Millionen-Pensionen

Daimler: So viel Rente zahlt der Konzern seinen Ex-Vorständen

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, nimmt an der Bilanz-Pressekonferenz der Daimler AG teil.
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Daimler AG: Das Gehalt von Vorständen wie Ola Källenius ist schon üppig. Die Pension ist aber offenbar noch üppiger.
  • Valentin Betz
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Wer es in den Vorstand der Daimler AG geschafft hat, bekommt ein üppiges Gehalt. Auch die Altersvorsorge fällt zunehmend höher aus.

München/Stuttgart - Wer Karriere bei der Daimler AG machen will, träumt eventuell auch von der absoluten Spitze: einem Platz im Vorstand des Unternehmens. Der Weg dorthin ist allerdings schwierig und die Chancen gering, denn die Mitglieder des Vorstands sitzen lange auf ihren Posten - und insgesamt sind nur acht zu vergeben.

Fest steht: Finanziell lohnt es sich, im Vorstand der Daimler AG zu sein. Bereits als normales Mitglied verdiente der aktuelle CEO Ola Källenius gut. Als Daimler-Chef hat Ola Källenius ein noch üppigeres Gehalt. Allein 2019 sollen es insgesamt 4,88 Millionen Euro gewesen sein, die sich aus einem Grundgehalt und diversen Boni zusammensetzen. Gleichzeitig gestand Daimler-Chef Källenius unlängst, dass E-Autos zahlreiche Jobs kosten werden.

Doch nicht nur während ihrer Tätigkeit verdienen Vorstände bei der Daimler AG sehr gut. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, fällt auch die Altersvorsorge für ehemalige Vorstände beträchtlich aus. Das ist allerdings aus Gründen der Transparenz bedenklich.

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Die Deutsche Presseagentur hat dazu die Geschäftsberichte von Deutschlands DAX-Konzernen ausgewertet. Ende 2020 summierten sich demnach die Pensionsverpflichtungen für ehemalige Vorstandsmitglieder auf knapp 3,5 Milliarden Euro - Tendenz steigend. Die höchsten Beträge zahlt demnach der VW-Konzern, der insgesamt 396 Millionen Euro für seine Ex-Vorstände ausgibt. Direkt danach folgt bereits die Daimler AG mit 362 Millionen Euro. Die tatsächliche Zahl ist laut Deutscher Presseagentur aber sogar noch höher, da nicht alle DAX-Konzerne Angaben zur Altersvorsorge ihrer Vorstände machen.

Die hohen Pensionen sind allein schon angesichts des üppigen Gehalts, das beispielsweise Daimler-CEO Ola Källenius erhält, fragwürdig. Allein sein Jahresgehalt von 2019 ist mehr, als so manch einer in seinem Leben verdient - und sollte reichen, um auf eigene Kosten für den Lebensabend vorsorgen zu können. „Das Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat festgelegt und beinhaltet aktuell auch einen marktüblichen und angemessenen Beitrag zu einer betrieblichen Altersversorgung“, so die Begründung der Daimler AG gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Auch Ex-Daimler-CEO Dieter Zetsche wird sich darüber freuen. Doch nicht nur am ohnehin hohen Gehalt von Vorständen deutscher DAX-Konzerne wie der Daimler AG gibt es Kritik. Ein Vorwurf lautet, dass durch die steigenden Pensionen die Gesamtvergütung der Vorstände zusehends verschleiert wird - und damit Intransparenz verstärkt wird.

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Denn eigentlich gibt es für Gehälter von Vorständen zahlreiche Transparenzvorschriften. Die Gesamtvergütung der Vorstände wird in der Regel nach Handelsgesetzbuch (HGB) ausgewiesen. Die Altersvorsorge ist darin aber ebenso wenig enthalten, wie die laufenden Zahlungen an Ehemalige. Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Aktionärsvereinigung DSW und Mitglied der Regierungskommission zum Deutschen Corporate Governance Kodex, wirft Daimler und Co. deshalb Intransparenz vor.

„Ein immer größerer Teil der Vergütung wurde in die Altersvorsorge verlagert“, erklärt er der Deutschen Presseagentur. „Das trägt zur Intransparenz bei, da die tatsächliche Höhe der Vergütung nicht mehr nachvollziehbar ist. Es spräche nichts dagegen, diesen Zopf abzuschneiden.“ Da deutsche Konzerne im Wettbewerb mit internationalen Unternehmen stehen, würde dies nach Tünglers Einschätzung nicht einmal zu nennenswerten Gehaltseinbußen führen: „Ein Verzicht auf Pensionszusagen würde dazu führen, dass die Fixgehälter steigen. Doch das wäre aus unserer Sicht die bessere und transparentere Lösung.“

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