Bekanntes E-Auto-Problem

Daimler AG polarisiert mit neuem E-Auto: „Jetzt hauen die wieder so eine Gurke raus“

  • Julian Baumann
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Die Daimler AG hat als erster großer Autohersteller im Jahr 2021 ein neues E-Auto enthüllt. Der EQA muss sich nach dem gefloppten EQC beweisen - das Fahrzeug hat jedoch weiterhin einen entscheidenden Nachteil.

Stuttgart - Die Daimler AG kündigte bereits im vergangenen Jahr drei neue E-Auto-Modelle für 2021 an. Im Konkurrenzkampf um die Marktführung bei der E-Mobilität muss sich der Autobauer aus Stuttgart vor allem mit dem US-Konkurrenten Tesla messen. Durch ein für das Jahr 2024 angekündigtes E-Auto von Apple müssen Daimler, BMW und Co. jedoch ebenfalls zittern. Der schwäbische Konzern steckte seine Hoffnung zunächst in den elektrischen SUV EQC. Diese Fahrzeugklasse ist aktuell sehr beliebt - beispielsweise auf dem chinesischen Markt. Der EQC wurde allerdings zum Flop und intern sogar „Rohrkrepierer“ genannt. Daimler verteidigte dennoch das E-Fahrzeug.

Nach den enttäuschenden Verkaufszahlen des EQC soll nun ein weiteres SUV von Mercedes-Benz die Sache richten. Mit dem EQA stellte die Daimler AG das erste E-Auto eines großen Autokonzerns in diesem Jahr vor und hat damit zumindest zeitlich einen Vorsprung vor Tesla und Co. Das Fahrzeug hat allerdings einen entscheidenden Nachteil, wie welt.de berichtet.

Daimler AG: EQA ist der elektrische Bruder des GLA - er hat jedoch ein bekanntes Problem

Das neue E-Flaggschiff EQS der Daimler AG sollte zum Super-Konkurrenten für Tesla werden. Die elektrische Luxuslimousine soll mit einer verbesserten Elektro-Architektur aufwarten. Dafür baut Daimler eine völlig neue E-Auto-Batterie, dass dem EQS eine Reichweite von 800 Kilometern ermöglichen soll. Auch ein gläsernes Armaturenbrett, von den Ingenieuren „Hyperscreen“ genannt, wurde für die E-Auto-Hoffnung mit dem Stern bereits angekündigt. Da die elektrische S-Klasse noch auf sich warten lässt, legt der Stuttgarter Konzern seine Hoffnung aktuell in das E-Modell des kleinsten SUV von Tochter Mercedes-Benz. Damit setzt der Hersteller allerdings noch nicht zum großen elektrischen Innovationssprung an.

Mit dem EQA hat der wohl bekannteste SUV der Daimler AG einen elektrischen Bruder bekommen. Das E-Auto teilt auch wesentliche Elemente mit dem Verbrenner-betriebenen Mercedes GLA. Es handele sich um ein kompaktes SUV mit der bei Elektroautos derzeit typischen bulligen Front und großen Rädern, schreibt welt.de. Aktuell ist eines der größten Probleme der E-Mobilität neben dem hohen Gewicht der Akkus die stark limitierte Reichweite einer Batterieladung. Bei diesem Aspekt hapert es auch beim Elektro-SUV EQA der Daimler AG deutlich.

Bei vielen Autofans kommt der Mercedes EQA gut an. „Der EQA ist ein umgebauter GLA - von exzellenter Qualität, die andere Elektroautos laut und fast schon klapprig erscheinen lassen“, urteilt ein Twitter-Nutzer. „Oh, da ist ein wunderbares Design“, schwärmt ein anderer Twitter-Nutzer.

Bei Tesla-Fans stößt die Daimler AG mit dem Mercedes EQA dagegen auf Skepsis. „Ich denke ja immer noch, daß Mercedes nicht den BMW-, Mazda- oder Fiat-Weg in den sicheren Tod oder die sichere Übernahme gehen wird, aber dann hauen die wieder so eine Gurke raus, haben die denn vom EQC nichts gelernt? Anscheinend nicht“, kommentiert ein Nutzer bei Teslamag. „Schlecht umgefrimelter Verbrenner, Leute, so wird das nichts mit der E-Mobilität!“ Ein anderer User resümiert: „Reichweite geht NUR mit Tesla, echt schade.“

Daimler AG: Der EQA ist ein E-Auto für das urbane Publikum - nicht für Langstreckenfahrten

Der EQA der Daimler AG soll bereits im Februar an die Kunden ausgeliefert werden und als Basismodell rund 40.000 Euro netto kosten. Der Stuttgarter Konzern bezeichnet den E-SUV daher als Einstiegsmodell in die vollelektrische Mercedes-Palette, wie welt.de berichtet. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Wagen einen signifikanten Anteil an Verkäufen von elektrifizierten Fahrzeugen haben wird“, sagte Daimler-Vorständin Britta Seeger im Gespräch mit Journalisten. Obwohl der EQA den Flop des EQC wieder wettmachen soll, leidet das Fahrzeug an einer ähnlichen Schwäche. Laut WLPT-Test gibt es den Wagen zum Verkaufsstart in der Version EQA 250 mit einer Reichweite von 420 Kilometern.

Mit dem EQA enthüllte Daimler das erste E-Auto eines großen Konzerns in 2021 - das Fahrzeug leidet unter einem Nachteil.

Laut welt.de müsse der elektrische SUV der Daimler AG im realen Gebrauch jedoch deutlich früher aufgeladen werden. Demnach eignet sich der EQA eher für das urbane Publikum und als E-Auto für die Fahrt durch die Stadt. Langstreckenfahrten sind durch die geringe Reichweite eher unpraktisch. Und das, obwohl das Mercedes-Modell mit einem Navigationssystem ausgestattet ist, das automatisch Ladestopps und die Dauer des Ladevorgangs bei längeren Fahrten mit einbezieht. Der Konzern kündigte jedoch bereits eine verbesserte EQA-Version mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern an. Wann dieses Modell auf den Markt kommen soll, ist allerdings noch nicht bekannt. „Sie kommt so schnell wie möglich“, sagte Britta Seeger.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG

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