Neue Kooperation

Die Daimler AG investiert mehr als 100 Millionen Euro in eine längst vergessene Alternative zum E-Auto

  • Marleen van de Camp
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Die Daimler AG investiert mehr als 100 Millionen Euro in die Forschung zu einer Alternative zum E-Auto. Die Technik soll vorerst aber nicht in Autos eingesetzt werden.

  • Die Daimler AG investiert mehr als 100 Millionen Euro in die Forschung zum Wasserstoffantrieb - eine Alternative zum E-Auto.
  • Andere Fahrzeughersteller wie VW und Porsche haben sich aus verschiedenen Gründen von der Idee eines Wasserstoffantriebs verabschiedet.
  • Daimler will die Technik vorerst auch gar nicht in Autos einsetzen, sondern in einem ganz neuen Feld.

Stuttgart/Friedrichshafen –Bereits im April kündigte die Daimler AG eine Kooperation mit Volvo an. Der Fahrzeughersteller mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart plant, zusammen mit dem Autobauer aus Göteborg an Wasserstoffantrieben zu forschen - einer Alternative zum E-Auto.

Nun gab Daimler in einer Pressemitteilung eine zweite Kooperation auf diesem Gebiet bekannt: In Zusammenarbeit mit der Rolls Royce Power Systems AG, einem Anbieter von Antriebssystemen mit Sitz in Friedrichshafen, will Daimler Brennstoffzellen, die auf Wasserstoff basieren, auch außerhalb der Automobilbranche einsetzen.

Daimler-Chef Ola Källenius bei einer Präsentation von Mercedes auf der IAA. Im Hintergrund der Mercedes EQ - ein E-Auto der Daimler AG.

Die Daimler AG glaubt an die Brennstoffzelle – vorerst aber nicht für Pkw

Die Daimler AG, die in mehrere Tochterunternehmen aufgeteilt ist, glaubt an die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle, obwohl Fahrzeughersteller wie VW und die Porsche AG davon Abstand nehmen. Wasserstoff sei „auf absehbare Zeit zu teuer“ und könne „nicht mit nachhaltiger Energie hergestellt werden“, sagte Wolfgang Porsche, Aufsichtsratschef der Porsche AG und VW-Aufsichtsratsmitglied erst im März, wie die dpa berichtet. VW und Porsche setzen auf das E-Auto. Auch die Daimler AG, die seit 1997 in Stuttgart an Wasserstoffantrieben forscht, weiß, dass wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen für Pkw unrealistisch sind – zumindest in den nächsten Jahren.

Daimler und Volvo investieren neunstellige Beträge in die Forschung – führt das zum Durchbruch?

Der Fahrzeughersteller konzentriert sich darum vorerst auf Wasserstoffantriebe für die Unternehmenssparte Daimler Trucks. Für Lkw, die weite Strecken fahren, sind Akkus, wie sie im E-Auto verwendet werden, nicht geeignet. Trotzdem müssen auch Lastwagen ihre CO2-Emissionen deutlich senken, um die Klimaschutz-Vorgaben der EU zu erfüllen.

Das will die Daimler AG mit Hilfe von Wasserstoffantrieben erreichen. Daimler und Volvo werden jeweils neunstellige Beträge – mehr als 100 Millionen Euro – in die Forschung investieren. In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts wollen die Automobilhersteller aus Stuttgart und Göteborg Busse und Trucks mit Wasserstoffantrieb auf die Straßen bringen.

Bis es soweit ist, werden also noch Jahre vergehen. Aber vielleicht gelingt der Daimler AG durch diese hohe Investition ja auch ein Durchbruch im Bereich der Brennstoffzellenforschung, sodass sie auch für Personenwagen rentabel wird. Auch in anderen Bereichen arbeitet der Fahrzeughersteller aus Stuttgart sehr innovativ. Die Daimler AG hat zum Beispiel einen Weg gefunden, mit dem Pakete schneller ausgeliefert werden können. Dennoch hält der Betriebsratschef die Daimler AG für massiv bedroht: 95 Prozent der Jobs hängen an einem Bereich, den die Regierung zum Scheitern verurteilt hat. Der Batteriekonzern Varta bekommt nun eine Förderung von 300 Millionen Euro - damit könnte er die sterbende Autoindustrie retten.

Rubriklistenbild: © Lennart Stock/dpa/picture alliance

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