Konkurrenz aus China

1.000-Kilometer-Batterie: E-Auto-Startup greift an - und sendet subtile Kampfansage an Daimler

  • Julian Baumann
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Die Konkurrenz der Daimler AG im Bereich E-Mobilität wächst weiter. Das chinesische Start-up Nio kündigte unlängst ein E-Auto mit 1.000 Kilometer Reichweite an - und will 2022 in Deutschland starten.

Update vom 7. Mai: Nachdem die Aktie des chinesischen Start-ups Nio Anfang Februar 2021 um ganze 624 Prozent auf 49,30 Euro gestiegen war, ist der Hype um den E-Autobauer etwas abgeflacht. Inzwischen liegt der Wert bei immerhin noch 30,86 Euro. Für die Daimler AG heißt das allerdings nicht, dass sie sich im Bereich E-Mobilität ausruhen kann.

Denn Nio plant offenbar schneller als bisher angedacht, auch den europäischen Fahrzeugmarkt mit seinen E-Autos zu erobern. Erste Anlaufstelle für Nio ist laut einem Interview des Nio-Gründers William Li mit Spiegel Online wohl Norwegen. „Im März haben wir eine norwegische Tochtergesellschaft gegründet, unser Kernteam steht“, so der Unternehmer. Doch auch in Deutschland werden Fans von E-Autos nicht mehr lange auf die Konkurrenz von Daimler warten müssen, bereits 2022 sollen erste Autos verkauft werden. „Wir hoffen, dass wir hier schon nächstes Jahr einige unserer Autos und Dienste anbieten können“, so Nio-Gründer William Li.

Das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, wie wichtig andere Märkte für Nio künftig werden. „Nio ist eine Premiummarke, und 85 Prozent der Nachfrage für solche Autos kommen aus den USA, Europa und China. Wenn wir uns auf China beschränken, können wir in diesem Segment keine führende Rolle spielen.“ Gegenüber der Daimler AG zeigt sich Nio-Gründer William Li selbstbewusst. Den traditionellen Konzernen gehe es aktuell besonders wegen ihres erfolgreichen Bestandsgeschäfts gut. „Wenn sie es aber verpassen, die Technologie und ihre Firmenkultur grundlegend zu wandeln, werden sie von neuen Wettbewerbern überholt“, so William Li zu Spiegel Online.

Erstmeldung vom 30. Januar 2021: Stuttgart - Die Daimler AG setzt ihren Fokus auf die E-Mobilität und kündigte für das laufende Jahr bereits drei neue E-Auto-Modelle an. Damit befindet sich der Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart im direkten Konkurrenzkampf mit Tesla. Der E-Auto-Pionier aus dem Silicon Valley ist jedoch nicht die einzige Konkurrenz für den schwäbischen Konzern. Aktuell müssen Daimler, BMW und Co. auch vor dem E-Auto von Apple zittern. Und der chinesische Konkurrent Nio rollt nun das Feld mit effizienten E-Flitzern auf.

Das chinesische Start-up Nio sagt nicht nur der Daimler AG und BMW den Kampf an, sondern auch Tesla. Durch eine ungewöhnliche Steigerung des Aktienkurses ist das junge Unternehmen inzwischen sogar wertvoller als der Mutterkonzern von Mercedes-Benz. Grund für den rasanten Anstieg des Marktwertes von Nio ist die Ankündigung einer 1.000-Kilometer-Batterie, wie das Portal Automobil Industrie berichtet.

Daimler AG: Konkurrent Nio betritt die Bühne mit einer aufsehenerregenden Ankündigung

Die Daimler AG setzt ihre Hoffnung aktuell in die noch in diesem Jahr erscheinende Elektrovariante der S-Klasse. Der EQS soll mit allerhand neuen Features ausgestattet werden und damit zum Super-Konkurrent für Tesla werden. Bei E-Autos sind mehrere Faktoren wettbewerbsrelevant.

Neben dem Problem, dass die Fahrzeuge durch die großen Akkus noch deutlich zu schwer sind, ist bei vielen Modellen auch die Reichweite noch sehr begrenzt. Am 9. Januar kündigte das chinesische Start-up-Unternehmen Nio seine Elektrolimousine ET7 vor und versprach eine Batterie, die eine Reichweite von 1.000 Kilometern ermöglichen soll.

Durch die Ankündigung ist der Autohersteller aus China inzwischen wertvoller als die Daimler AG und BMW und sogar wertvoller als der italienische Sportwagenbauer Ferrari. Die E-Limousine ET7 und damit auch die angekündigte Batterie befinden sich derzeit jedoch noch in der Planung, die Fertigung hat noch nicht mal begonnen.

Chinesisches Start-Up könnte nicht nur Daimler, sondern auch Tesla überflügeln - zumindest theoretisch

Das macht Nio aktuell an der Börse zur teuersten „Katze im Sack“ in der gesamten Automobilbranche, wie Automobil Industrie schreibt. Der Wert des Start-ups aus China wird von Investoren derzeit mit 55 Milliarden Dollar (rund 45 Milliarden Euro) angegeben.

Die Daimler AG hat für ihr kommendes Elektro-Flaggschiff EQS auch eine neue Elektro-Architektur angekündigt. Der Autobauer entwickelt dafür eine völlig neue E-Auto-Batterie, die der elektrischen S-Klasse eine Reichweite von 800 Kilometer ermöglichen soll. Mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern wäre Nio nicht nur wertvoller als Daimler, sondern auch dem EQS voraus. Das ist übrigens auch „viel weiter als selbst das angekündigte Tesla Model S Plaid“ fahren kann, wie teslamag.de berichtet.

Rubriklistenbild: © Nio

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