Mercedes EQS

Daimler: Neues Auto-Design ist gewagt - verschreckt der Konzern damit Stammkunden?

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Die Zukunft der Daimler AG liegt im E-Auto: Am 15. April feiert der vollelektrische Mercedes EQS Weltpremiere. Doch nicht nur mit dem neuen Antrieb geht der Konzern durchaus ins Risiko.

Stuttgart - Fahrzeughersteller weltweit richten ihre Strategie auf E-Mobilität aus. Auch die Daimler AG hat den Trend erkannt und investiert massiv in den Wandel zum E-Auto. Dabei will sich der Konzern aus Stuttgart sogar selbst übertreffen. Inzwischen gab CEO-Ola Källenius bekannt, dass Daimler den Verbrenner noch früher zum Sterben verurteilt, als ursprünglich geplant.

Bislang hat Daimler allerdings kaum vollelektrische Fahrzeuge in seiner Flotte, besonders nicht von der Daimler-Tochter Mercedes-Benz. An diesem Donnerstag soll sich das ändern. Mit dem Mercedes EQS präsentiert der Konzern eine vollelektrische Luxuslimousine. Das Modell ist nicht nur ein Bekenntnis zum E-Auto. Wie das Handelsblatt berichtet, geht Daimler besonders mit dem Design ein hohes Risiko ein.

Mercedes EQS: Daimler AG verabschiedet sich von klassischem Design

Die Konkurrenz auf dem Markt der E-Autos ist inzwischen groß. Entsprechend ist der Mercedes EQS eine Kampfansage von Daimler an Tesla. Technisch gesehen ist das mit Sicherheit richtig: Das neue E-Auto von Mercedes soll eine rekordverdächtige Reichweite von 770 Kilometern haben.

Gewagtes Design: Die Daimler AG geht mit dem Mercedes EQS das Risiko ein, Stammkunden zu vergraulen.

Tesla-Fans lieben den Pionier in Sachen E-Auto allerdings auch für seine smarten Software-Lösungen und nicht zuletzt auch für dessen Design. Im Internet wurde Daimlers E-Auto-Hoffnung bereits von Tesla-Fans verspottet. Doch auch wenn die genauen Design-Details des Mercedes EQS erst am 15. April enthüllt werden, steht bereits fest: Das E-Auto von Daimler unterscheidet sich äußerlich radikal von bisherigen Mercedes-Modellen.

Laut Handelsblatt beruht das Design von Mercedes-Benz bislang auf Front und Heck, die ähnlich lang ausfallen. Der EQS wird dagegen ein bogenförmiges Aussehen entlang einer Linie haben. Stammkunden könnte dieses futuristische Design womöglich abschrecken, so das Handelsblatt.

Design des Mercedes EQS: revolutionär aber auch risikoreich

„Nach mehr als 100 Jahren Automobilbau schaffen wir einen neuen Industriestandard. Und der sieht ganz anders aus: große Radstände, kurze Überhänge, futuristische Silhouette“, so Gorden Wagener, Chief Design Officer der Daimler AG, zum Handelsblatt. Doch im Zusammenhang mit dem stolzen Preis für den Mercedes EQS könnte das neue Design problematisch werden. „Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Menschen, die mehr als 100.000 Euro für ein Auto ausgeben – und viele derer mögen es eher klassisch“, wird ein Investmentbanker vom Handelsblatt zitiert.

Gorden Wagener sieht das laut Handelsblatt anders, statt auf Ecken und Kanten setzt der Designchef von Daimler auf volle Flächen. „Hohlwangig assoziieren wir mit krank oder ungesund; vollwangig dagegen mit lebendig und schön“, so Wagener. Bei Autos sei das im Prinzip ähnlich: „Pralle Flächen haben Sexappeal.“

Eine Gfk-Umfrage im Auftrag der Deutschen Automobil Treuhand gibt Gorden Wagener bei der Bedeutung des Designs recht. Bei der Auswahl von Neuwagen sei es sogar wichtiger, als der Preis. Allerdings war der Fokus auf das Äußere bereits bei einem anderen E-Auto von Daimler fatal. Der vollelektrische EQC ist laut Handelsblatt ein kapitaler Flop. Intern wird kritisiert, dass zu viel Geld in dessen Design floss und zu wenig in die Technik.

Rubriklistenbild: © Daimler AG

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