Coronavirus in Baden-Württemberg

Daimler trennt Geimpfte und Ungeimpfte in der Kantine

Daimler
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Die Daimler AG überlegt, zum Schutz vor Corona die Kantinen zu trennen. Dann würde zwischen Bereichen für Geimpfte und Genesene und Bereichen für Ungeimpfte unterschieden.
  • Valentin Betz
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Die Daimler AG betreibt an ihren Standorten diverse Kantinen für die Mitarbeiter. Die Corona-Maßnahmen könnten dort bald gelockert werden - aber nur für Geimpfte und Genesene.

Stuttgart - Obwohl eine Mehrheit sich zum Schutz vor dem Coronavirus hat impfen lassen, ist die Pandemie noch nicht vorbei. Während die Folgen für das öffentliche Leben regelmäßig diskutiert werden, bleiben die Maßnahmen in Unternehmen eher unter dem Radar. Dabei müssen sich auch Unternehmen wie die Daimler AG um den Schutz ihrer Angestellten kümmern.

Das gilt umso mehr, seit der Südwesten am 2. November die sogenannte Warnstufe erreicht hat, weil so viele Intensivbetten durch Coronainfizierte belegt sind. In Baden-Württemberg gelten deshalb strengere Regeln für Ungeimpfte. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, plant offenbar auch die Daimler AG drastische Maßnahmen. Geimpfte und Genesene könnten demnach in den Kantinen bald getrennt von Ungeimpften essen.

Daimler-Kantine: Unternehmen überlegt, Ungeimpfte von anderen Mitarbeitern zu trennen

Anstoß für die Überlegung bei der Daimler AG hatte ein Bericht der „Rheinischen Post“ gegeben, nach dem Unternehmen in Nordrhein-Westfalen eigene Kantinenbereiche für Geimpfte und Genesene einrichten wollen. In dem Sonderbereich dürften Mitarbeiter dann gänzlich ohne Schutzvorgaben Pause machen. Ungeimpfte müssten weiterhin Abstandsregeln, Masken und Trennwände in Kauf nehmen.

Das Konzept stößt bei Daimler in Baden-Württemberg auf Interesse. „Wir planen ein ähnliches Sitzmodell und prüfen derzeit, inwiefern wir das in den Kantinen an unseren Standorten umsetzen können“, so eine Sprecherin am Dienstag gegenüber der dpa. „Wir setzen weiterhin alles daran, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.“

Getrennte Kantinenbereiche: Andere Unternehmen folgen dem Beispiel von Daimler wohl nicht

Mit den Überlegungen über getrennte Kantinenbereiche für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte steigt der Druck auf letztere deutlich. Die Möglichkeit, dass beim Einkaufen bald die 2G-Regel gelten könnte, sorgte bereits für große Diskussionen. Zumindest in Baden-Württemberg scheint die Daimler AG aber bislang unter den größeren Unternehmen allein mit den Kantinen-Plänen zu sein.

Bosch teilte der Deutschen Presseagentur mit, derzeit keine Überlegungen für getrennte Kantinenbereiche zu haben. „Bei uns gelten für alle Mitarbeiter an allen Standorten umfassende Schutzmaßnahmen“, erklärte eine Sprecherin. Auch die Porsche AG werde laut dpa „in den Kantinen Stand heute nicht zwischen ungeimpften und geimpften oder genesenen Mitarbeitern“ unterscheiden. Beim Arbeitgeberverband Südwestmetall stößt die Idee der getrennten Kantinenbereiche auf gemischte Gefühle. Zwar gebe es Vorteile für Unternehmen, wenn die Abstandsregel teilweise wegfalle. Man sehe aber „keine absolut sichere datenschutzrechtliche Grundlage“, da Arbeitgeber den Impfstatus der Beschäftigten nicht abfragen dürfen, so ein Sprecher gegenüber der dpa.

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