Berichterstattung über E-Mobilität

Keine Chance gegen Tesla und VW: Daimler spielt in englischsprachigen Medien keine Rolle

Erste Elektro-Limousine aus Mercedes-Benz Hightech-Produktion: Anlauf des EQS in der Factory 56.
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Mit dem EQS will sich die Daimler AG endlich auch als E-Auto-Hersteller etablieren.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG ist aus den deutschsprachigen Medien nicht wegzudenken. Im englischen Sprachraum sieht die Lage dagegen anders aus - dort dominieren Tesla und VW.

Stuttgart - Die Daimler AG ist einer der wichtigsten und ältesten Automobilkonzerne der Welt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Landeshauptstadt Stuttgart geht bis auf die Erfinder des Autos, Gottlieb Daimler und Carl Benz zurück. Als Konzern ist Daimler nicht nur einer der größten Arbeitgeber in der Region, sondern auch ein wichtiger Teil der Wirtschaft in Stuttgart.

Die Pkw-Sparte der Schwaben, das Tochter-Unternehmen Mercedes-Benz, baut Modelle, die auf der ganzen Welt geschätzt und beliebt sind. Das Logo des Autobauers, der Mercedes-Stern, ziert in Stuttgart gleich mehrere Gebäude und bis vor Kurzem auch sehr prominent den Turm des Hauptbahnhofs im Zentrum der Stadt.

Aus den deutschsprachigen Medien und Social-Media-Kanälen sind die Daimler AG und Mercedes-Benz nicht wegzudenken. Das liegt zum einen an den erfolgreichen Modellen wie der S-Klasse oder der kürzlich vorgestellten E-Limousine EQS. Auf der anderen Seite gerät die Daimler AG jedoch auch aufgrund von kritischen Stimmen immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.

Aktuell lässt Daimler die Mitarbeiter verzweifeln, in Bezug auf ein internes Jobforum gibt es rege Kritik aus der Belegschaft. In den englischsprachigen Medien spielen die Stuttgarter dagegen eine untergeordnete Rolle, berichtet teslamag.de nach einer Analyse des Blogs Pulsar.

Daimler AG beschäftigt deutsche Medien - in den englischsprachigen Kanälen dominieren andere

Aktuell befindet sich die Daimler AG in einer groß angelegten Transformation vom Verbrenner zur Produktion von E-Autos. Im Zuge der Umstrukturierung bauen die Stuttgarter massenhaft Arbeitsplätze ab. Daimler-Chef Ola Källenius sagte kürzlich, die CO2-Ziele zu erreichen, sei wichtiger, als Jobs zu retten.

Der gebürtige Schwede sagte das zwar gegenüber der britischen Tageszeitung Financial Times und äußert sich auch sonst immer wieder in internationalen Medien. Laut einer neuen Studie ist der Anteil der Berichterstattung über Daimler in den englischsprachigen Online-Kanälen allerdings deutlich geringer als beispielsweise bei VW oder auch BMW - jedenfalls wenn es um die Mobilität der Zukunft geht: E-Autos. Erhoben wurden die Daten von dem Analyse-Unternehmen Pulsar, das 300.000 Artikel zu diesem Thema in den USA und Großbritannien auswertete.

Laut der Studie beträgt der Anteil der Berichterstattung über die Daimler AG in Bezug auf die E-Mobilität in den englischsprachigen Online-Kanälen gerade einmal 2,1 Prozent. Der Münchner Autobauer BMW liegt dagegen mit 7,0 Prozent deutlich vor den Schwaben.

Als deutscher Spitzenreiter kann jedoch der Volkswagen-Konzern mit 12,0 Prozent bezeichnet werden. Das liege unter anderem jedoch auch an negativen Berichterstattungen, die in jüngster Zeit stark anstiegen. In den internationalen Medien und Online-Kanälen dominiert dagegen vor allem ein Name: Tesla. Was wohl nicht zuletzt auf den charismatischen und polarisierenden Konzern-Chef Elon Musk zurückzuführen ist.

Daimler AG: Sind die Stuttgarter als E-Auto-Hersteller noch kein internationales Gesprächsthema?

Die Daimler AG ist weltweit vor allem für die Verbrenner-Modelle der Marke Mercedes-Benz bekannt, die bereits seit vielen Fahrzeuggenerationen vom Band laufen. Die E-Auto-Flotte der Stuttgarter ist dagegen noch immer relativ überschaubar. Der SUV EQC wurde intern als „Rohrkrepierer“ bezeichnet und der kleinere EQA rief ebenfalls nicht gerade Begeisterung hervor.

Der kürzlich vorgestellte EQS soll das jedoch ändern und die Stuttgarter endgültig auch als E-Auto-Hersteller etablieren. Das ist in den englischsprachigen Medien laut der Analyse von Pulsar noch nicht durchgedrungen. In der E-Auto-Konversation, basierend auf rund 300.000 ausgewerteten Beiträgen aus der USA und Großbritannien, dominiert Tesla deutlich mit einem Anteil von fast einem Drittel.

Die Daimler AG spielt bei der Konversation mit nur 2,1 Prozent im englischsprachigen Raum dagegen noch keine große Rolle. Dass über keine Person im Bereich der E-Mobilität mehr berichtet wird als über Tesla-Chef Elon Musk, ist kaum verwunderlich. Der Unternehmer postet beispielsweise regelmäßig auf Twitter und Facebook.

Das wurde auch für einen ehemaligen Daimler-Ingenieur und Auto-Youtuber zum Problem. Der Ex-Daimler Ingenieur war vom Wechsel zu Tesla enttäuscht und löste den Vertrag mit dem E-Auto-Pionier noch vor dem ersten Arbeitstag auf. Grund dafür war offenbar, dass bei Tesla nur einer in den sozialen Medien aktiv sein darf, nämlich Musk selbst.

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