Riesiger Bildschirm verbaut

Daimler: Dieses neue E-Auto soll zum Super-Konkurrent für Tesla werden

  • Julian Baumann
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Die Daimler AG setzt ihren Fokus auf die E-Mobilität und will in diesem Jahr ihr erstes vollelektrisches Flaggschiff auf den Markt bringen - eine technische Innovation soll besonders für Staunen sorgen.

Stuttgart - Die Daimler AG stellt ihre Produktion nach und nach auf die Herstellung von E-Autos um. Der Konzern kündigte an, neue Verbrenner nur noch in China produzieren zu wollen. Dort boomt vor allem das Geschäft mit Luxusautos. Durch den Fokus auf die E-Mobilität steht der Stuttgarter Autobauer auch in direkter Konkurrenz zum US-Hersteller Tesla. Während dessen Chef Elon Musk den Konkurrenzkampf nicht so eng sieht und sich sogar eine Fusion mit der Daimler AG vorstellen könnte, fühlt sich der Konzern aus der Landeshauptstadt Tesla nach wie vor überlegen.

Die Daimler AG baut derzeit drei neue E-Auto-Modelle, die noch in diesem Jahr auf den Markt kommen sollen. Vor allem mit einem Modell soll Tesla der Kampf angesagt werden. Daimler enthüllt schon bald die erste vollelektrische S-Klasse des Tochter-Unternehmens Mercedes Benz. Eine innovative Technologie, die erstmals in den EQS eingebaut wird, soll neue Maßstäbe setzen.

Daimler AG: Bei Tochter Mercedes-Benz beginnt ein neues Kapitel

Die Daimler AG erprobt den EQS schon seit Langem getarnt auf den Straßen. Ein Autoexperte filmte die bislang noch geheime elektrische Mercedes-S-Klasse beim Ladevorgang und war erstaunt. Bereits Anfang Oktober 2020 verkündete der Stuttgarter Konzern, dass der EQS die letzten Tests absolviere. „Der EQS wird die S-Klasse unter den Elektrofahrzeugen werden. Daher absolviert er das gleiche anspruchsvolle Erprobungsprogramm wie jedes andere Fahrzeug, das stolz einen Stern tragen darf“, heißt es auf der Konzernseite. An diesem Donnerstag, dem 7. Januar 2021, enthüllte die Daimler AG nun ihr neues elektrisches Flaggschiff und überraschte mit einem Feature, dass die Interaktion zwischen Fahrzeug und Nutzer grundlegend verändern soll.

„Bei Mercedes-Benz beginnt mit dem Jahr 2021 das nächste Kapitel der Interaktion zwischen Fahrzeug und Nutzern“, schrieb die Daimler AG im Vorfeld der Präsentation des neuen „MBUX Hyperscreen“, der erstmalig in den EQS verbaut werden soll. Bei der ersten Weltpremiere von Mercedes-Benz im neuen Jahr stellte CEO Ola Källenius die technische Innovation vor. „Heute zeigen wir Ihnen [...] einen Bildschirm, der sich deutlich von allem abhebt, was Sie bisher gesehen haben“, sagte der Daimler-Chef. Der von den Ingenieuren „Hyperscreen“ genannte Bildschirm sei das Zentrum der Aufmerksamkeit, der Bedienung und des Entertainments, so Källenius weiter.

Daimler AG: Der „Hyperscreen“ als Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Kontrolle

Die Daimler AG baut mit dem MBUX Hyperscreen den größten Bildschirm in den vollelektrischen EQS, der jemals in ein Mercedes-Modell verbaut wurde. „Die Idee: Der Bildschirm zeigt nur an, was gebraucht wird, wenn es gebraucht wird“, sagte Ola Källenius bei der Vorstellung. Der Hyperscreen der Daimler AG soll das gesamte Armaturenbrett ersetzen und reicht damit von einer Tür des Fahrzeugs bis zur anderen. „Die größte freigeformte Glasoberfläche, die es je in einem Mercedes gegeben hat“, sagte Vera Schmidt, Advanced Experience Designerin bei Mercedes-Benz. Dabei sollen drei separate Displays unter einer leicht gewölbten Glasoberfläche liegen.

Der „MBUX Hyperscreen“ ist laut Konzernangaben der größte Bildschirm, der je in einem Mercedes verbaut war.

Die Daimler AG entwickelte neben dem MBUX Hyperscreen auch eine neue Nutzer-Interaktion, die der Konzern „Zero Layer“ nennt. Durch das gläserne Armaturenbrett mit eingebauten Bildschirmen sei alle Informationen stets übersichtlich vor dem Fahrer angeordnet, sagte Schmidt. Der Hyperscreen soll als Teil des neuen EQS Maßstäbe setzen. „Wir haben eine unverwechselbare digitale Struktur für den EQS kreiert – mit unterschiedlichen Farben, abhängig vom Anzeigestil“, erklärte die Design-Chefin weiter.

Neben den üblichen Anzeigen für den Fahrer bietet der Bildschirm auch allerhand weiterer Funktionen und Features. So soll die Ladeanzeige, das Entertainment, die Telefonie, die Navigation, die sozialen Medien und vieles mehr deutlich erkennbar und aufeinander abgestimmt sein, hieß es bei der Weltpremiere.

Daimler AG: Hyperscreen bietet eine „kundenorientierte Benutzeroberfläche“ für den EQS

Mit dem MBUX Hyperscreen für den kommenden vollelektrischen EQS verfolgte die Daimler AG nach eigenen Angaben das Ziel, den Kunden einen direkten und intelligenten Zugriff auf alle Funktionen zu bieten. „In anderen Worten: eine kundenorientierte Benutzeroberfläche“, sagte Sajjad Khan, CTO der Mercedes-Benz AG bei der Premiere. „Es war uns wichtig, eine Schnittstelle zu schaffen, die weder ablenkt noch zu komplex ist.“

Bei der Weltpremiere des MBUX Hyperscreen sprach Daimler-Chef Ola Källenius von einer neuartigen und intuitiven Weise mit Technologie zu interagieren. „Es wird ganz dem gerecht, wonach wir bei Mercedes-Benz streben: Eine Technologie zu entwickeln, die auf ästhetische Weise schön ist, innovativ und uns Menschen unterstützt.“ Die Daimler AG verfolgt damit vor allem zwei Hauptziele:

Als Erste die Digitalisierung voranzutreiben – und als Erste die Elektrifizierung anzustreben

Daimler-CEO Ola Källenius bei der Weltpremiere des MBUX Hyperscreen

Der MBUX Hyperscreen soll später im Jahr mit dem neuen elektrischen Flaggschiff der Daimler AG Premiere feiern. „Ein Auto, das mit einer rein elektrischen Reichweite von etwa 700 Kilometern aufwarten kann“, sagte Källenius über die Luxuslimousine EQS. „Der EQS wird eines von vier vollelektrischen Fahrzeugen sein, die wir dieses Jahr herausbringen werden.“ Zum Ende der Weltpremiere versprach der Daimler-Chef im Laufe des Jahres den Ball mit mehr neuen Produkten im Rollen halten zu wollen. „Wir unternehmen alles, was wir können, um 2021 fantastisch und aufregend zu machen.“

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG - Global Commun

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