 Millimetern einen um 90 Millimeter kürzeren Radstand“, heißt es in einer Mitteilung. Als Ola Källenius, Chef der Daimler AG, die elektrische E-Klasse am Sonntag auf der IAA präsentierte, nannte er keine Konkurrenten beim Namen. Die versprochene Reichweite von 660 Kilometern pro Akkuladung und einer „Benchmark“, mit der sich „die wichtigsten Konkurrenten“ messen lassen müssen, lässt jedoch wenig Zweifel offen, dass es sich dabei um eine Kampfansage gegen den wohl größten Konkurrenten handelt, schreibt die Stuttgarter Zeitung.

Daimler AG: E-Limousine EQE wird in Bremen und in Peking gebaut

Wie für viele andere Autobauer mit Weltrang ist China auch für die Daimler AG der wichtigste Markt. Im Reich der Mitte boomt derzeit vor allem der Handel mit Luxusautos, weswegen sich auch der EQS gut verkauft. Der EQE ist jedoch von vornherein für China ausgelegt und soll unter anderem auch direkt im Daimler-Werk der chinesischen Hauptstadt Peking gebaut werden. Doch auch in einem der größten deutschen Werke, der Fabrik in Bremen, wird der EQE vom Band laufen. Eine Markteinführung der kleineren E-Limousine von Mercedes-Benz ist für Mitte 2022 angesetzt.

Die Daimler AG hat sich beim Design des EQE deutlich von der elektrischen S-Klasse inspirieren lassen und bezeichnet die Limousine auch als „jüngeren Bruder des EQS“, wie Ola Källenius bei der Premiere sagte. Obwohl der EQS als aeordynamischstes Auto der Welt gilt, steht die elektrische E-Klasse dem in nichts nach. Der Lithium-Ionen-Akku mit 10 Zellmodulen ermöglicht eine elektrische Reichweite von 660 Kilometern. Das entspricht einer Fahrt von Stuttgart nach Berlin, ohne ein einziges Mal an einer der zahlreichen Ladestationen halten zu müssen.

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